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Jens Matheuszik — 12. Mai 2007, 12:02 Uhr

WAZ-Finalblog: Revier-Derby: Die Mutter aller Derbys


(dies ist ein Beitrag aus der Beitragsserie
WAZ-Finalblog)
 
Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ)
WAZ-Finalblog

Der nachfolgende Beitrag wurde von mir ursprünglich im WAZ-Finalblog veröffentlicht, in dem ab Anfang Mai 2007 das Finale der laufenden Bundesliga-Saison aus Sicht von Anhängern der Ruhrgebietsmannschaften Borussia Dortmund, FC Schalke 04 und VfL Bochum thematisiert wurde. Durch den Start von DerWesten.de, dem neuen Internet-Portal der WAZ-Mediengruppe, sind diese Beiträge leider nicht mehr direkt aufrufbar.

Die von mir geschriebenen Beiträge wurden jedoch nachträglich im Pottblog gesichert.

Revier-Derby: Die Mutter aller Derbys

Warum heißt es eigentlich Derby beim Revier-Derby?

Durch die tägliche Lektüre meiner beiden Tageszeitungen bin ich gut auf das heutige Revier-Derby eingestimmt (auch wenn die WAZ den Dortmunder Oberbürgemeister Gerhard Langemeyer nicht korrekt bzw. unvollständig zitiert), was mich dazu veranlasst, mal über den Begriff Derby nachzudenken:

Hilfreich ist da vor allem die Wikipedia, die über den Begriff Derby folgendes zu berichten weiß:

Man spricht von einem Derby (häufig in Form von Lokalderby), wenn zwei stark rivalisierende Vereine einer Region im Mannschaftssport aufeinander treffen. Derbys haben für viele Fans eine hohe Bedeutung, da es hier beispielsweise um die Vorherrschaft in einem Bezirk oder einer Stadt geht. Eines der bekanntesten Derbys in Deutschland ist das Revierderby im Fußball zwischen Borussia Dortmund und dem Verein aus Herne-West (hier wurde vorsorglich editiert, Anm. d. Red.), die sich seit Jahrzehnten um den Rang der besten Fußballmannschaft des Ruhrgebietes streiten.
[…]
Der Begriff Derby geht im Zusammenhang von Mannschaftssportarten auf ein mittelalterliches „Sportereignis“ – das „Shrovetide-Fußballspiel“- in England zurück. Teilnehmer waren Einwohner benachbarter Gemeinden des Dorfes Ashbourne in der Region Derbyshire. Bei dem Spiel des derby village ging es darum, dass die Spieler versuchten, mit einem Ball das gegnerische Tor – einen Mühlstein – zu berühren. Die Entfernung der Mühlsteine zueinander betrug etwa 3 Meilen. Weder die Regeln des Spiels, noch die Anzahl der Spieler (teilweise bis zu 1000 Teilnehmer) waren genau definiert.
[…]
Der Ausdruck „Derby“ wird heutzutage unterschiedlich gebraucht. Im deutschen Sprachgebrauch steht es fast ausschließlich für Spiele zwischen Vereinsmannschaften, im angelsächsischen Raum spricht man von Derbys ebenso bei bedeutenden Länderspielen wie beispielsweise Österreich gegen Ungarn. Die Ausdehnung der meisten Mannschaftssportarten in den überregionalen Raum führte in den vergangenen Jahrzehnten dazu, dass auch Spiele zwischen vergleichsweise weit auseinanderliegenden Vereinen, beispielsweise Bayern München und 1. FC Nürnberg oder Werder Bremen und dem Hamburger SV im heutigen Sprachgebrauch fälschlicherweise als „Derby“ bezeichnet werden. So kommt es z. B. auch, dass Spiele von Teams aus der ehemaligen DDR-Oberliga gegeneinander in der Presse oft als „Ost-Derbys“ betitelt werden.

Die Hervorhebung oben stammt von mir – denn wenn z.B. die oben zitierte Paarung Hamburg gegen Bremen als Nord-Derby bezeichnet wird, obwohl doch zwischen beiden Städten einiges an Kilometern liegt und man auch noch insgesamt drei Bundesländer dafür durchqueren muß, dann ist das kein Derby in meinen Augen.

Meiner Meinung nach kann es daher eigentlich richtige Derbys fast nur im Ruhrgebiet geben, wobei Ausnahmen wie Berlin (Hertha BSC, Tennis Borussia Berlin usw.), Stuttgart (VfB Stuttgart, Stuttgarter Kickers), München (FC Bayern München, TSV 1860 München), Frankfurt/Offenbach und Hamburg (HSV und St. Pauli) die Regel bestätigen.

Faszinierend jedoch, wie der Wikipedia-Eintrag schließt:

In Europa wird Derby vorwiegend als „Darbie“ ausgesprochen. In den USA sagt man dagegen „Dörbie“.

Sprachtechnisch gesehen bin ich also US-Amerikaner, denn ich wäre nie auf die Idee gekommen, das ganze „Darbie“ auszusprechen.


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