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Jens Matheuszik — 23. Juni 2008, 12:23 Uhr

Vernünftiger Journalismus der WAZ Bochum? Beispiel: Herbert Grönemeyer


WAZ-LogoSeit einiger Zeit habe ich die WAZ abonniert und lese sie eigentlich recht gern. Gerade auch den Lokalteil von Bochum.

Dennoch habe ich hier im Blog auch die Lokalredaktion von Bochum das eine oder andere Mal kritisiert – vor allem in Bezug auf die Internet-Aktivitäten im Rahmen des WAZ-Portals DerWesten.de/bochum, welche sich meiner Meinung nach als „sehr ausbaufähig“ bezeichnen lassen dürften – siehe dazu auch den längeren Artikel WAZ Bochum macht auf Online: Ein Samstag voller Unzulänglichkeiten.

Einige der von mir angeprangerten Punkte sind zum Teil schon verbessert worden, bei anderen Themen hapert es noch und grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die WAZ-Lokalredaktion in Bochum den Internet-Auftritt de facto ignoriert, denn wie man mir seitens DerWesten.de versicherte, bekommt man als Lokalredaktion natürlich eine Mitteilung, sobald es Kommentare zu Artikeln gibt – da müßte man dann eigentlich auf Diskussionen wie hier reagieren.

Bisher war für mich die Devise klar: Print-Journalismus macht die WAZ Bochum gut, Online-Journalismus nicht. Inzwischen weiß ich nicht, ob der erste Punkt noch stimmt, denn angesichts zweier aktueller Ereignisse/Berichte komme ich ein wenig ins Grübeln. Ich bin kein Journalist und weiß daher nicht, ob das jetzt so üblich ist oder nicht.

Worum geht’s (zum ersten)?

Herbert Grönemeyers Konzert am Marienplatz

Bekanntlich trat am vergangenen Donnerstag Herbert Grönemeyer zugunsten der Bochumer Symphonie auf dem Marienplatz auf. Dabei sang er zweimal sein bekanntes Lied Bochum, was er auch eindrucksvoll begründete.

So habe er – nach seinem letzten Konzert in Bochum – sich von der hiesigen Presse einiges anhören müssen. Sie hätte nicht beschrieben, wie toll er gewesen sei – wo er das doch nach eigenen Angaben war – sondern nur, dass er Bochum nur einmal gespielt habe, und das auch noch am Anfang. Die lokalen Medien wären fast nur darauf eingegangen, was dazu geführt hatte, dass er sich schon Vorhaltungen machen lassen musste, ob er jetzt zu schnöselig sei, um Bochum in Bochum zu spielen und warum er das Lied gar nicht mehr spielen würde. Dabei hat er es doch gespielt, doch laut seinen Gesprächspartnern hätte ja in der Presse gestanden, dass es nicht so gewesen sei.
Deswegen wolle er nun bei seinem Kurzkonzert gleich nach dem ersten Mal noch ein zweites Mal Bochum spielen, damit sich diesmal ja keiner beschweren kann.

Worauf er anspielte? Wahrscheinlich auf Artikel wie den der WAZ namens Ohne „Bochum“ ließ er sie nach Hause.

WAZ Bochum: Herbie singt Bochum zweimalNatürlich berichtet die WAZ Bochum am nächsten Tag Herbert singt „Bochum“ zweimal (siehe auch das nebenstehende Bild). Die Begründung, die Grönemeyer vor Ort abgegeben hat, findet sich jedoch nicht in dem Artikel (und auch nicht in anderen der WAZ-Mediengruppe zum Thema – egal ob Print- oder Online-Ausgabe).

Ich frage mich jetzt ob es vernünftiger Journalismus ist, dass diese kleine, aber doch vorhandene, Medienkritik Grönemeyers komplett ignoriert wird? Wenn die Politiker oder Sportler über die Medien schimpfen, dann wird das doch auch berichtet (okay, nicht in jedem Fall).

PS: Aber wenigstens ist die WAZ Bochum inzwischen auch auf den Geschmack der Bilderstrecke gekommen: Herbie“ singt in Bochum… dürfte vielleicht zum Überholen von rp-online.de nicht schlecht sein, wenn man den ungekrönten Meister aller möglichen und unmöglichen Bilderstrecken in den positiven Aspekten nacheifert.

PPS: Das zweite Beispiel folgt morgen.


4 Kommentare »

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