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Jens Matheuszik — 5. März 2008, 07:46 Uhr

Im Ruhrgebiet wird heute gestreikt


ver.di macht DruckGestern machte die WAZ Bochum mit der Schlagzeile Verdi erhöht den Druck auf und berichtet über den für heute geplanten Streik im Ruhrgebiet (siehe auch hier).

Bei der gestrigen pl0gbar wurde ich gefragt, ob ich den Streik erklären könne.

Daraufhin habe ich folgende zwei Punkte genannt:

  • 1. Man fordert eine Lohnerhöhung um 8 %
    Seit Jahren gab es im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen keine Lohnerhöhungen mehr – eher im Gegenteil. Das Gehalt ist nämlich nicht stagniert (was angesichts der Inflation schon schlecht genug wäre), sondern tatsächlich gesunken. Das kann man recht einfach erkennen wenn man die Steuererklärung macht und dann das ganze mit Vorjahren vergleicht.
    Insofern ist das meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Grund für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sich für mehr Geld einzusetzen.
  • 2. Keine Arbeitszeitverlängerung
    Die Arbeitgeber bieten zwar 5 % mehr an – verbinden das jedoch gleichzeitig mit einer Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit. Es ist natürlich auf den ersten Blick harmlos, wenn man fordert, dass man ein paar Minuten mehr am Tag arbeitet. Rechnet man das jedoch auf das ganze Jahr um wird das deutlich mehr und was noch viel bedeutender ist: Jede Arbeitszeitverlängerung bedeutet weiteren Stellenabbau. Denn die Arbeitsmenge X wird mit einer bestimmten Wochenarbeitszeit von Y Beschäftigten erzielt. Wird die Wochenarbeitszeit erhöht braucht man für die selbe Arbeitsmenge weniger Leute. Das ist auch der Grund warum es z.B. in Krankenhäusern immer weniger Pflegepersonal gibt und die verbliebenen Beschäftigten immer mehr zu arbeiten haben.

Das sind meiner Meinung nach nur die beiden wichtigsten Punkte.

Auf die Frage, warum das jedoch seitens der Gewerkschaften nicht so erklärt wird, konnte ich jedoch nicht antworten – denn grundsätzlich informieren die Gewerkschaften schon darüber:

Im Internet findet man unter streik.tv von ver.di einen Video-Podcast, der über die aktuelle Tarifrunde informiert und bei genuggespart.de erfährt man an vielen Beispielen, dass im öffentlichen Dienst genug gespart wurde.

Nur manche dieser Informationen kommen halt in den „klassischen Medien“ nicht richtig ‚rüber – was vielleicht auch an dem einen oder anderem Medium liegt…

Ich finde es jedoch gut, wenn die Gewerkschaften auch auf solche Informationswege wie Video-Podcasts setzen, denn der (Zitat von gestern) „Schnauzbärtige Gewerkschafter im Müllbeutel vor einer brennenden Tonne“ ist doch eher vergangenheitsorientiert.


3 Kommentare »

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