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Jens Matheuszik — 31. Mai 2008, 19:17 Uhr

RWE-Chef will Eingemeindung aller Ruhrgebietsstädte zur neuen Großstadt Ruhr


RWE-Chef Großmann zur Kernkraft und zum RuhrgebietIn der heutigen Samstags-Ausgabe der WAZ findet man ein bzw. sogar zwei Interview(s) mit dem RWE-Chef Jürgen Großmann.

Abgesehen davon, dass er überlegt demnächst explizite Atomstraf-Tarife anzubieten, äußert er sich auch zur Diskussion über die Zukunft des Ruhrgebietes:

Abgetrennt vom Wirtschafts-Interview veröffentlichte die WAZ unter der Überschrift „Wir müssen eine Stadt sein wollen“ Großmanns Thesen zum Ruhrgebiet.

Demnach kennt er übrigens den neuen Slogan Ruhr ® (siehe hier) gar nicht und muss drüber lachen, obwohl er dafür sogar Geld bezahlt. Unter diesen Umständen kann man wirklich von einer toten Kampagne reden…

Das Interview ist recht interessant, dort heißt es z.B.:

Großmann: Provinzialität kommt leider aus allen Winkeln, zum Beispiel, wenn gesagt wird, es kann keine Metropole Ruhr geben, weil Schalke und Borussia Dortmund nicht aus einer Stadt kommen dürfen. In Greater London gibt es fünf Premier-League-Klubs, die sich bis aufs Messer bekämpfen und trotzdem sind es in ihrem Selbstverständnis alles Londoner. Das Ruhrgebiet ist die einzige Metropole der Welt, die schrumpft. Das sollte uns zu denken geben.

[WAZ:] Was tun?

Großmann: Wichtig ist vor allem eine Verkehrs- und Infrastrukturpolitik. Was hat den Aufstieg des Ruhrgebiets ermöglicht? Das waren die Gebietsreformen der 20er-Jahre. Duisburg ist entstanden durch die Eingemeindung von Ruhrort und Hamborn. Heute sind wir dazu nicht mehr in der Lage. Die letzte Gemeindereform war in den 70-ern. Heute kann man offenbar Strukturwandel nicht mehr machen und akzeptiert auf Ewigkeit Herne 5.

Er betont dass das Ruhrgebiet eine Stadt werden soll und das man das selber als Ruhrgebiet wollen sollte. Als Namen schlägt er „Ruhr“ vor und den eigentlichen Stadtnamen dann zur genaueren Verortung nutzt.

Meine Meinung dazu:

Ich begrüße diese Idee sehr!

Ich denke eine stärkere Zusammenarbeit wird wirklich notwendig. Ich befürchte jedoch nur, dass es dazu so schnell nicht kommen wird. Großmann hat die letzten Gebietsreformen im Ruhrgebiet angesprochen – die sind ein gutes Stichwort um die Zweifel zu begründen.
Ich wage es nämlich zu bezweifeln, dass jemand den Mut der damaligen SPD/FDP-Koalition aufgreift, und erneut solche Schritte unternimmt. Einerseits zeigen die Erfahrungen, dass vor Ort oft Ressentiments bestehen (als Stichworte seien da mal nur Bochum und Wattenscheid genannt) und andererseits ist die derzeitige CDU/FDP-Koalition noch nicht einmal in der Lage ihr eigenes Wahlversprechen – die Schaffung eines gemeinsamen Regierungsbezirkes für das Ruhrgebiet – einzuhalten.

Wenn selbst eine solche organisatorische Regelung, die mit keinerlei Emotionalität verbunden ist (welcher normale Bürger des Ruhrgebiets schert sich schon darum, in welchem Regierungsbezirk er wohnt, bzw. geschweige weiß es denn genau?) nicht getroffen wird, wie sollte denn dann der größere und weitergehende „Großmann-Plan“ funktionieren?
Denn mit seiner Stadt (ob nun Bochum, Dortmund, Essen usw.) identifiziert man sich – mit dem Regierungsbezirk (RegBz) Arnsberg, Düsseldorf oder Münster sicherlich nicht.


5 Kommentare »

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