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Jens Matheuszik — 18. August 2008, 07:23 Uhr

TV-Tipp: „Männer wie wir“


Männer wie wirAm heutigen Montag sendet RTL um 20.15 Uhr den Film Männer wie wir (den es natürlich auch als DVD gibt).

Bereits vor über zwei Jahren habe ich in dem Beitrag “Männer wie wir” – ältere Filmbesprechung und mit dem Alphabet hadernde Spieler von Borussia Dortmund über den Film berichtet und nachfolgend entnehme ich aus diesem Beitrag die Kurzfassung der Geschichte und meine Bewertung in kursiver Schrift.

Der namenlose BVB-Spieler, der mit dem ABC am Hadern ist, der taucht in diesem Beitrag jedoch nicht mehr auf, dafür muss man sich den Originalbeitrag durchlesen:

Kurzfassung der Geschichte:
Bäckersohn Ecki stammt aus einem kleinen Nest im Münsterland, spielt für sein Leben gern Fußball und ist Torhüter beim SC Boldrup. Dummerweise hat er den Aufstieg seines Clubs vermasselt und nachdem er bzw. vielmehr seine Mitspieler feststellen, daß er schwul ist wird er auch noch aus dem Club geschmissen. Familie und Dorf sind natürlich entsetzt. Doch er hat seinen ehemaligen Mitspielern eine Revanche versprochen – mit einem Team nur aus schwulen Fußballern. Die hat er nicht, die muß er noch suchen – im nahegelegenen Dortmund. Und dort versucht er dann ein Team aufzubauen, mit dem er seine frühere Mannschaft schlagen kann. Natürlich ist das ganze nicht so einfach, natürlich findet er doch auch einen Freund und natürlich kann man sich das Ende schon jetzt ausmalen.

Bewertung des Filmes:
Wenn man mich fragen würde welches Filmgenre typisch deutsch ist, dann würde ich „Komödie“ antworten. Insofern ist es fast nicht verwunderlich, daß auch dieser Film eine Komödie ist. Spätestens seit dem bewegten Mann hat man ja keine Probleme mit gleichgeschlechtlichen Filmen (wobei mir auffällt, daß das im Mainstream-Bereich primär dann schwul ist anstatt lesbisch – wobei es da demnächst mit Eine Hochzeit zu dritt auch was gibt).

Die Story ist zum größten Teil vorhersehbar – das macht jedoch eigentlich nichts aus, man wird trotzdem die ganze Zeit unterhalten und an der einen oder anderen Stelle verläuft die Story dann sogar doch anders als man sich das denkt.
Komödien leben vor allem von ihren Klischees – und bei einer Komödie über Schwule ist das natürlich nicht anders. So müssen die Lederkluftschwulen, die tuntigen Wattebäuschchenwerfer usw.usf. natürlich auch drin vorkommen und der grantelnde Opa (nicht im Sinne von Großvater) in Eckis Dorf bringt ja auch jeden schlechten Schwulen-Witz über seine Lippen – bis er von Eckis Vater dafür endlich aus der Bäckerei hinausgeworfen wird.

Die Charaktere sind glaubhaft und werden von den gut ausgewählten Darstellern gut präsentiert. Wunderbar ist z.B. Dietmar Bär als Eckis Vater, der sich ganz erschüttert über das Schwulsein seines Sohnes zeigt und in einem Anfall von Wahnsinn alles mögliche dafür verantwortlich machen will und – da er von dem Outing überrascht wurde – nach Anzeichen für die Neigung seines Sohnes sucht. Am besten finde ich dazu die Szene wo er ein etwas gewagteres Hemd aus dem Kleiderschrank seines Sohnes zieht und das quasi als Beweisstück in die Luft hält, bis Eckis Mutter (Saskia Vetter) ihrem erklärt, daß er früher – als ihm es noch paßte – genau dieses Hemd trug.
Auch die weiteren Charaktere wissen zu gefallen so z.B. David Rott als Zivi Sven in den sich Ecki (Maximilian Brückner) verguckt oder aber die Nebendarsteller wie Mariele Millowitsch oder vor allem Rolf Zacher als verbitterter und desillusionierter Fußballer, der plötzlich zum Trainer von Eckis Mannschaft wird.

Der Dreh des Filmes wurde von Borussia Dortmund unterstützt – was man ihm natürlich auch anmerkt, da die schwarz-gelbe Fußballoptik dominiert. Klar, er spielt ja auch in Dortmund. Insofern bietet der Film natürlich auch Wiedererkennungswert. Als jemand der im Münsterland aufgewachsen ist, muß ich jedoch eindeutig feststellen, daß zwar ein Name wie „SC Boldrup“ schon nach Münsterland klingt, aber dann hätte man den Film nicht im rheinischen Braunkohlerevier drehen sollen. Jedenfalls habe ich im Münsterland noch keinen für die Braunkohle stilistischen Schaufelradbagger gesehen, den man jedenfalls auf der Fahrt Eckis vom Münsterland nach Dortmund sieht. Und diese Strecke kenne ich.

Das ist jedoch nur ein Detailfehler am Rande, der meine Bewertung nicht ändert. Insgesamt finde ich den Film recht unterhaltsam, angesichts der vielen Klischees die manchmal arg überstrapaziert wirken dann aber zu betont klischeehaft. Ob das jetzt unbedingt der Stoff für die große Kinoleinwand war weiß ich nicht – zumindestens der Co-Sponsor RTL zeigt ja schon mal, wie man an einige der Schauspieler herangekommen ist und wo man den Film demnächst sehen wird. Insgesamt gesehen jedoch bekommt er von mir eine solide 3.

Wie man dem Text entnehmen kann kann ich den Film empfehlen und wiederhole hiermit meine damalige Empfehlung erneut.


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