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Jens Matheuszik — 3. Februar 2008, 15:28 Uhr

Ein Boykott von Nokia hätte wohl keinen Erfolg


Nokia verarsching peopleDas finnische Unternehmen Nokia will sein Handy-Werk in Bochum schließen – damit hat Nokia für Aufsehen gesorgt.

Im Gegensatz zu anderen Firmen hat Nokia in Bochum schließlich gute Geräte hergestellt, schwarze Zahlen und nicht gerade geringe Gewinne erzielt. Da wundert es dann nicht, dass überall Boykottaufrufe formuliert werden. Zahlreiche Politiker haben ihre Nokia-Handys zurückgegeben und erwägen in ihren Verwaltungen keine Nokia-Handys mehr anzuschaffen. Angesichts der herrschenden Vergaberichtlinien kaum ein Problem, da sich Handy-Preise mit 0,- oder 1,- Euro eigentlich überall gleichen…

In der heutigen Welt am Sonntag (siehe Bild) wird jedoch erklärt, warum ein Nokia-Boykott hierzulande keinen Erfolg hätte. Den Artikel gibt es auch online unter Boykott von Nokia-Handys hat kaum eine Chance. Dort erfährt man, warum ein Boykott keine Chancen hätte:

„Über den Status eines bloßen Aufrufs kommen solche Boykotte meistens nicht hinaus, sagt Psychologe Friedman. Denn zwei elementare Bedingungen seien oft nicht erfüllt. Der Grund für die Kaufblockade muss für jedermann auf den ersten Blick nachvollziehbar sein; zugleich muss der Kunde das Gefühl haben, sich auf die gute Seite einer Sache zu schlagen. „Im Fall Nokia ist das der Fall“, sagt der Forscher. „Verlorene Arbeitsplätze sind eingängig, etwas dagegen zu tun ist ein guter Grund.“ Doch das reiche nicht. Denn der Boykottaufruf müsse entweder durch Politiker oder eine Organisation kontinuierlich angeheizt werden. „Es muss jemand geben, der das Thema in den Medien hält und aufsehenerregende Ereignisse schafft.“ Dazu sei oftmals Geld nötig; ohne finanzielle Mittel habe es ein Boykott daher schwer. Auch wenn eine Internetseite nach der anderen gegen Nokia auftaucht: Eine zentrale Steuerung des Protests fehlt bislang.“

Letzteres sollte sich dennoch realisieren lassen – so gibt es z.B. auf der Kampagnenseite No Nokia der NRWSPD bereits über 18.000 Unterstützer.

Faszinierend jedoch, was am Ende des Artikels noch steht:

Der Deutschlandchef von Netzbetreiber T-Mobile, Philipp Humm, bestätigte denn auch diese Woche den schleppenden Nokia-Boykott: „Wir stellen keinen Absatzrückgang fest.“

Das sieht man teilweise vor Ort ganz anders… auch ich selber habe andere Erfahrungen gemacht.


7 Kommentare »

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