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Jens Matheuszik — 8. September 2007, 16:34 Uhr

Merkwürdige Auswahl von Topblogs bei der Süddeutschen Zeitung (SZ) – oder: Wie das Pottblog zum Verliererblog wird


pottblog.deFaszinierend was man alles so im Netz entdeckt:
So veranstaltet jetzt.de, eine Tochter der Süddeutschen Zeitung (SZ) eine Abstimmung über Deutschlands bestes Blog (siehe auch hier).

Das Pottblog macht da auch mit – wobei ich im Gegensatz zum Blogstipendium (von jetzt.de) leider nicht vorab drüber informiert wurde. In dem Fall der vorherigen Information hätte ich nämlich sicherlich gegen diesen „typischen Beitrag“ bei der Vorstellung des Pottblogs argumentiert. Der typische Beitrag lautet nämlich angeblich so:

„Am vergangenen Freitag war ich kurz im Bermudadreieck in Bochum, sah dort viele Fans des HSV und informierte mich über die Preise für Original-iPod-Ohrhörer.“

Ah ja… abgesehen davon, dass es in dem eigentlichen Beitrag Das WAZ-Baguette für 2,90 Euro im Bermudadreieck der mit dem oben zitierten Satz beginnt eher um etwas ganz anderes als iPod-Ohrhörer respektive die Fans des HSV ging, finde ich diesen Wettbewerb aufgrund der Auswahl der Blogs etwas merkwürdig:

Um mal im Fußballjargon zu argumentieren:
Da werden Champions League-Teilnehmer gegen Verbandsligisten aufgestellt. Ich glaube kaum, dass das Pottblog in eine Riege wie das BILDBlog, Basic Thinking, das lawblog oder Spreeblick gehören – um nur mal die wohl bekanntesten und wohl auch besucherstärksten Blogs mal anzusprechen, die ich zwar allesamt auch selber lese und deren Macher ich auch inzwischen das eine oder andere Mal getroffen habe (bei einem der genannten Blogs habe ich mich sogar (anfangs unbekannterweise) mit einem der Autoren öfters schon mal in einem Café getroffen), die jedoch meiner Meinung nach in einer ganz anderen Liga spielen.

Eigentlich müßte ich mich ja geehrt fühlen, wenn ich mit dem Pottblog quasi in einem Atemzug mit dem Anke Gröner, der Blogbar, dem Hauptdorfstadtblog usw. genannt werde, aber irgendwie passt das einfach nicht, abgesehen davon, dass es sich insgesamt gesehen zum größten Teil vor allem um die Blogs handelt, die eh schon fast jeder kennt. Oder um mal den Revierflaneur zu zitieren, der bei Westropolis das ganze gewohnt pointiert aufgegriffen hat:

„[…] Die Auswahl hat jetzt-Redakteur Dirk von Gehlen getroffen – und sich dabei hauptsächlich auf die Top-100 der Deutschen Blogcharts verlassen, denn zwei Drittel seiner Empfehlungen sind dort vertreten, allein neun unter den „Top-Twenty“.

Erfolg reproduziert Erfolg. Oder, weniger vornehm ausgedrückt: Der Teufel scheißt immer auf den dicksten Haufen! Durch solche Votings und Rankings werden lediglich die ohnehin schon als „massenkompatibel“ ausgewiesenen Trends weiter verstärkt.
[…]
Die Süddeutsche Zeitung will mit ihrem Voting „das interessanteste deutsche Weblog“ ermitteln. Herauskommen wird dabei, dafür verwette ich meinen letzten Hosenknopf, wie üblich einer der „typischen Verdächtigen“ – Spreeblick, BILDblog oder Basic Thinking. Und das wäre dann so ziemlich das uninteressanteste Ergebnis, das man sich denken kann. Aber warten wir’s ab.“

Die Wette nehme ich nicht an – da ich auch einen Hemdknopf (passt besser, gestern ist einer abgefallen) darauf wette, dass eines der o.g. Blogs gewinnen wird und das Pottblog alleine aufgrund der Unbekanntheit gegenüber den anderen Blogs deutlich verlieren wird. Ich hoffe einfach mal auf einen guten 23. Platz – schließlich mag ich die Zahl 23, was aber nichts mit irgendwelchen Verschwörungen (und/oder Filmen) zu tun hat, sondern ein Teil meines Geburtsdatums ist.


17 Kommentare »

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