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Jens Matheuszik — 7. November 2008, 09:23 Uhr

Die WAZ bloggt selber über ihre Restrukturierungsmaßnahmen


Die Sparpläne der WAZ-Mediengruppe sorgen für Diskussionen in den Blogs. So wurde ein Protestblog zur WAZ-Mediengruppe gestartet, welches die Situation vor allem aus Sicht der Beschäftigten betrachtet.

Den im Netz zu findenden Berichten sorgen die Sparpläne, denen bis zu ein Drittel der WAZ-Redakteure zum Opfer fallen könnten, für deutlichen Ärger und Verzweiflung. Aber auch für kreative Ideen, wie z.B. in diesem Kommentar beschrieben:

wie wär’s denn, wenn wir im Trauermonat November mal in uns gehen – 900 Redakteure stellen je eine Mahnkerze gegen Raubtierkapitalismus auf das Grab von Herrn Brost und von Herrn Funke (das sind die WAZ-Gründer).

Doch jetzt reagiert auch die WAZ-Mediengruppe, denn – wie die Ruhrbarone berichten – gibt es mit Bleibt alles anders – Die WAZ Mediengruppe im Wandel ein Blog der WAZ-Mediengruppe, zu dem es in der Selbstbeschreibung wie folgt heißt:

Medienwandel bedeutet auch, dass nicht nur „klassische Nachrichten“ neue Kanäle finden. Deshalb wollen wir mit diesem Blog versuchen, bei der schwierigen Diskussion um die Restrukturierung der WAZ-Aktivitäten in NRW einen Informationskanal zu nutzen, der eine Alternative zu Pressemitteilung und Flurfunk darstellt. Die hausinterne Information der Mitarbeiter soll das Blog selbstverständlich nicht ersetzen. Uns ist bewusst, dass wir nie so viel öffentlich machen können, wie Betroffene es sich wünschen. Aber wir glauben, hiermit einen Schritt in die richtige Richtung zu tun. Wir bitten allerdings darum, dass die Diskussion die üblichen Regeln des menschlichen Miteinanders berücksichtigt.

Grundsätzlich finde ich diese Idee natürlich gut, denn dadurch erfährt man z.B. wie sich die Gruppengeschäftsführung die Zukunft von WAZ, NRZ und WR mit einem gemeinsamen Newsdesk und einem neuen Mantelkonzept sieht (die WP schert hier übrigens aus der Reihe aus).
Leider wird aber nicht erklärt, wie diese Entscheidung kartellrechtlich zu bewerten ist – denn als damals die WAZ ihre Mitbewerber im Ruhrgebiet übernahm, war es eine Auflage der Kartellbehörden, dass die Redaktionen eigenständig bleiben.

Doch irgendwie sieht das Blog noch ein wenig nach einem Schnellschuss aus – anders kann ich mir z.B. Beiträge wie den Brief an Frau Lenzer bzgl. des Zeitungsumfangs nicht erklären – denn niemand wird dort informiert wer Frau Lenzer ist (die Chefredakteurin der WR, die sich kritisch zu den Sparplänen äußerte; Anm. d. Pottblogs), und durch so einen Antwortbrief wird irgendwie dann auch das Dementi zur Reduzierung des Zeitungsumfangs dementiert. Abgesehen davon, dass es mich – wie hier beschrieben – wundert, dass plötzlich von einem Tag auf den anderen die Anzeigenlage plötzlich ganz anders aussehen soll.

Es wird auch interessant sein, welche Postingfrequenz man dort finden wird. Das Korrekturblog von DerWesten hat es ja rechnerisch noch nicht mal auf einen Beitrag pro Monat geschafft, denn obwohl DerWesten inzwischen mehr als ein Jahr existiert, gibt es dort nur 9 (in Worten: neun!) Beiträge.

PS: Faszinierend übrigens, dass das Blog Bleibt alles anders – Die WAZ Mediengruppe im Wandel im Kopfbild einen Fisch zeigt. Das erinnert doch fatal an das WAZ-Protestblog Medienmoral NRW wo auch ein solcher Fisch abgebildet ist. Und irgendwie erinnert mich der Fisch an das Stichwort, wo nach der Fisch vom Kopfe her stinkt…


7 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Der Holmel @ 7. November 2008, 17:15 Uhr

    Hmm, wer bloggt denn da als „Mediengruppe“? Die Geschäftsführung oder der Betriebsrat? Letzteres würde einige Deiner Beobachtungen über den Inhalt und die Art der Darstellung erklären. Außerdem ist der Blog anscheinend nirgendwo im Westen verlinkt.


  2. (2) Pingback by 50hz - Werkstatt für Netzkommunikation » Blogarchiv » Die WAZ Mediengruppe bloggt wie ausgedruckt @ 8. November 2008, 00:03 Uhr

    […] Mehr dazu bei den Ruhrbaronen und natürlich im Pottblog. […]


  3. (3) Kommentar by Brost @ 8. November 2008, 04:47 Uhr

    Bei diesem Blog handelt es sich um die Verlautbarungen der Geschäftsführung, die so öffentlich gemacht werden. Ich wusste nicht, dass man das als Blog bezeichnet. Aber im hier stets hochgelobten Pleitprojekt DerWesten ist ja vieles möglich.


  4. (4) Kommentar by Robert @ 8. November 2008, 17:09 Uhr

    Manche untenehmen müssen wohl noch lernen, wie man mit dem medium Internet umgeht. Die Zahl der Beiträge ist notürlich schon recht gering für einen großen Verlag.


  5. (5) Kommentar by Jens @ 8. November 2008, 20:45 Uhr

    @Der Holmel (1):
    Also ich gehe schon davon aus, dass es eher die Geschäftsführung ist.

    Warum der Blog bei DerWesten nicht prominent verlinkt ist kann ich mir auch nicht erklären.

    @Brost (3):
    Nun ja, aller Anfang ist schwer. Vielleicht wird das ja noch was. Wobei ich mir da nicht sicher bin, denn einfach nur die offiziellen Verlautbarungen kopieren bringt nix.

    @Robert (4):
    Das Blog ist wenige Tage alt, da kann man schlecht die Postingfrequenz kritisieren.


  6. (6) Kommentar by Max @ 9. November 2008, 16:18 Uhr

    Ich möchte gern wissen, wie auf dem Verlautbarungs-Board eine Diskussion angeregt werden soll? (Unter anderem als Diskussionsplattform verstehe ich jedenfalls ein Blog)
    Da müsste man doch als WAZ/WR/NRZ-Mitarbeiter schon über einen Proxy posten, um nicht letztendlich an der IP identifiziert und ganz real zur Rechenschaft gezogen zu werden.
    Wäre ich in der unglücklichen Lage eines WAZlers, hielte ich mich auf dem Portal der Online-Managerin und Ex-Lyssa schön zurück.


  7. (7) Kommentar by Jens @ 11. November 2008, 07:27 Uhr

    @Max (6):
    Gute Frage, wobei ich nicht wirklich weiß, ob die überhaupt die IP-Adressen erkennen können. Aber man sollte da lieber auf Nummer Sicher gehen.


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