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Jens Matheuszik — 18. Juni 2007, 17:37 Uhr

WELT Online berichtet von der Einstellung der taz NRW (aktualisiert)


die tageszeitungDas die taz für ihren NRW-Teil derzeit wieder eine Rettungskampagne fährt, dürfte inzwischen bekannt sein, nachdem z.B. die Vertriebskooperation zwischen WAZ und taz zu einem Partnerabonnement führten und unlängst die taz sogar begonnen hat, die SPD in Nordrhein-Westfalen zu erpressen um neue Abonnements zu erhalten.

Inzwischen tauchen jedoch Gerüchte auf, wonach die Einstellung der taz NRW bereits beschlossene Sache sei:

Zuerst las ich in diesen Kommentaren davon und dann bei WELT Online (via blog.nrwspd.de) folgendes:

„Nach Informationen von WELT ONLINE ist die jüngste Rettungskampagne der Zeitung zum Erhalt der „taz“ NRW gescheitert.
[…]
Statt der erhofften 1000 neuen Abonnenten gingen nur rund 400 Bestellungen für die Zeitung ein. Die taz hatte zuletzt rund 11000 Exemplare in NRW verkauft. Nach Angaben aus dem Vorstand will sich die taz aus dem Regional-Geschäft in NRW zurückziehen, um eine existenzielle Bedrohung der Bundesausgabe zu verhindern. […]“

Im eigenen taz NRW-Blog wurde diese Nachricht zwischenzeitlich dementiert (siehe auch diese Pressemitteilung).

Eingeschobene Aktualisierung: Inzwischen thematisiert die taz die WELT-Meldung im eigenen Blog.

Es ist fraglich ob man der Welt, die aus dem Axel-Springer-Verlag stammt, so richtig Glauben schenken kann:

Einerseits kennt sich die Welt natürlich mit defizitär arbeitenden Zeitungen aus – meines Wissens (und der Wikipedia-Beitrag bestätigt es) ist die Welt ein Verlustgeschäft für den Verlag. Insofern kann die verlustreiche Welt sicherlich die Verluste der taz in NRW beurteilen.

Andererseits ist bekannt, dass sich die taz und der Axel-Springer-Verlag nicht wirklich mögen:
Angefangen davon, dass die Kochstraße in Berlin (an der sowohl der taz-Verlag als auch der Axel-Springer-Verlag liegen; wobei der letztere posttechnisch an der Axel-Springer-Straße liegt) in Rudi-Dutschke-Straße umbenannt werden soll und auch Gerichte den Klagen u.a. des Axel-Springer-Verlages nicht stattgeben (siehe hier) ist auch das Verhältnis zwischen der im Axel-Springer-Verlag erscheinenden Bild-Zeitung und der taz nicht gerade konfliktfrei. So wurden z.B. zwei taz-Werbespots gerichtlich verboten (siehe auch hier).

Insofern könnte es natürlich sein, dass der Artikel bei WELT Online nicht unbedingt stimmt. Es wäre auch schade, wenn es die taz NRW nicht mehr geben würde, denn ich denke schon, dass man hierzulande die taz als weiteres, unabhängiges Medium benötigt. Für die publizistische Vielfalt wäre es also sehr bedauerlich – daher hier nochmal der Hinweis, dass man bequem online für 10,- Euro sich die taz fünf Wochen lang bestellen kann.


8 Kommentare »

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