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Jens Matheuszik — 10. Juli 2007, 22:19 Uhr

WAZ-Mediengruppe und Internationale Journalistenvereinigung unterzeichnen Abkommen


Die WAZ-Mediengruppe ist nicht nur im Ruhrgebiet aktiv (auch wenn die namensgebende Westdeutsche Allgemeine Zeitung, eine der größten die größte Regionalzeitungen hierzulande, aus dem Ruhrgebiet stammt), sondern inzwischen auch außerhalb Deutschlands, vor allem in Südosteuropa.
Das dortige WAZ-Engagement wurde in der Vergangenheit teils deutlich kritisiert, z.B. von der International Federation of Journalists (IFJ; Internationale Journalistenvereinigung).

Vor einigen Tagen wurde nun von Bodo Hombach (WAZ-Geschäftsführer) und Aidan White (dem Generalsekretär der IJF, der in Deutschland die Journalistengewerkschaften DJV und DJU in Verdi angehören) ein Rahmenabkommen unterzeichnet. In dem mir vorliegenden Dokument heißt es z.B.:

WAZ und IFJ / EFJ bekunden ihr gegenseitiges Interesse an der nachhaltigen Entwicklung und von Medien und Verlagsunternehmen in Europa und weltweit – sowohl an der Entwicklung hochwertiger Medien und hochwertigem Journalismus als auch an der Entwicklung guter Arbeitsbeziehungen.

Zu den fundamentalen Grundsätzen, zu denen sich beide Seiten bekennen, zählen u.a.:

  • Die Förderung des universellen Respekts und die Einhaltung der Menschenrechte und der fundamentalen Meinungsfreiheit für alle, ohne Unterschied im Hinblick auf Rasse, Geschlecht, Sprache, nationale Herkunft, soziale Herkunft, politische oder religiöse Überzeugung
  • das Recht der Meinungsfreiheit […]
  • Vereinigungsfreiheit […]; die Festlegung der Arbeitsbedingungen durch Regelungen, unter angemessener Beachtung der der ILO-Konvention 98 zugrunde liegenden Prinzipien;
  • die Bereitstellung sicherer und gesunder Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter
  • die Förderung guter Beziehungen zur Öffentlichkeit und das damit verbundene umfassende positive öffentlichkeitswirksame Engagement für die Arbeit der Medien

Die von der IJF selbst als historisch beurteilte Vereinbarung, die „unabhängig vom Ort für alle Unternehmen, bei denen die WAZ die direkte unternehmerische Kontrolle hat“ gilt, wurde von Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, begrüßt, die laut Pressemitteilung der WAZ auch erklärte, dass die „Vereinbarung […] ein starkes Signal dafür [sei], dass Qualitätsjournalismus die europäische Medienlandschaft in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung retten werde.“

Grundsätzlich ist das ganze sicherlich zu begrüßen, vor allem auch für die Journalisten vor Ort. Interessant ist, dass die WAZ-Mediengruppe auf die IFJ-Kritiker zugegangen ist und gerade mit diesen dieses Abkommen abgeschlossen hat. Es ist meiner Meinung nach zu begrüßen, wenn man auf Kritik eingeht und versucht das eigene Handeln zu verbessern. Es kann auch meiner Meinung nur gut sein, wenn ein international tätiges Unternehmen sich in seinem Handeln den obengenannten Werten unterwirft.

Jedoch möchte ich noch aus der Präambel kurz zitieren:

WAZ und IFJ / EFJ bekunden ihr gegenseitiges Interesse an […] hochwertigem Journalismus […]

An eine gewisse Falschmeldung will ich dann mal lieber nicht erinnern (wobei dies wenigstens online einigermaßen korrigiert wurde… (siehe auch hier))


4 Kommentare »

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