Search:

Werbung:

Google+:

Archiv:


Jens Matheuszik — 28. September 2008, 23:38 Uhr

Ein Freistaat wird zum normalen Bundesland – Bayern hat gewählt


Am heutigen (noch kann ich das ja schreiben) Sonntag wurde in Bayern gewählt. Im Jahr 1 nach Edmund Stoiber hat die CSU historische Verluste eingefahren und nur noch 43,5 % erzielen können (minus 17,2 %).

Damit hat die CSU knapp weniger verloren als die SPD erzielt hat, denn die SPD hat mit 18,6 % auch ein historisch schlechtes Ergebnis erzielt (gegenüber der letzten Wahl minus 1 %). Insofern sollte auf sozialdemokratischer Seite der Jubel nicht ganz so groß sein, wiewohl es natürlich schon so ist, dass in der Vergangenheit das SPD-Ergebnis in Bayern eh unwichtig war.

Wobei das SPD-Ergebnis gar nicht mal sooo schlecht ist – es ist zwar das schlechteste Wahlergebnis der SPD in Bayern, aber angesichts der jetzt erstmals angetretenen SED/PDS/Linkspartei/wie auch immer der Verein gerade heißt, die aus dem Stand 4,4 % erzielen konnten, hatte ich sogar mit einen größeren Verlust gerechnet.

Ich persönlich rechne mit einer schwarz-gelben Koalition aus CSU und FDP (auch wenn letztere vom noch amtierenden Ministerpräsidenten Günter Beckstein im Wahlkampf wiederholt als Sicherheitsrisiko bezeichnet wurde). Natürlich wäre auch jetzt eine Viererkoalition möglich, aber ich glaube nicht so wirklich dran. Die FDP schmeißt sich ja jetzt schon unter der Aussage „Keine Experimente“ an den Rockzipfel der CSU. Ich sehe eine solche „Viererkoalition“ zwar nicht als unmögliche Aufgabe an, denn gerade auf gesellschaftspolitischen Themenfeldern müsste man sich in Bayern auch und gerade abseits der CSU einigen können.

Egal wer demnächst in Bayern Ministerpräsident wird oder bleibt – auf jeden Fall hat der heutige Tag die deutsche Parteienlandschaft durcheinander gewirbelt. War Bayern für die gesamte Union bei Bundestagswahlen fast immer eine sichere Bank, dürfte sich dies jetzt ändern. Insofern dürfte die heutige Landtagswahl auch in CDU-Kreisen für einige Sorgenfalten sorgen.
Wobei man dazu anmerken muss, dass die CSU-Erosion auf Bundesebene bereits vor genau 10 Jahren und einem Tag begann – denn am 27. September 1998 konnten SPD und Grüne die Bundestagswahl auch deswegen gewinnen, weil erstmals die CSU bei Bundestagswahlen unter 50 % erzielte.


5 Kommentare »

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI.

  1. (1) Pingback by 24stunden.de » CSU verliert die absolute Mehrheit @ 29. September 2008, 09:53 Uhr

    […] auch: Pottblog • Filterblog • Subjektivitäten • Tagesschau • SWR • ZDF Prognose • […]


  2. (2) Kommentar by Julian @ 29. September 2008, 11:02 Uhr

    Es gibt da einen einzigen Faktor, der diese Viererkoalition unmöglich macht: die FDP. Wann lassen die endlich den Rockzipfel der CDU/CSU los? Die gehen mir ja wirklich auf den Senkel.


  3. (3) Kommentar by blogsgesang @ 29. September 2008, 14:57 Uhr

    Ich denke auch, dass sich die SPD mit ihrem Ergebnis etwas in die Tasche lügt. Denn obwohl 200000 Wähler mehr an die Urnen gingen, verlor sie noch einmal 41234 Stimmen. Davon gewiss einen Teil an die Linkspartei, aber gerade das ist ja ihr Problem. Mehr:

    http://www.blogsgesang.de/2008/09/29/bemerkenswerte-botschaften-aus-bayern/


  4. (4) Kommentar by Jens @ 29. September 2008, 21:27 Uhr

    @Julian (2):
    Vor allem wo der bayerische Landesverband eher zu den linksliberalen Verbänden gehört.

    @blogsgesang (3):
    Ja, die SPD gehört zu den Verlierern der Wahl. Aber die CSU gehört eindeutig zur größeren Verliererin der Wahl.


  5. (5) Pingback by Bye, Bye, Volkspartei | kopfzeiler.org @ 29. September 2008, 23:29 Uhr

    […] nun alles anders und ich hätte nie geglaubt, dass sich Demokratie so ungewohnt anfühlen kann: Die CSU ist geschrumpft, gewaltig für bayerische Verhältnisse. Die FJS-Partei in einer Koalitionsregierung? In den […]


Schreib einen Kommentar

Line and paragraph breaks automatic, e-mail address never displayed, HTML allowed: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Mit dem Absenden eines Kommentars wird akzeptiert, dass der angegebene Name, die eMail-Adresse und die derzeit aktuelle IP-Adresse Ihres Internetanschlusses zusammen mit dem Kommentar gespeichert wird. Weiteres hierzu in den entsprechenden Datenschutzhinweisen.