Search:

Werbung:

Google+:

Archiv:


Jens Matheuszik — 19. März 2008, 07:23 Uhr

BarCamp Ruhr-Session: Gute und schlechte Blogger bei DerWesten und viele Zitate


BarCamp RuhrAm ersten Tag des BarCamps Ruhr fand unter anderem die Session Gute Blogger – schlechte Blogger. Community Management und Bloggerakquise bei DerWesten.de im Saal „Mülheim (an der Ruhr)“ statt.

Die Session hielt Thomas Lau, Community-Manager von DerWesten.de, der sich in der Vorstellungsrunde (ab 00:43) mit den Schlagworten „DerWesten, Bloggen und Geld verdienen“ präsentierte.
Dabei plauderte er ein bißchen aus dem Nähkästchen des Westens. So erfuhr man z.B, dass die erfolgreichsten Blogs bei DerWesten.de rund 1000 Visits oder Page-Impressions am Tag hätten…
(Anmerkung: ich meine Visits wäre gesagt worden – in meinen Notizen steht leider nur „1000/Tag“)

Ein wenig habe ich schon in diesem Beitrag das Thema angeschnitten – wie versprochen gibt es jetzt den etwas ausführlichen Blogbeitrag:

Mülheim an der RuhrZu Beginn erklärte Thomas Lau, inwiefern Blogs bei DerWesten.de eingebunden sind – einerseits als Blogs, die jedes Community-Mitglied schreiben kann, als auch andererseits spezielle thematische Blogs, die z.B. auch im Rahmen der DerWesten-Navigation auftauchen und für die das Schreiben honoriert wird, so diese Blogs nicht von Mitarbeitern der WAZ-Mediengruppe stammen.

Danach gab Thomas Lau an, welche Blogs er sich für DerWesten noch wünschen würde – so wie ich das verstanden habe fast alles Adaptionen von erfolgreichen US-Blogs, ob nun zum Thema Feminismus (sinngemäß: „nicht im Alice Schwarzer-Stil“), Partyfotografie oder Mode.
So würde es z.B. einen US-Blogger geben, der wildfremde Personen, die ihm gefallen, auf der Straße anspricht und ins Blog setzt:

„[Der fotografiert Leute, ] Die interessant aussehen. Also ästhetisch nicht benachteiligt sind.“

So ein Blog würde DerWesten auch gerne haben. Am Rande wurde dabei erwähnt, dass DerWesten noch sehr viel Luft nach oben für neue Blogideen hätte und er sich freuen würde, wenn solche Blogs dort zu finden sein werden, die man vermissen würde.

Als Tipp an potentiell von DerWesten.de zu bezahlende Blogger schlug er vor, dass man als Blogger ein Konzept und eine Art „Vorstellungsmappe“ erstellt, welche die eigenen Qualitäten unterstreicht, damit potentielle Kunden wie DerWesten es einfacher haben.

Später wurde auch noch erwähnt, welche Blogs man bei DerWesten eher nicht wünscht. Auf die Frage wie es mit politischen Blogs bei DerWesten.de aussehen würde, hieß es:

„Dem steht die Konstruktion von DerWesten entgegen. Die Leute vom Print sind da sehr feinfühlig. Das ist ein Prozess, der noch am wachsen ist.“

Das Argument habe ich nicht ganz verstanden, denn eigentlich berichtet ein Großteil der derzeitigen Blogs bei DerWesten derzeit über Themen, bei denen die Print-Redaktionen unter Umständen „feinfühlig“ reagieren könnten.

Weiter hieß es, dass man auch keine Fußball-Blogs mehr haben möchte. Der Satz

„Ich habe kein Bock auf ein neues Fußballblog, egal wie gut es geschrieben ist.“

erklärt dann wenigstens das Schweigen im Walde Westen. Worauf das Schweigen?
Auf meine Zusage zur WAZ-Anfrage, ob ich bei einem bestimmten Blog mitarbeiten würde bzw. auf das daraufhin verschickte Blogkonzept – worauf ich weder eine Antwort erhielt, noch gar ein konkretes Blogprojekt daraus entstand.

Natürlich wurde auch (mal wieder…) der Unterschied zwischen Journalisten und Blogger gezogen bzw. versucht zu ziehen, wobei ich mich nicht der Meinung Laus anschließe, dass Journalisten keine Blogger sind. Es gibt einige Journalisten die meiner Meinung nach ausgezeichnet bloggen. Auch teile ich nicht die Meinung, dass z.B. Anke Gröner und BILDBlog keine Blogs seien, nur weil es dort keine Kommentarfunktion gibt.

A propos Kommentare: Bei den DerWesten-Blogs gibt es zwar Kommentare, aber oft nicht viele, was von Thomas Lau mit dem noch jungen Alter begründet wurde.

„Es gibt ja einige A-Blogger die mit Fake-Kommentaren arbeiten!“

Fake-Kommentare seien jedoch nicht die Sache des Westens. Ein Teilnehmer der Runde meinte nachher dann bzgl. der Kommentare, dass DerWesten sich dahingehend nicht aus dem Fenster lehnen solle, da die meisten sogenannten Blogs und deren „Schreiber“ keine Kommentarkultur hätten.

Angesichts des Sessionthemas war es natürlich für die Leute schon interessant zu erfahren, was man als Blogger beim Westen verdient. Abgesehen davon, dass man erfuhr, dass DerWesten mehr zahlt als alle anderen, wurde diese Frage nicht wirklich beantwortet.
Zwar weiß man seit der Session, was man nicht verdient (2500 Euro pro Woche – dies hatte jemand gefordert), aber was man genau bekommt ist Verhandlungssache und hängt vom Thema des Blogs und der Postingfrequenz ab.

Die Tarife orientieren sich jedoch an den Tarifen für die freien Mitarbeiter der WAZ-Mediengruppe, was damit zusammenhängt, dass deren Arbeit nicht „entwertet“ werden soll. Leider erfuhr man nicht, was bzw. wie ein freier Mitarbeiter der WAZ-Mediengruppe verdient, dahingehend fiel nur das Wort „schlecht“ in der Runde. Stattdessen konnte man erfahren, dass man die Inhalte am besten exklusiv an DerWesten.de abtreten soll (was mich jetzt persönlich nicht wundert), aber auch, dass man nach einer potentiellen Trennung vom Westen seine Inhalte nicht einfach mitnehmen kann – vulgo „löschen“. Das wundert mich noch weniger.

Interessant wurde es am Ende der Session, als man erfuhr, dass DerWesten bzw. wohl eher die Firma WAZ NewMedia seit einem Monat finanziell auf eigenen Füßen steht:

„Wir sind seit einem Monat finanziell unabhängig vom Haupthaus. Das Haus lässt uns ziemlich – noch – schalten und walten.“

Dies sei etwas, was SPIEGEL ONLINE (deren Website im Vergleich zum Westen als einfach beschrieben wurde) erst nach vielen Jahren geschafft habe. Ein meiner Meinung nach etwas verwegener Vergleich – SPON mag zwar vielleicht einfacher gestrickt sein (auch wenn ich das nicht beurteilen kann) – aber das was SPON technisch macht, das macht SPON richtig.

Fazit

Das Fazit zu ziehen ist nicht gerade einfach – irgendwie hatte ich die ganze Zeit den Eindruck, dass das Thema der Session nicht wirklich angesprochen wurde. Was sind gute Blogger? Was sind schlechte Blogger? Auch wie man (wieviel) Geld beim Westen als Blogger verdient konnte nicht einmal ansatzweise in Erfahrung gebracht werden. Niemand wollte wohl dort cent-genau erfahren, dass Blogger X im Monat die Summe YYY,YY Euro erhält – aber eine grobe Hausnummer wäre schon gut gewesen.

Weitergehende Diskussionen

Sowohl bei diatriba.de als auch bei powerbook.blogger.de gibt es sehr interessante Beiträge und Diskussionen zur Session.


28 Kommentare »

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI.

    Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website.

    Erfahre mehr über die Fehlerbehebung in WordPress.