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Jens Matheuszik — 10. Juni 2007, 23:33 Uhr

WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz antwortet Stefan Niggemeier in Sachen Falschmeldung zur G8-Demonstration in Rostock nicht


Sowohl Djure Meinen als auch Stefan Niggemeier berichteten darüber, dass die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) falsch über die G8-Proteste in Rostock berichteten.

Es war eben nicht so, dass von der Bühne ein offizieller Redner zur Gewalt aufforderte – doch dummerweise verbreitete die Nachrichtenagentur dpa eine entsprechende falsche Meldung. Zahlreiche Medien haben den Fehler korrigiert und nach drei Tagen sah sich auch die dpa in der Lage die Falschmeldung von der Demonstration in Rostock zu korrigieren.

Stefan Niggemeier brachte heute den Blogartikel Chronologie einer Falschmeldung II und berichtete, inwiefern Medien (insbesondere Tageszeitungen), die die ursprüngliche Meldung der dpa gebracht hatten auf die Enttarnung als Falschmeldung reagiert haben.

Zur Westdeutschen Allgemeinen Zeitung schreibt er:

„Ein interessanter Fall ist schließlich noch die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung”, die sich die dpa-Ente in einer eigenen Reportage zu eigen machte. Eine Korrektur scheint es nicht gegeben zu haben; eine Anfrage von mir bei Ulrich Reitz, dem Chefredakteur der „WAZ”, blieb unbeantwortet.

Die WAZ hat Anfang Mai im Rahmen eines bizarren Festaktes in der Essener Philharmonie öffentlichkeitswirksam einen „Verhaltenskodex” unterzeichnet, in dessen Präambel es heißt:

Regionalzeitungen genießen im Vergleich mit anderen Medien ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit. Dieses Vertrauenskapital darf nicht gefährdet werden. Der Verhaltenskodex der WAZMediengruppe legt fest, welche Regeln strikt einzuhalten sind.

In dem gesamten, über fünfseitigen Schriftwerk (pdf) steht kein Wort darüber, dass zur „Glaubwürdigkeit” auch der Versuch gehören könnte, möglichst wahrheitsgetreu zu berichten, und die Verpflichtung, Fehler in irgendeiner Form richtigzustellen.

Ich fürchte, bei der „WAZ” sähe man, im Gegenteil, das eigene „Vertrauenskapital” gefährdet, wenn man offensiv und transparent mit Fehlern umginge, Verantwortung übernähme und sich zu allererst einer korrekten Information der Leser verpflichtet fühlte. Sie ist damit in Deutschlands Medienwelt in guter Gesellschaft.“

Auch ich hatte (hier) an den Kodex und seine Präambel erinnert.

Schade, dass WestEins, das neue Internet-Portal der WAZ-Mediengruppe, noch nicht gestartet wurde. Dort hat man – so erzählt es man sich – die Möglichkeit auch Zeitungsartikel zu kommentieren, Blogartikel den eigentlichen Zeitungsartikeln gegenüberzustellen usw. Das wäre hier also eventuell eine Maßnahme um darauf zu reagieren.

Stattdessen werde ich jetzt für Belustigung in der WAZ-Redaktion sorgen. Wie? In dem ich einen Leserbrief schreibe. Warum Belustigung? Weil ich die Erfahrung gemacht habe (und entsprechendes auch von Tageszeitungsjournalisten bestätigt bekommen habe), dass die meisten Leserbriefe inhaltlich ignoriert werden, die lustigsten an die Pinwand geheftet werden oder in den Rundlauf zur allgemeinen Erheiterung gegeben werden. Mal sehen was mit meinem passiert. Ich wette, ich bekomme keine Antwort… wäre ja nicht das erste Mal.

PS: Liebe Ehtik-Blogger: Muß ich nach einem eher kritischen WAZ-Artikel auch den Disclaimer einbauen, dass ich bei Westropolis, einem Projekt der WAZ-Mediengruppe, blogge und auch bei einem anderen WAZ-Blog schon mal gebloggt habe?


8 Kommentare »

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