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Jens Matheuszik — 5. Juli 2007, 16:11 Uhr

taz nrw-Betriebsrat argumentiert gegen den taz-Vorstand


die tageszeitungEigentlich könnte ich langsam über eine eigene Kategorie namens „taz“ hier im Pottblog. Denn es gibt wieder etwas von der tageszeitung (taz) zu berichten, die vor kurzem bekanntlich den Regionalteil taz nrw eingestellt hat.

Damit meine ich jedoch nicht z.B. die Mitteilung, dass mein Leserbrief zur Einstellung abgedruckt wurde. Davon ging ich eh nicht aus und in der heutigen taz-Ausgabe findet sich aber auch gar kein kritisches Wort zur Einstellung der taz nrw seitens der Leserschaft. Wahrscheinlich bloggen/kommentieren die nur noch darüber…

Oder machen sich wie Andreas von blog.ins.de konkrete Gedanken: Die Zukunft der taz-NRW: Heul nicht, mach was!

Gute Gedanken übrigens – ich würde mich sogar versuchen zu beteiligen, denn ich hatte ursprünglich auch überlegt ein „taz-Genosse“ zu werden. Nur ohne die taz nrw ist dieser Gedanke natürlich nicht mehr vorhanden.

Doch so gut die Idee auch sein mag – wahrscheinlich hat sie keinen Erfolg:

Bekanntlich äußerte sich im taz nrw-Blog ein Vorstandsmitglied zur Einstellung der taz nrw. Jetzt gibt es darauf eine Reaktion des taz nrw-Betriebsrates, die ich (Hervorhebungen stammen von mir) hier abdrucke:

[…]
Leider zeigt Dein Schreiben einmal mehr die Ideenlosigkeit, mit der Geschäftsführung und Vorstand der taz bei der Entwicklung der taz nrw vorgegangen sind. Als einzige Option zum Erhalt der taz nrw wurde auf eine Erhöhung der Zahl der Abonnentinnen und Abonnenten gesetzt – und für diese Erhöhung hatte ausschließlich die im Vergleich zur überregionalen Crew in Berlin unterbesetzte nrw-Redaktion zu sorgen. Darüber hinausgehende Vorschläge des Betriebsrats – von einer lokal begrenzten Erhöhung der Abo-Preise über verstärkte Werbung von neuen Anzeigenkunden bis hin zu einer Übernahme der wirtschaftlichen Verantwortung für die taz nrw durch die MitarbeiterInnen – wurden von Geschäftsführung und Vorstand nicht einmal diskutiert.

Kein Thema waren auch die Einrichtung eines taz nrw-Solidaritätsfonds, die Einrichtung eines Spendenkontos etc. Stattdessen hatten die LeserInnen nur die Möglichkeit, innerhalb einer zeitlich sehr begrenzten und auf das Sommerloch zusteuernden Kampagne wie von Euch gefordert Kurz-Abos zu schalten – die aber nur begrenzt verrechnet wurden. Selbst die Möglichkeit einer Verlängerung der Abo-Kampagne bis Ende September wurde von Euch abgelehnt. Die Angst, dass die Genossinnen und Genossen Euch am 15. September bei der Genossenschaftsversammlung zur Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen hier in NRW aufgefordert hätten, war wohl zu groß. Schließlich wurde und wird kein anderer Teil der taz-Gruppe jemals ähnlich hart bilanziert wie die taz nrw, wie selbst taz-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch einräumen musste.

Nun zu den konkreten Zahlen: Die taz verkauft bundesweit 55.500 Exemplare, davon 11.562 in Nordrhein-Westfalen. […] Nur diese “Abos über Trend” wurden der taz nrw mit rund 1.000 Stück angerechnet – es floss also nicht einmal der Erlös jeder zehnten in Nordrhein-Westfalen verkauften Zeitung in die Finanzierung der taz nrw!

Entsprechend schlechtgerechnet wurde auch der Erfolg unserer letzten Rettungskampagne: Aus den 2.500 Kurz-Abos, die in Nordrhein-Westfalen in nur 14 Wochen geschaltet wurden, wurden 817 Voll-Abos oder “400 bis 500″ Abos über Trend – in der entscheidenden Sitzung am 2. Juni konntet ihr nicht einmal genaue Zahlen vorlegen. Statt die Kampagne wenigstens bis Ende September fortzuführen, habt Ihr Euch lieber auf ein diffuses Bauchgefühl verlassen und trotz unsicherer Faktenbasis ein Ende der taz nrw beschlossen.

Wir sind tief enttäuscht.
[…]

ICH auch! Wenn sich gewisse Firmen, die gerne von der taz als „Heuschrecken“ bezeichnet werden, so verhalten würden, dann würde aber die taz da auf die Barrikaden gehen. Aber wenn man mit seinen eigenen Mitarbeitern (und natürlich auch der Leserschaft!) in Nordrhein-Westfalen so umgeht, dann ist das was anderes.

Ich danke dem Betriebsrat der taz nrw für diese Antwort – zeigt sie doch für mich, dass meine Kündigung der taz richtig war.


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