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Jens Matheuszik — 7. Februar 2008, 18:42 Uhr

Spickmich.de: Fluch oder Segen?


Aus aktuellem Anlass (dazu später mehr) freue ich mich, dass Lukas in seinem Beitrag Für das Leben über das Lehrerbewertungsportal spickmich.de geschrieben hat.

Spickmich.de?
Das ist eine Internet-Seite, bei der sich Schülerinnen und Schüler anmelden können um dort ihre Schule aber und vor allem auch das Lehrpersonal zu bewerten. In Kategorien von „guter Unterricht“ (wie immer das definiert wird – dazu aber auch später mehr) über „faire Prüfungen“ bis hin zu „beliebt“ kann man seine Lehrerinnen und Lehrer beurteilen.

Das ganze läuft übrigens nicht direkt öffentlich ab – wenn man weiß, dass Person X Lehrerin an der Schule Y in der Stadt Z ist, dann kann man nicht so einfach danach via Suchmaschine hingelangen, da man sich bei spickmich.de erst einmal als Schüler anmelden muss. Vielleicht nicht gerade als Max Müller

Ich persönlich begrüße solche Seiten – und weiß, dass man damit in ein Wespennest stoßen kann. Unlängst feierte ich 10-jähriges Abitur und bei der Party traf man viele ehemalige Mitstreiterinnen und Mitstreiter die inzwischen „die Seiten gewechselt“ haben und selber unterrichten. Dahingehend war natürlich spickmich.de auch Gesprächsthema. Während die einen spickmich.de grundsätzlich gut fanden und teilweise sogar stolz auf schlechte Noten waren („Was will ich eine gute Note in faire Prüfungen haben? Nachher heißt es noch, die wären zu einfach!“) waren andere ganz stark dagegen.

Wenn es vor über 10 Jahren so etwas schon gegeben hätte, ich hätte das gerne genutzt. Und sicherlich nicht nur um vereinzelt einigen Lehrern „einen reinzuwürgen“. Gute Lehrer (ja, die gibt es auch!) hätten auch gute Noten bekommen. Man kann natürlich bei spickmich.de immer von der angeblichen Feigheit der Schüler sprechen – aber ganz ehrlich: Wer glaubt denn, dass alle Lehrer die (ob nun zu recht oder zu unrecht) eine schlechte Beurteilung bekommen damit souverän umgehen können, wenn sie wissen, von wem die Beurteilung stammt?
Ich erinnere mich daran, dass es damals auch schon bei manchen Lehrern Feedbackbögen gab, auf denen man anonym angeben konnte, was einem gefallen hat und was nicht. Die waren so anonym, dass teilweise manche Lehrer die Handschriften verglichen…

Das einzige was ich bei spickmich.de nicht mag ist die „Schwammigkeit“ mancher Notengebungen: Was ist denn jetzt ein guter Unterricht und was nicht? Doch auch hier herrscht „Waffengleichheit“ oder glaubt jemand, dass die Benotung von Schülern immer objektiv abläuft? Ich kann mich da an Vorfälle (nicht unbedingt in Bezug auf meine Person) erinnern, die schon irgendwie … merkwürdig waren.
Spätestens mit Einführung der lächerlichen Kopfnoten wo man noch nicht einmal den Hauch einer Überprüfbarkeit hat (ansonsten kann man ja bei der Notengebung immer noch auf Noten in schriftlichen Tests, Klausuren usw. verweisen), ist dieses Argument also hinfällig.

Übrigens – der aktuelle Anlass für diesen Beitrag ist, dass ich gerade festgestellt habe, dass zwei nahe Anverwandte (man könnte sie auch als „Elternfraktion“ bezeichnen) immer noch nicht bei spickmich.de aufgelistet sind und es jetzt wohl auch nicht mehr werden.

Aber wenn ich mir die Einträge bei der Wolfhelmschule, der Gesamtschule der Stadt Olfen, sowie der Fridtjof-Nansen-Realschule in Castrop-Rauxel anschaue, dann sind da sowieso noch nicht viele Schüler aktiv.


3 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by el-flojo @ 7. Februar 2008, 19:45 Uhr

    Ich gehöre auch zu den Leuten, die spickmich.de gut finden. Und das obwohl ich ja demnächst (wenn ich mich denn mal zum Examen aufraffen kann) zur Zielscheibe gehöre.
    Ich find’s immer wieder erschreckend, wie viele Leute hier das Ende des Abendlands sehen, ohne wirklich eine Ahnung zu haben, um was es eigentlich geht.
    Aber das ist leider auch genau die Art von medienkompetenten Leuten, die Bilder grundsätzlich in Word-Dateien verschicken, damit man das Bild auch ausdrucken kann. Muss ich mehr sagen? :-(


  2. (2) Kommentar by Hannes @ 7. Februar 2008, 21:47 Uhr

    Lest mal beide die Artikel hier:
    http://jens.familie-ferner.de/index.php?serendipity%5Baction%5D=search&serendipity%5BsearchTerm%5D=spickmich.de

    Der Reihe nach und in Ruhe.

    „Ich find’s immer wieder erschreckend, wie viele Leute hier das Ende des Abendlands sehen, ohne wirklich eine Ahnung zu haben, um was es eigentlich geht.“
    Bist du sicher, dass du verstanden hast worum es geht? Das Ende des Abendlandes sieht auch der obige Link nicht, trotzdem ist Kritik angebracht. Informiere dich mal.


  3. (3) Kommentar by Jens @ 8. Februar 2008, 20:40 Uhr

    @Hannes:
    Also spickmich.de als „Schufa light“ zu bezeichnen halte ich aber auch nicht für ganz korrekt.


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