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Jens Matheuszik — 24. Februar 2007, 19:09 Uhr

Moderner Filmklassiker: Der Herr der Ringe: Die Gefährten (Extended DVD Edition)


Dieser Beitrag erschien ursprünglich bei Westropolis, dem Kulturportal der WAZ-Mediengruppe, welches zum 1. Januar 2011 seine Pforten schließt.

Hört man den Begriff "Filmklassiker", dann fallen gleich Namen wie "Ben Hur", "Casablanca", "Die Feuerzangenbowle", "Dr. Schiwago" usw.usf.

Doch ein Klassiker muss nicht unbedingt in schwarz-weiß gedreht sein oder aus den 40'er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammen; auch moderne Filme gelten – teils zurecht, teils zu unrecht – als Klassiker. Diesem Umstand trägt die nachfolgende Rezension des Films Der Herr der Ringe – Die Gefährten (Extended DVD-Edition) Rechnung:

 

Die Geschichte (in Kurzform):
Der Herr der Ringe - Die Gefährten (Special Extended Edition, 4 DVDs) Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien ist einer der größten und bekanntesten Fantasy-Epen der Neuzeit und handelt von den Geschehnissen rund um den sogenannten Ringkrieg in Mittelerde, einer detailliert ausgearbeiteten fantastischen Welt.

Der Hobbit Bilbo Beutlin (Ian Holm), der in seinen jüngeren Jahren einige Abenteuer erlebte, feiert in Hobbingen (im wunderschönen Auenland) seinen 111. Geburtstag. Neben seinen Bekannten aus dem ganzen Auenland und seinen Verwandten, so z.B. seinem jungen Neffen Frodo (Elijah Wood), besucht ihn auch sein Freund Gandalf, der Graue (Sir Ian McKellen), ein mächtiger Magier.
Doch soll dies vorerst Bilbos Abschied von den anderen Hobbits sein, denn er hat schon vor einiger Zeit beschlossen seine Heimat zu verlassen um seine Memoiren zu schreiben. Doch er hinterlässt ein gewichtiges Erbe seinem Neffen Frodo: einen Ring, den er vor einigen Jahren zufälligerweise gefunden hat. Doch hierbei handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Ring – dies ist der eine Ring, der die Macht über die anderen Ringe besitzt, die vor langer Zeit den Elben, den Zwergen und den Menschen gegeben wurden. Mit diesem Ring gelang es Sauron einst mit seinen finsteren Heerscharen beinahe ganz Mittelerde zu erobern. Nur durch Glück gelang es den verbündeten Elben und Menschen damals Sauron zu besiegen – doch der eine Ring Saurons, der soviel Elend über Mittelerde brachte wurde nicht zerstört sondern verschwand…
Um endgültig die Gefahren von Mittelerde abzuwenden muß der Ring zerstört werden – und so machen sich Frodo und einige seiner Gefährten auf den Weg direkt nach Mordor – denn nur dort kann der Ring zerstört werden.

 

Die Kinotrilogie
Der neuseeländische Regisseur Peter Jackson hat sich die Mammutaufgabe gesetzt, den Romanepos zu verfilmen. Angesichts der ungeheuren Textmenge der literarischen Vorlage entschloss er sich, nicht nur einen Film herauszubringen, sondern eine ganze Trilogie, deren erster Teil Die Gefährten im Dezember 2001 seine Kino-Premiere feierte. Schon vorab fragten sich viele Fans der Bücher, ob die Kinoleinwand das richtige Medium sei, ob dort überhaupt alle wichtigen Aspekte der literarischen Vorlage dargestellt werden können usw. – eine endgültige Antwort auf diese Frage, muß man individuell für sich entscheiden. Wenn man sich überhaupt entscheiden kann – denn einige Fans der literarischen Vorlage weigern sich strikt die Filme anzuschauen, damit ihre eigenen Vorstellungen im "Kopfkino" nicht dadurch zerstört werden.

Natürlich konnte Peter Jackson in der Trilogie nicht alle Szenen einbauen. Und so lernt man z.B. – wenn man nicht die Bücher gelesen hat – Tom Bombadil nie kennen, aber auch wichtige Szenen im Auenland, in Lothlorien usw. fehlen, teilweise sind einige Szenen sogar anders bzw. dazu erfunden. Diese künstlerische Freiheit Jacksons war jedoch insofern zu erwarten, als daß eine werkgetreue Verfilmung angesichts des umfangreiches Vorbildes kaum möglich war. Wer übrigens das Original gelesen hat, wird an einigen Stellen dankbar sein, daß nicht alles übernommen wurde…

 

Die Gefährten
Am Anfang erfährt man in einem rund zehnmütigen Prolog von der Geschichte des Ringes und schon hier taucht man in die Welt Mittelerdes ein – und nebenbei erblickt man (von der Anzahl der beteiligten Personen her) eine der größten Schlachtszenen eines Filmes bisher. Nach dem Prolog beginnt der "eigentliche" Film im Auenland – und hier zeigt sich, daß es das fiktive Mittelerde wirklich gibt – und zwar auf der Erde, genauer gesagt auf dem fünften Kontinent in Neuseeland. Vor diesem Film hätte wohl kaum jemand gedacht, daß Neuseeland eine solch geeignete Filmkulisse ist – und man kann sehr gut verstehen, daß durch diesen Film das Land ein Wachstum des Tourismus um über 20 % zu verzeichnen hat, denn schönere Landschaften hat man selten gesehen (wobei – hätte wer gedacht, daß die Szene am Eingang zu den Minen von Moria auf einem Parkplatz bei einem Bahnhof gedreht wurde?).

Ein Problem vieler literarischer Verfilmungen ist es, daß sich die Leser im Kopf ein eigenes Bild gemacht haben, und dieses dann fast nie mit den Verfilmungen korrespondiert. Doch schon in den ersten Szenen im Auenland erkennt man, daß sich Peter Jackson & Co. große Mühe gegeben haben. Dies hat wohl vor allem auch damit zu tun, daß die beiden Künstler John Howe und Alan Lee, die beide schon lange als Tolkien-Illustratoren bekannt sind, engagiert wurden. Beide hatten dadurch in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten großen Einfluß auf die "Visualisierung in den Köpfen". Und so sieht Hobbingen im Film so aus, wie auf zahlreichen Zeichnungen – mit den charakteristischen runden Türen usw., Gandalfs Zauberhut scheint auch direkt aus den Illustrationen zu stammen und ansonsten kommt hier den Requisiteuren natürlich auch das Werk Tolkiens sehr entgegen, schließlich sind sehr viele Dinge en detail beschrieben, und so konnten die ersten Arbeiten an Requisiten, Masken usw. schon vor Fertigstellung des Drehbuchs begonnen werden, da ja die Vorlagen zumindestens literarisch schon existierten.

Natürlich spielen auch in diesem Film die technischen Tricks eine sehr große Rolle – und nicht umsonst heißt es teilweise, daß man erst in der jetzigen Zeit den Herrn der Ringe adäquat verfilmen kann, da erst jetzt die Technik für Spezialeffekte so weit fortgeschritten ist. Und man muß dem zustimmen, wenn man sich den Film anschaut. Fast wie selbstverständlich erscheint es da, daß die Hobbits natürlich deutlich kleiner als die Menschen und Elben sind – wiewohl die Schauspieler nicht unbedingt kleiner sind. Dies konnte durch die Verwendung von unterschiedlichen Kulissen (einmal gibt es z.B. Bilbos Hügelwohnung in Hobbingen im "Normalformat", damit Ian Holm, der Darsteller von Bilbo Beutlin dort von den Proportionen genau hinpasst. Genau die selbe Kulisse gibt es jedoch in einem deutlich kleineren Maßstab, damit Ian McKellen als Gandalf dort in den einzelnen Räumen quasi als Riese erscheint.
Doch das ist natürlich nicht alles, auch die digitalen Effekte z.B. innerhalb der Minen von Moria sind technisch brilliant umgesetzt worden – ganz zu schweigen von Gollum, der der Gemeinschaft des Ringes aus ganz eigenen Gründen folgt. Gollum wurde als Figur vollständig am Computer erstellt (wiewohl die Bewegungsabläufe von einem echten Schauspieler, Andy Serkis, stammen), und auch wenn er in Die Gefährten sehr selten nur zu sehen ist (im Vergleich zum zweiten Teil Die zwei Türme, wo er eine deutlich größere Rolle spielen wird), so kann man doch jetzt schon sagen, daß er technisch sehr gut umgesetzt wurde – und im Vergleich zu anderen "reinen Computer-Figuren" aus anderen Filmen auch nicht irgendwie "falsch" oder gar "lächerlich" wirkt (Stichwort: Jar Jar Binks in Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung, wiewohl das hier sicherlich auch stark mit dem Drehbuch zu tun hatte).
Positiv fällt auf, daß sämtliche digitale Effekte und Tricks nicht effektheischend eingesetzt wurden, sondern stimmig die Geschichtes des Films begleiten und unterstreichen – nicht dominieren.

Doch das wichtigste (noch?) an einem Film sind die Schauspieler – und hier kann man das Casting nur beglückwünschen, denn die Rollen sind gut ausgewählt worden, und neben bekannten und erfahrenen Schauspielern wie Sir Ian McKellen (Gandalf), Cate Blanchett (Galadriel), John Rhys-Davies (Gimli) und vor allem Christopher Lee (Saruman) sind viele vielversprechende andere Darsteller für diesen Film bzw. die Trilogie verpflichtet worden. Zwar gibt es einige, die der Meinung sind, daß Frodo (Elijah Wood) trotz der enormen Belastungen und Verantwortung die auf ihm lasten einen Tick zu "wehleidig" mit seinen großen Augen schaut, aber das passt ja auch sehr gut in die Rolle eines Hobbits, der sich plötzlich auf einer Mission befindet, die Wohl und Wehe von ganz Mittelerde beeinflussen kann und deren Absolvierung kein leichtes Unterfangen ist. Positiv hervorstechen die Darsteller von Gandalf (Sir Ian McKellen) und Boromir (Sean Bean), denn gerade letzterer schafft es die innere Zerrissenheit seiner Rolle zum Ausdruck zu bringen. Und wenn man sich Aragorns (Viggo Mortensen) Schwertkampf auf der Wetterspitze gegen die Ringgeister anschaut, mag man kaum glauben, daß Mortensen, der erst nachträglich nach Drehbeginn verpflichtet wurde, vorher noch nie ein Schwert in der Hand hatte.
Jedoch kommt es manchmal vor, und das liegt nicht an der Größe der Hobbits, daß die Darsteller "klein" wirken – angesichts der Bilderflut, die auf die Zuschauer mit den wunderbaren Landschaften, den tiefen Weiten und den damit verbundenen Bildern, einprasselt. Doch gerade diese teilweise langen, aber keineswegs langwierigen, Szenen machen Die Gefährten zum Beginn eines Epos.

Doch nicht nur die Visualisierung macht einen Film aus – auch die Akkustik trägt entscheidend zu einem Film und dessen Wirkung auf die Zuschauer bei. Der Soundtrack wurde von Howard Shore komponiert, und wenn man sich die einzelnen Stücke auf der CD anhört muß man ihm zu Recht attestieren, daß er sehr schöne Stücke komponiert hat, die allesamt harmonieren – vor allem durch das zentrale Thema der Gefährten, der Gemeinschaft des Ringes.
Kritisch anzumerken bleibt jedoch, daß die einzelnen Stücke im Zusammenspiel mit dem Film nicht unbedingt die Atmosphäre sanft und unterschwellig unterstützen, sondern oftmals dominieren – hier wäre dann ein klein wenig weniger, dann doch mehr im Sinne von besser gewesen. Das "Titelstück" May it be von Enya passt sich sehr gut in den Film ein, und untermalt erneut die besondere Affinität von Enyas Musik zu fantastischen Themen.

 

Die Special Extended DVD Edition
Nachdem der Film Die Gefährten im Kino seinen großen Erfolg feierte – vor allem nachdem er insgesamt vier Academy Awards (vulgo: Oscars) gewann – ging es zum nächsten Schritt der Verwertungskette über: Der Videoverwertung, sei es nun in Form der altbekannten VHS-Cassetten oder aber der immer beliebter werdenden DVDs.
Und so erschien Anfang August 2002 die Doppel-DVD Der Herr der Ringe: Die Gefährten. Doch schon im Vorfeld wurde seitens New Line Cinema ausreichend kommuniziert, daß Regisseur Peter Jackson an einer speziellen, erweiterten DVD-Version arbeiten würde, die noch vor dem zweiten Kinofilm Der Herr der Ringe: Die zwei Türme erschien.
Anfang November 2002 erschien dann Der Herr der Ringe: Die Gefährten – Special Extended DVD Edition, die aus insgesamt vier DVDs besteht. Ausgeliefert werden die vier DVDs in einer schön gestalteten Box, die sich noch in einem extra-Einschuber befindet, mitsamt einem Booklet. Die Box, das Booklet aber auch die DVDs selbst sind mit Skizzen, die aus der Produktion des Filmes stammen, sehr schön gestaltet.

 

Die ersten beiden DVDs…
Auf den ersten beiden DVDs selbst findet der eigentliche Film Platz – doch handelt es sich hierbei nicht um die Kinofassung bzw. die Fassung der ersten DVD, sondern um eine neue Fassung, für die Peter Jackson neue Szenen eingefügt bzw. existierende Szenen modifiziert/verlängert hat. Und im Gegensatz zu anderen DVDs, denn gelöschte Szenen von Kinofilmen gibt es ja öfters auf den entsprechenden DVDs zu sehen, sind die neuen Szenen hier vollständig in den Film integriert worden – so daß man, falls man die Ursprungsvariante nicht kennt, gar nicht merkt, das es sich hierbei um eine längere Variante handelt. Denn nicht nur, daß diese Szenen auch vollständig synchronisiert worden sind, sie wurden auch "kompositorisch" vollständig eingebunden, da der Komponist Howard Shore extra dafür erneut ins Tonstudio ging, um die Stücke neu zu arrangieren bzw. auch um komplett neue Sequenzen zu komponieren.

Neben zahlreichen ergänzten Szenen fallen vor allem die neuen Szenen auf, schließlich gab es diese anfangs gar nicht zu sehen. So kommt direkt nach dem erweiterten Prolog die erste neue Szene Über Hobbits, die natürlich vor allem den Lesern des Buches bekannt vorkommt.
Insgesamt gibt es rund zwei Dutzend Änderungen in Form von erweiterten bzw. leicht modifizierten Szenen, so daß der "neue" Film rund eine halbe Stunde länger dauert als die ursprüngliche Fassung. Kurze Handlungsstränge aus dem Buch (z.B. die Sackheim-Beutlins) werden aufgegriffen (andere wie Tom Bombadil leider nicht) und durch die erweiterten/neuen Szenen werden die einzelnen Charaktere besser beschrieben und man lernt mehr über die einzelnen Motivationen und erfährt auch teilweise Dinge die für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig sind (hier nur als Stichwort die Geschenke Galadriels).

Doch nicht nur die Filme an sich finden sich auf den ersten beiden DVDs, sondern auch noch weitere Tonspuren. Neben den üblichen Tonspuren Deutsch und Englisch kann man sich auch über Dolby Digital EX 5.1 Surround Sound und DTS ES 6.1 freuen – so man die entsprechende Ausrüstung im Heimkino hat.
Zusätzlich gibt es noch – über die ganze Länge des Filmes – Originalkommentare, und zwar vier Stück an der Zahl. Diese stammen

  • von dem Regisseur Peter Jackson und den Drehbuchautoren
  • von den Darstellern des Filmes
  • vom Design-Team
  • vom Produktions- bzw. Postproduktionsteam

und geben interessante Einblicke in den Film, schließlich waren die Kommentatoren live dabei und können hautnah von den Dreharbeiten und den dort gemachten Erfahrungen berichtet.
Angesichts dieser Fülle an Audio-Spuren ist es auch nicht verwunderlich, daß der Film selbst zwei volle DVDs benötigt und keine weiteren Extras hier zu finden sind.

 

… die letzten beiden DVDs
Die letzten beiden DVDs bilden die Anhänge – auf der dritten DVD ist der 1. Anhang Vom Buch zur Vision zu finden, auf der vierten und letzten DVD der 2. Teil Von der Vision zur Realität.
Auf der ersten DVD Vom Buch zur Vision befinden sich rund zweieinhalb Stunden voll mit den verschiedensten Dokumentationen (die DVD Nummer 4 bietet rund dreieinhalb Stunden). Fast wird man von den mannigfaltigen Informationen überflutet, so daß es sogar eine Art "Anleitung" von Peter Jackson gibt, wie man die Dokumentation am besten benutzen sollte.
Natürlich kann ein Überblick über das Wirken von J.R.R. Tolkien auf dieser DVD nicht fehlen, und so erfährt man hier teilweise schon bekannte aber auch neue Details über den Autoren des Herrn der Ringe. Hernach folgt eine Dokumentation die beschreibt, wie aus den Büchern Drehbücher wurden, was dort für Schritte unternommen worden sind, welche Entscheidungen zu treffen waren und inwiefern die Schauspieler dem Buch erstmals begegnet sind.
Zusätzlich findet man in den weiteren Dokumentationen über die Gestaltung Mittelerdes, über die Voraussetzungen die seitens der Tricktechniker wie Designer unternommen werden mußten (so hat z.B. Weta Workshop fast für eine kleine Armee die notwendigen Waffen und Rüstungen hergestellt).
Sehr interessant die Vergleiche der Entwürfe mit dem fertigen Film, wo man mittels eines geteilten Bildes z.B. sehen kann wie bestimmte Szenen ursprünglich geplant wurden und wie die endgültige Filmfassung aussieht.
In Design-Gallerien werden die einzelnen Völker und Gebiete von Mittelerde vorgestellt, die man sich einzeln bzw. in einer Art Diashow anschauen kann. Zahlreiche original Zeichnungen, Renderings und Entwürfe finden sich hier – eine schier unerschöpfliche Quelle an geballten Informationen.
Doch das soll nicht alles gewesen sein, was es auf der dritten DVD gibt – aber diese umfangreiche Rezension würde noch umfangreicher werden, wenn wirklich jedes Extra beschrieben worden würde.

Auf der vierten DVD gibt es den Anhang Von der Vision zur Realität, wo diesmal Elijah Wood wertvolle Hinweise am Anfang gibt. So erfährt man hier auch einiges über das Casting, und bekommt dadurch die eine oder andere interessante Geschichte zu hören – was z.B. Leute mit Flugangst alles auf sich nehmen um nicht fliegen zu müssen…
Diese DVD zeigt uns auch wie ein Tag im Leben eines Hobbits abläuft – bzw. der Schauspieler, die viel zu früh morgens aufstehen müssen, damit in der Maske aus Menschen Hobbits werden. Auch kann man hier die kleinen Doubles der Hobbits kennenlernen, die vor allem in den Szenen auftreten, wo korrekte Größenvergleiche wichtig sind.
In weiteren Dokumentationen werden weitere Aspekte des Filmes beleuchtet – z.B. wie einzelne Spezialeffekte erstellt werden, oder wie das Gesamtwerk zusammgestellt wurde. Sehr gelungen ist die Dokumentation die den Rat von Elrond darstellt, wie aus insgesamt 36 verschiedenen Aufnahmen eine Szene wurde.
Doch nicht nur den Bildern widmet sich diese DVD, auch den Soundeffekten und der Musik widmet sich diese DVD, so erfährt man einiges darüber wie die einzelnen Soundeffekte erstellt worden sind und welche Energie der Komponist Howard Shore in den Soundtrack gesteckt hat.
Schlußendlich gibt es noch quasi zum Abschluß eine Dokumentation über die Premiere des Filmes z.B. in Paris und vor allem in Wellington (Neuseeland), wo die Crew und insbesondere Peter Jackson wie Helden gefeiert worden sind.

 

Fazit
Über den Film muß man meiner Meinung nach nicht mehr viele Worte verlieren: Peter Jackson hat gezeigt, daß es keine unverfilmbaren Bücher gibt. Zwar ist Der Herr der Ringe: Die Gefährten nicht immer werkgetreu verfilmt worden, Puristen kritisieren z.B. die deutliche Aufwertung der Rolle von Arwen (Liv Tyler), aber man kann nie die Wünsche und Kritiker befriedigen.
Jetzt zur Bewertung der Special Extended DVD Edition – um gleich die negativen Aspekte zu erwähnen:
Es ist zwar sehr löblich seitens von New Line Cinema gewesen, daß schon frühzeitig darüber informiert wurde, daß es neben der normalen DVD-Fassung auch eine spezielle, erweiterte Edition herauskommen wird (den Begriff Director's cut möchte Peter Jackson hierfür nicht verwendet wissen), und somit die Käufer der ersten DVD-Ausgabe nicht überrascht wurden, als dann die erweiterte Fassung herausgekommen ist. Es wundert jedoch, daß das Zusatzmaterial der "normalen" DVD nicht auch auf der speziellen DVD zu finden ist. Damit sind jetzt nicht unbedingt die Ankündigungen für die Special Extended DVD Edition (hier wäre es ja überflüssig) oder die Vorstellung des Computerspieles gemeint, sondern z.B. die drei Dokumentationen zum Film oder das Video May it be von Enya. Auch in den weiteren Specials sind – wie in den Dokumentationen – teilweise Informationen zu finden, die in der Special Extended DVD Edition nicht zu finden sind – und seien es z.B. nur die Trailer und Fernseh-Spots. Da wäre es wirklich schön gewesen, wenn diese Materialien in der Extra-Fassung, die schließlich mehr kostet, auch zu finden gewesen wären.
Außerdem fällt es an einigen Stellen negativ auf, daß nicht alle Dokumentationsbeiträge mit Untertiteln versehen sind – denn nicht jeder kann Englisch, wobei man anmerken muß, daß man das Englisch leicht verstehen kann (so man einigermaßen Englisch beherrscht).

Das sind aber auch die einzigen negativen Aspekte an den DVDs selbst.

Man muß Peter Jackson wirklich viel Lob zollen, was er mit dieser DVD-Edition abgelegt hat, kann man wahrlich als Meisterwerk bezeichnen. Sein Film Der Herr der Ringe: Die Gefährten ist schon selber wirklich überwältigend, diese DVD-Edition schafft es jedoch das ganze noch zu toppen.
Die Zusatzszenen sind wirklich sehr stimmungsvoll und die Integration in den eigentlichen Film ist sehr gut gelungen. Hier muß man auch extra noch einmal die deutsche Synchronisation loben, die es für diese neuen bzw. erweiterten Szenen auch gibt.
Die zahlreichen Extras informieren die Fans des Films über zahlreiche Aspekte – jedoch nicht einfach steril, sondern wirklich lebendig und man kann dadurch erkennen, was für eine Arbeit dieser Film war, was diese Arbeit für den Regisseur, die Darsteller und das restliche Team bedeuten. Anhand der zahlreichen Geschichten erkennt man auch, wie die Schauspieler, die ja gemeinsam in ihren Rollen eine Gemeinschaft bildeten, selber als Personen eine Gemeinschaft bildeten.

Insgesamt gesehen kann man diese DVD-Edition jedoch nur empfehlen – wer sich für den Herrn der Ringe interessiert, wird hier keinesfalls enttäuscht sein, das Zusatzmaterial ist in dieser Form einfach nur brilliant zu nennen. Hier hat Peter Jackson ein Meisterwerk der Formatausnutzung vorgelegt, die ihresgleichen sucht – und wohl in dieser Form nur bei den beiden weiteren Teilen Die zwei Türme und Die Rückkehr des Königs vorkommt.

Neben den leichten inhaltlichen Kritikpunkten (siehe oben) fiel anfangs auch noch der Preis negativ auf, doch inzwischen hat sich der ursprüngliche Preis von 40,- Euro auf die Hälfte reduziert, womit die Extended-DVD-Edition auch vom Preis-/Leistungsverhältnis her stimmig ist.

 

Hinweis: Diese Rezension erschien ursprünglich unter http://www.vinsalt.de/Ticker/Rezension/hdr-gefaehrten-r.htm und wurde exklusiv für Westropolis angepasst.


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