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Jens Matheuszik — 21. Oktober 2008, 15:15 Uhr

Gesammeltes aus dem Westen (WAZ gibt’s neues?) – 2x aktualisiert


DerWestenAngesichts der vielen kleinen Einzelbeiträgen, die sich angesammelt hatten, gerät man ja fast schon in Versuchung eine Pot(t)pourri-ähnliche Kategorie nur für die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) respektive das Internet-Portal DerWesten.de anzulegen…

***

Ganz aktuell verweise ich auf den Blogbeitrag Geht die Welt heute unter, geht sie ohne mich bei Coffee & TV von Lukas.

Was also „tief im Westen“ (Herbert Grönemeyer über Bochum) passiert, ist bei DerWesten (in Essen, wenige km von Bochum entfernt) nicht unbedingt bekannt. Da verlässt man sich lieber auf Agenturmeldungen von (zuerst) ddp und (dann) dpa, wenn mitten im Bochumer Bermudadreieck eine Bombenentschärfung stundenlang für Aufsehen und Verkehrschaos sorgt. Wie schreibt Lukas (wohl leider zutreffend?):

Vermutlich ist die Lokalredaktion der “WAZ” einfach mitevakuiert worden und seitdem hat dort kein Mitarbeiter mehr einen Computer gefunden.

Meine (nicht ganz ernst gemeinte) Theorie ist dahingehend folgende:
Die von mir gelobte Online-Berichterstattung zum Besuch von Franz Müntefering am Sonntag in Bochum und Wattenscheid (kein Wunder, der Chefredakteur war ja auch dabei!) hat wahrscheinlich dafür gesorgt, dass einige dann am Montag frei hatten und sich daher nicht um solche Dinge wie eine stundenlange Bombenentschärfung kümmern konnten. Wenigstens kann man dann mit dieser Begründung mal wieder einen alten Klassiker von Rudi Carrell zitieren:

„… und schuld daran ist nur die SPD!“

Nachtrag: Inzwischen hat sich herausgestellt – siehe hier – dass die WAZ-Redaktion Bochum wirklich evakuiert wurde.

***

Im Westen wird es demnächst mehr Videos und mehr Multimedia geben – so berichtet jedenfalls Onlinejournalismus.de. Markus Hündgen deutet in seinem Blog bereits was an:

„Mein Aufgabenfeld wird (bzw. hat sich schon) drastisch ändern. Als Ressortleiter (oder nennt man das jetzt Head of Video) werde ich das tägliche Drehgeschäft für mich auf ein Minimum zurückfahren müssen. Stattdessen darf ich einige meiner Herzensprojekte in die Realität überführen. Ein fairer Deal, auch wenn ich als Mann der Praxis bereits jetzt unter übelsten Bauchschmerzen deswegen leide.

Im Bereich Video (ich nenne es lieber Multimedia) wird sich in den nächsten Monaten mehr als nur ein bisschen verändern. Haben wir damals den Fehler gemacht, DerWesten zu großspurig angekündigt zu haben, wird es diesmal wirklich ganz groß, neu und anders.“

Man darf gespannt bleiben…

***

Durch Lukas wurde ich auf einen schönen Artikel in der tageszeitung (taz) aufmerksam gemacht: Ottonormalblogger darf Zeitung glauben.

Dort geht es darum, dass jemand auf seiner Internet-Seite einen Bericht der WAZ übernommen hatte (mit deren Einverständnis), in dem es um eine bestimmte Person aus Gelsenkirchen ging. Dahingerhend wurde nun der „Ottonormalblogger“ vom Anwalt der Person, über die berichtet wurde, aufgefordert, diesen Bericht von seiner Seite zu entfernen, da dort angeblich falsche Tatsachen behauptet wurde.

„Dies hatte er wohl auch gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen in einer Unterlassungsverfügung durchgesetzt. Nur: Die WAZ hatte den entsprechenden Artikel lange nicht aus ihrem Online-Angebot genommen und auch der Öffentlichkeit nichts von der unterzeichneten Unterlassungserklärung mitgeteilt.“

Der „Ottonormalblogger“ wurde laut dem taz-Bericht mit mehreren Abmahnbriefen bedacht, Verfahrungskosten summierten sich auf rund 13.000 Euro. Doch entschied das Gericht nicht im Sinne des Antragstellers:

Das Landgericht Berlin – warum auch immer dies von einem Hamburger Rechtsanwalt in einer Gelsenkirchener Angelegenheit angerufen worden ist – lehnte es ab, die Forderungen […] anzuerkennen. Es befand, dass eine Privatperson nicht in gleichem Maße wie die Presse dazu verpflichtet sei, Tatsachenbehauptungen nachzuprüfen, soweit sie sich „seinem Erfahrungs- und Kontrollbereich“ entzögen.
[…]
Der Beschluss des Landgerichts Berlin zeigt auf, dass die Meinungsfreiheit nicht durch willkürliche Abmahnaktionen eingeschränkt werden darf.
[…]
das Gelsenkirchener Beispiel zeigt: Ein einfacher Brief mit der Darlegung des Sachverhaltes hätte wahrscheinlich ausgereicht. (AZ: 270829/08)

***

Via eMail bin ich auf das Blog Wild im Westen aufmerksam gemacht worden. Dieses Blog widmet sich dem Iserlohner Kreisanzeiger, einem der fünf bei DerWesten vertretenen Titel. Auf der Seite Was soll dieser Blog? wird die Intention des Blogs erklärt:

Bereits im Mai 2007 kam mir bei der morgendlichen Lektüre des Lokalblättchens Iserlohner Kreisanzeiger (IKZ) gern mal die Galle hoch.
[…]
Da das Lokalblättchen der einzige Meinungsmacher der Stadt ist, also ein Monopolist und sich auch so verhält, war mir klar, dass ich publizistisch nur unter Pseudonym tätig werden können würde. Ich grübelte lang und anhaltend und befand schließlich, dass ich in Anlehnung an “Der Westen” irgendwas mit Wildem Westen würde nehmen müssen. So entstand der Blog “Wild im Westen” .
[…]
Es dauerte wiederum mehr als ein weiteres Jahr, bis ich den Blog schließlich in Betrieb nahm. In den letzten Wochen sind jedoch hier in Iserlohn, aber auch im Umland Dinge in Bewegung geraten, die mich nicht länger schweigen lassen. Da Leserbriefe beim IKZ gern nach dem Gusto des Redakteurs “ausgewählt” werden, verzichte ich gleich ganz auf diese nur vermeintliche Möglichkeit der Meinungsvermittlung und setze künftig voll auf “Wild im Westen”.

Da ich mich in Iserlohn und Umgebung nicht auskenne (und somit auch nicht die Frage der blauen Tonne in Hemer beurteilen kann), kann ich da inhaltlich nicht viel zu sagen – aber zumindestens darauf verweisen, dass neben der Bild-Zeitung mit dem BILDBlog nun auch die IKZ eine Art Watch-Blog besitzt.

***

Nachtrag: Aus irgendwelchen Gründen ist der folgende Part am Anfang nicht mit veröffentlicht worden:

Bei den Ruhrbaronen gibt es den lesenswerten Artikel “Narichten” und “Suduku” – wie der Westen sich Aufmerksamkeit kauft von David Schraven Thomas Meiser, in dem es darum geht, wie sich DerWesten (aber auch andere Online-Medien) Besucher über die sogenannten Google AdWords kaufen. In den dortigen Kommentaren wird übrigens u.a. zwischen mir und David Schraven über die „Klickstreckenqualität“ des Westens im Vergleich zu rp-online.de diskutiert.

Zu dem Thema sei übrigens allgemein auf den Beitrag Schlechter online von Stefan Niggemeier hingewiesen.


4 Kommentare »

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI.

  1. (1) Pingback by onlinejournalismus.de - Das Magazin zum Thema » Blog Archive » Der Westen: Mehr Video - und vor allem mehr Multimedia @ 21. Oktober 2008, 16:43 Uhr

    […] Ruhrbarone Der Westen und Suchmaschinen-Marketing. (via Pottblog) […]


  2. (2) Trackback by Pottblog @ 21. Oktober 2008, 18:28 Uhr

    1:0 für Lukas (WAZ gibt’s neues?)…

    Tja, so schnell kann es gehen…
    Ich muss mich dann doch bei der Lokalredaktion Bochum der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) entschuldigen.
    Vor wenigen Stunden machte ich mich im Blogbeitrag Gesammeltes aus dem Westen (WAZ gibt’s neue…


  3. (3) Kommentar by geldhai @ 21. Oktober 2008, 22:28 Uhr

    Das Internet wächst halt schneller als das Rechtsystem nachkommt…


  4. (4) Pingback by No Time To Think! - WAZ: Dessous und Volksbibeln? | Schiebener @ 24. Oktober 2008, 16:33 Uhr

    […] Fleißig zum Niedergang gebloggt wurde und wird im “Ruhrpott”. […]


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