Search:

Werbung:

Google+:

Archiv:


Jens Matheuszik — 6. April 2008, 11:23 Uhr

Wo waren Sie, als Nobby Dickel Pokalheld wurde?


DerWesten - BVB im DFB-Pokalfinale 1989DerWesten hat im Rahmen seines Spezials zum Thema Borussia Dortmund (BVB) im DFB-Pokalfinale einen Aufruf gestartet.

Getreu dem Motto Wo waren Sie, als Nobby Dickel Pokalheld wurde? sollte man sich per Mail dort mit eben der entsprechenden Geschichte melden. Neben einigen Kommentatoren direkt dort haben einige auch gemailt – unter anderem ich. Die Geschichte wurde veröffentlicht (siehe auch das Bild oben links):

In Omas Wohnzimmer abgeschoben – so hat DerWesten das ganze genannt, hier jetzt der dazugehörige Text:

An dem Tag als Nobby Dickel zum Pokalhelden wurde war ich – ganz weit weg:

Genau 500 km (laut Google Maps) entfernt saß ich als Elfjähriger bei meinen Großeltern im Wohnzimmer in Recklinghausen und schaute mir das Spiel eher beiläufig auf dem Fernseher an.

Wenn ich mich recht entsinne, wurde das Spiel damals auf SAT.1 übertragen – was für mich wohl die erste Begegnung mit diesem Sender und dem (damals) riesengroßen regenbogenfarbenen Ball in der Bildecke war.

Der Rest der Familie hingegen war in Berlin (und hat mich de facto „abgeschoben“, auch wenn das jetzt härter klingt, als es gemeint ist):
Meine Eltern wie auch meine Schwester flogen damals mit einer ausländischen Fluggesellschaft nach Berlin (da man zu der Zeit, wo es die DDR noch gab, nur mit Fluglinien der vier Alliierten nach Berlin fliegen konnte). Was meine Schwester damals sauer machte – zwar war man schneller da, aber die via Transitstrecke einreisenden BVB-Fans bekamen die aufblasbaren knallgelben Bananen, die damals im Stadion zahlreich zu sehen waren. Per Flugzeug anreisende Fans gingen leer aus.

Am Flughafen angekommen stiegen sie ins Taxi und der Taxifahrer zeigte eindrücklich, was die Berliner Schnauze ist. Angesichts von ziviler und keinesfalls schwarzer oder gelber Kleidung (bzw. grün-weißer – die Fischköppe aus Bremen waren ja auch im Finale) lästerte der Taxifahrer erstmal länger über die „verrückten Fußballfans“ die jetzt schwarz-gelb bzw. grün-weiß Berlin bestürmen würden. Auf den Monolog folgte dann erst die Frage „Und was machen Sie in Berlin?“ und nach der dann erteilten Antwort erstmal ein langes Schweigen…

Vor dem Spiel selbst gab es eine Situation, die man heute angesichts von eBay-Preisen von bis zu 400 Euro für eine Karte kaum glauben kann:
Tickets für das Spiel wurden zum Teil kostenlos verteilt. Zwar wollten viele dort ihre Karten verkaufen – doch die meisten angereisten Fans hatten schon ihre Karten, so dass einige der fliegenden Händler am Ende die Tickets sogar einfach so abgegeben hatten.

Das Spiel und das Ergebnis ist bekannt – und nachher ging dann das Feiern los. Berlin war voller Fans, so voll, dass das Abendessen nach dem gewonnenen Spiel erst um ein Uhr nachts auf dem Ku’Damm genossen werden konnte… und irgendwann wurde ich dann aus meiner „Abschiebung“ abgeholt.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2008 und wer bei mir im Pottblog oder bei Revier-Derby mitliest, der weiß, dass ich jetzt das Spiel nicht vor dem Fernseher sehen möchte, sondern live. Und so haben meine Eltern und ich bereits Karten bestellt. Ob es klappt, wird sich noch zeigen – die gebuchte Reise über das BVB-Reisebüro (mit einem deutlich dreistelligen Preis) kommt nur zustande, wenn mindestens 240 Personen buchen.

Kleiner Hinweis an meine Eltern: Nachdem ihr 1989 für meine Schwester das ganze bezahlt habt, müsstet Ihr doch eigentlich auch jetzt für den kleinen Bruder der Schwester (die diesmal nicht mitkommen kann) das ganze bezahlen, oder?


2 Kommentare »

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI.

  1. (1) Kommentar by Helmut Walschus @ 14. April 2008, 21:26 Uhr

    Ich war damals genauso wie am 19.04 wieder im Olympiastadion Berlin.Ich hatte nach dem Sieg sofort die Hoffnung,das jetzt eine andere Zeit beginnt,was den Fußball in Dortmund betrifft.Das hoffe ich jetzt natürlich durch die sichere Uefa-Cup teilnahme auch. Die Krönung wäre dann natürlich ein Sieg gegen die Bayern und der Pott ist in Dortmund. Dann können auf lange Sicht die nächsten Projekte angegangen werden. Ich kann zwar nicht beurteilen,wann der nächste Meister aus dem Pott kommt,bin mir aber ziemlich sicher,das er Schwarz-Gelbe Farben tragen wird.


  2. (2) Kommentar by Jens @ 17. April 2008, 12:00 Uhr

    @Helmut:
    Wenn eine andere Zeit beginnt, dann kann es ja nur besser werden. 😉


Schreib einen Kommentar

Line and paragraph breaks automatic, e-mail address never displayed, HTML allowed: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Mit dem Absenden eines Kommentars wird akzeptiert, dass der angegebene Name, die eMail-Adresse und die derzeit aktuelle IP-Adresse Ihres Internetanschlusses zusammen mit dem Kommentar gespeichert wird. Weiteres hierzu in den entsprechenden Datenschutzhinweisen.