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Jens mobil — 4. November 2008, 10:44 Uhr

Die WAZ würde Barack Obama wählen


Die WAZ würde Barack Obama wählenHeute morgen erklärt die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) bzw. ihr Chefredakteur Ulrich Reitz, dass die WAZ bei den US-Präsidentschaftswahlen sich für Barack Obama entscheiden würde. Wenn sie denn könnte.

In den USA bzw. im angelsächsischen Raum sind solche „endorsements“, bei denen sich Zeitungen am Ende eines Wahlkampfes auf eine Seite schlagen und für einen Kandidaten entscheiden üblich.

In Deutschland hingegen ist dies keine übliche Praxis und als 2002 die Financial Times Deutschland (FTD) erstmals eine Empfehlung abgab (für Kanzlerkandidat Edmund Stoiber und die CDU/CSU) war die Aufregung groß. Die Presse würde damit ihre Neutralität aufgeben usw. lauteten damals die Vorwürfe. Wobei man sich natürlich schon fragen kann, ob die Presse wirklich so neutral ist.

Wenn z.B. heute ein Blatt mit großen Buchstaben über den Fall von Andrea Ypsilanti berichtet, die in Hessen wohl (erstmal?) nicht Ministerpräsidentin wird, dabei ein Bild einer geschrumpften Ypsilanti unter der Überschrift „Lügen haben kurze Beine“ zeigt, dann fragt man sich schon, wie neutral die Presse ist. Ypsilanti wurde auch gerade von dieser Zeitung immer wieder Lügilanti oder ähnliches genannt, während Roland Koch, ihr politischer Gegner, der im Rahmen der CDU-Spendenaffäre durch eine „brutalstmögliche Aufklärung“ und dreisten Lügen rund um jüdische Vermächtnisse für die CDU aufgefallen ist, so eigentlich nie angegriffen wurde.

Aber zurück zum eigentlichen Thema:
Angesichts der Tatsache, dass die WAZ mit ihrer Wahlempfehlung wohl eh keinen potentiellen Teilnehmer der Präsidentschaftswahlen erreicht (und selbst wenn ein Wahlberechtigter hier die WAZ liest, dürfte das für eine Beeinflussung zu spät sein) könnte man das ganze als journalistische Folklore abtun.

Interessant wird jedoch sein, ob vielleicht die WAZ dem Vorbild der FTD folgen wird und bei der kommenden Bundestagswahl auch eine Empfehlung abgeben wird. Ich könnte mir zwar vorstellen, dass Ulrich Reitz ein Interesse daran haben könnte, aber ich wage es dennoch mal zu bezweifeln, dass eine Zeitung wie die WAZ so etwas macht, schließlich dürfte die WAZ kein Interesse daran haben, dass man an ihrer politischen Neutralität zweifelt.


5 Kommentare »

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