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Jens Matheuszik — 6. Januar 2008, 19:09 Uhr

Generation Pleite – Was tun, wenn das Geld nie reicht? Geldprobleme, wo sie herkommen und wie man sie vermeidet


Dieser Beitrag erschien ursprünglich bei Westropolis, dem Kulturportal der WAZ-Mediengruppe, welches zum 1. Januar 2011 seine Pforten schließt.

Bei "Generation Pleite" des Autoren Matthias Müller-Michaelis handelt es sich um einen Ratgeber mit (Eigenaussage) "1000 Tipps für den richtigen Umgang mit Geld". Müller-Michaelis verdeutlicht an einfachen Beispielen warum die Menschen immer mehr glauben, dass sie weniger Geld zur Verfügung haben und warum viele, die man als Normalverdiener bezeichnen könnte, dennoch Probleme haben mit ihrem Geld auszukommen.

Das Buch ist in zwei Teile gesplittet: Im ersten Teil wird u.a. anhand von Statistiken leicht eingängig erklärt, warum viele Menschen meinen mit ihrem Geld nicht auszukommen, während der zweite Teil Lösungsansätze darstellt.

Woran liegt es, wenn das Einkommen nie langt

Er beginnt mit einigen Grundlagen und erläutert z.B. die Kaufkraftfalle, denn aufgrund der gesunkenen Kaufkraft bzw. der gestiegenen Inflation haben sich Lohnerhöhungen nicht wirklich ausgewirkt. Auch zeigt er anhand einfacher und nachzuvollziehender Beispiele, das man z.B. heutzutage mehr Geld ausgibt als früher:
Während man bis Anfang der 90'er Jahre ohne Probleme auch mal nicht erreichbar sein konnte, gibt es statistisch gesehen inzwischen in Deutschland mehr Handys als Einwohner. Wer für die Handynutzung durchschnittlich 20,- Euro im Monat ausgibt hat am Ende des Jahres Kosten von 240,- Euro, die man früher in dieser Form nicht hatte. Bei einer vierköpfigen Familie können so mal fast 1000,- Euro zusätzliche Kosten im Jahr die Familienkontos belasten, die man vorher nicht berücksichtigen mußte, da man in Zeiten von A- und B-Netz als "Normalsterblicher" kein Handy (oder Funktelefon, wie es damals noch hieß) besaß.

Auch die Kosten für das Internet wurden früher im Haushaltsbudget nicht berücksichtigt – heute reißen einem Flatrates mal locker dreistellige Summen (auf's Jahr gerechnet) aus dem persönlichen Budget.

Mit cleverem Finanzmanagement aus der Pleite

Nachdem diese (und weitere) Grundlagen erklärt worden sind geht es gleich an die Behebung. Der Autor zeigt hier exemplarisch auf, wie man besser mit seinem Geld umgehen sollte. Als erstes steht natürlich eine Art Kassensturz an – in allen Bereichen. Um finanzielle Überraschungen zu vermeiden wird eine Ausgabenplanung empfohlen und man erfährt worauf man bei Geldgeschäften mit der Bank achten sollte, was man für die Zukunftsplanung im Alter bedenken sollte und wie man dem eigenen Nachwuchs den Umgang mit Geld beibringt. Letzterer Punkt ist für den Autoren essentiell, denn seiner Meinung nach ist es leider offensichtlich, dass der falsche Umgang mit Geld gerade in der Kinder- und Jugendzeit gelegt wird und man oftmals in der Schule kaum darauf vorbereitet wird.
Im letzten Kapitel des zweiten Teils widmet sich der Autor dem Krisenmanagement, falls einem – trotz Berücksichtigung der Tipps aus diesem Buch – der Konkurs droht.

Im Anschluß gibt es im Anhang von A wie Anwaltssuche über H wie Haushaltsbuch bis Z wie Zuschüsse (vom Staat) Stichpunkte, wo man für bestimmte Anlässe Hilfe finden kann.

FAZIT

Das Buch ist zwar locker und unterhaltsam geschrieben, informiert dennoch gut über finanzielle Grundlagen. Das Buch scheint gut recherchiert zu sein und weist meiner Meinung nach keine groben Schnitzer auf (bis auf die Tatsache, dass schon seit geraumer Zeit Rechtsanwälte nicht mehr nach der Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung (BRAGO) abrechnen, wie es im Buch im Text "Hilfe in Streitfällen" heißt.

Der Autor streut immer wieder wertvolle praktische Tips ein, die oft den einen oder anderen Euro wert sind. Wer "Generation Pleite" liest, dürfte sicherlich den einen oder anderen wertvollen Tipp mitnehmen – auch wenn man sich selber nicht zur "Generation Pleite" zählt.

Fraglich ist jedoch, ob die Leute, die dieses Buch lesen sollten, dieses Buch auch lesen.

 

Matthias Müller-Michaelis. Generation Pleite – Was tun, wenn das Geld nie reicht? Droemer/Knaur 6,95 €


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