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Jens Matheuszik — 9. Januar 2008, 20:19 Uhr

DerWesten: Weniger als die Summe seiner Teile (aktualisiert)


DerWesten - stilisiertes Absturz-WViel beachtet war der Start von DerWesten, dem neuen Internet-Portal der WAZ-Mediengruppe, welches schon recht häufig hier Thema im Pottblog war.

Dabei vereinigt die neue Seite die bisherigen Internet-Auftritte von gleich fünf eigenständigen Zeitungen auf einmal – als da wären die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), die Westfälische Rundschau (WR), die Westfalenpost (WP), die Neue Ruhr/Rhein-Zeitung (NRZ) und auch noch die Iserlohner Kreis-Zeitung (IKZ).

Da die bisherigen Seiten wie z.B. waz.de auf das neue Portal umleiten sollten die Besucherzahlen eigentlich mindestens konstant bleiben (wenn nicht sogar steigen) – doch sie sinken.
Dies meldete u.a. der Branchendienst turi2.de. Laut ivwonline.de kam das neue Internet-Portal im Dezember 2007 auf 15.980.195 Page Impressions. Eine eindrucksvolle Zahl – wenn man sie jedoch mit den Werten der einzelnen Titel vergleicht, dann ist das jedoch nicht mehr so rosig. So schreibt kress.de hierzu:

Addiert man die PIs, die die fünf Vorgänger-Websites […] im Dezember 2006 erreichten, waren das 17,7 Mio. […] ein bitteres Minus von fast 10% – und das in Zeiten, in denen fast alle großen Nachrichtenwebsites ihre Vorjahreszahlen deutlich verbessern.

Die Detailaufschlüsselung weist übrigens rund 12,3 Mio PIs für redaktionellen Content, etwas mehr als 1,3 Mio PIs für E-Commerce, knapp 1,3 Mio PIs für nutzergenerierte Inhalte und jeweils unter 0,5 Mio PIs für Spiele und Suchmaschinen/Verzeichnisse/Auskunftsdienste.

Warum die Zahlen für DerWesten.de im Dezember gesunken sind, kann ich mir auf den ersten Schritt nur damit erklären, dass viele Nutzer gerade der Lokalseiten im Internet mit dem neuen Portal weniger gut zurechtkommen als mit den ursprünglichen Titeln und dadurch die Seiten weniger oft ansteuern als früher:

Zum Teil kann das natürlich aber auch daran liegen, dass früher Inhalte generiert (und gelesen) wurden, die es jetzt nicht mehr gibt:
So war ich früher z.B. ein eifriger Leser der WAZ-Berichte aus Olfen. Diese (und weitere) Lokalausgabe/n wurde/n jedoch eingestellt und durch einen neuen überregionalen Teil namens Unser Vest ersetzt, der – zumindestens aus meiner Olfener Sicht – nicht mehr lohnenswert ist und sicherlich zur einen oder anderen Abokündigung geführt hat.

Ein weiterer Punkt für sinkende Zahlen könnte auch sein, dass z.B. die ganzen alten RSS-Feeds der einzelnen Lokalteile nicht umgestellt wurden und somit die Abonnenten gar nichts von neuen Artikeln erfahren.

Außerdem scheinen auch manche Lokalredaktionen das Potential, welches DerWesten.de hat, nicht wirklich nutzen zu wollen. Jedenfalls steht z.B. noch heute, am 9. Januar 2008, ein Artikel vom November 2007 auf der Bochumer Übersichtsseite – wobei dieser Artikel auch im neuen Bochum-Feed (mit samt seinen Vorgängern) überdauert (siehe auch hier).

Neben fehlenden Verlinkungen in Lokalartikeln, fehlenden Geotags usw. sind das meiner Meinung nach Punkte die leider gegen DerWesten.de sprechen – und die Besucherzahlen scheinen es zu beweisen. Ich denke es wäre jedoch verfrüht einen Abgesang zu schreiben – wenn das ganze Potential genutzt wird, kann DerWesten immer noch zu einem „must see“-Angebot im Netz werden. Zahlreiche Detailverbesserungen in den letzten Wochen und Monaten sprechen ja auch dafür – und nicht umsonst sinkt das stilisierte W oben im Logo nicht nur… ;)

Nachtrag: SPIEGEL Online berichtet inzwischen auch – im Artikel „Der Westen“ kostet die WAZ Leser, in dem auch Katharina Borchert zum Verlust der PIs Stellung nimmt. Demnach sind vor allem die technischen Gründe im Dezember ausschlaggebend gewesen.


77 Kommentare »

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