Search:

Werbung:

Google+:

Archiv:


Jens Matheuszik — 22. Januar 2007, 22:17 Uhr

Warum die Welt am Sonntag bloggerfreundlicher als die taz ist


Es wundert mich ein wenig, daß die Zeitungen Die Welt und Welt am Sonntag (www.welt.de) in letzter Zeit sich bloggerfreundlicher zeigen als die tageszeitung (www.taz.de).

In der Vergangenheit zeigte sich die taz zwar recht blogfreundlich, genauer gesagt sogar „pottblog-freundlich“, da damals im Mai 2005 das Pottblog inkl. der Adresse www.pottblog.de auf der ersten Seite der taz-NRW erwähnt wurde.

Schön für mich – aber in manch anderen Fällen wären meiner Meinung nach Erwähnungen von anderen Blogs inkl. deren Adressen besser gewesen – besser für die taz-Leser, die dadurch mehr Informationen erhalten hätten. So fehlt z.B. in dem Artikel Peitschen-Borchert nicht nur ein Link auf Lyssa’s Lounge, sondern auch auf das Blog von Ralf Albert namens Tom’s Diner (welches inzwischen inhaltlich umgekrempelt und umbenannt wurde).

Auch in einem taz-Artikel über StudiVZ finden sich leider keine Quellenangaben – wobei sich dort auch auf einige Blogs bezogen wird, die i.S. StudiVZ einige Dinge aufgedeckt haben, so vor allem z.B. die Blogbar. Diesen Artikel (Ende November 2006) nahm ich zum Anlass um der taz mal vorzuschlagen nicht nur Blogs zu zitieren, sondern auch deren Adressen abzudrucken. Ich habe darauf keine direkte Antwort erhalten (hatte ich auch nicht erwartet), aber dafür eine indirekte Antwort:
Denn schon einige Tage später gab es mal wieder einen Artikel in der taz zum Thema StudiVZ, der sich mal wieder auf Blogs bezieht – ohne sie namentlich zu erwähnen (siehe auch diesen offenen Leserbrief, auf den auch keine Reaktion folgte).

Ganz im Gegenteil dazu handelt jetzt die Welt am Sonntag:
Im Artikel Eine virtuelle Karriere (siehe hier) wird neben dem Blog WAZsolls auch das Pottblog wie folgt erwähnt:

Aufmerksam wird jede Regung aus dem WAZ-Hauptquartier in Essen registriert und in Onlineforen wie „Pottblog“ kommentiert. Auch im Haus gibt es viele Augen, die auf die Neue schauen. Ein Kollege berichtet auf seiner Website „WAZsolls“ über Neuigkeiten aus dem Verlag, anonym.

Insofern sehe ich es nicht ganz so eng wie Pleitegeiger, die wie folgt kommentierte:

Da wurde allerdings dreist behauptet, das Pottblog sei ein Forum…

Wenigstens wurden von der WamS die Quellen-Blogs benannt – noch schöner wäre es natürlich, wenn auch die URLs erwähnt worden wären. Wobei natürlich eine Google-Suche nach WAZsolls bzw. Pottblog schon die richtigen Seiten findet…

… und vielleicht wird irgendwann auch mal die taz nichts mehr dagegen haben, daß deren Leser sich weitergehend informieren können und entsprechend auch die Blogquellen bei den Artikeln erwähnen und vielleicht sogar gleich direkt mit der entsprechenden URL-Angabe.

Man kann ja noch träumen… :)


5 Kommentare »

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI.

  1. (1) Kommentar by Don Alphonso @ 23. Januar 2007, 03:31 Uhr

    Sorry, aber was mich angeht: Es ist mir völlig egal, ob die mich linken oder erwähnen. Einerseits sind TAZ und Welt gleichermassen zurecht sterbende Medien, andererseits bringen Links so gut wie nichts, und banales Inhalte stehlen hat generell beste Tradition bei denen.


  2. (2) Kommentar by Ralf @ 23. Januar 2007, 06:50 Uhr

    Ja das mit Links in Zeitungen ist genauso lustig wie mit Links im TV. Der Blogger erwartet also das ein Zeitungsleser nach dem Lesen des Artikels zum Computer rennt und alles nachrecherchiert was da gedruckt auf dem Papier stand. Demnach müsste auch unter jedem Artikel der auf eine Agentur-Meldung beruht, ein Link zur Agentur-HP stehen.

    So funktioniert das aber nicht. Wer eine Zeitung liest, erwartet das er alle relevanten Informationen im Artikel findet und nicht noch zusätzlich irgendwo rumforschen muss. Diese Erfahrung mussten auch diejenigen machen, die versuchten TV mit Internet zu verknüpfen. Entweder oder. Beides ist zuviel des Guten.
    Im Internet ist es eine andere Qualität wenn Links fehlen. Die zusätzliche Information ist nur einen Klick weit entfernt. Und ich muss auch nicht das Medium wechseln um sie zu bekommen. Außerdem sind die Informationen im Internet oft wesentlich kompakter, so das sie ohne zusätzliche Quellen oft nicht auskommen.

    Zeitung und Internet sind somit zwei komplett verschiedene Welten. Das eine ist eine Allround-Information die alles wichtige enthalten muss. Das andere nur eine „Kurz-nachricht“ bei der der Leser selber entscheidet wie tief er in das Thema einsteigen will.
    Deswegen bezweifel ich auch das Zeitungs-Redakteure für das Internet so richtig geeignet sind. Zumindest kann man Zeitungsstil nicht 1:1 auf das Internet übertragen, auch wenn dies viele Zeitungen versuchen.
    Demnach ist es auch wenig sinnvoll Internetstil auf Zeitungen übertragen zu wollen. Eine Zeitung ist kein Blog.

    Und zu meinem Blog:
    Inhaltlich ist es nur in so fern umgekrempelt, als das die alten Beiträge noch nicht online sind. Es ist eine komplette Runderneuerung inkl. neuer Datenbank usw. Ich will aber auch nicht 24/7 an dem Blog arbeiten bis alles wieder so ist wie es vorher war. Also: Kommt Zeit, kommen alte Beiträge wieder.

    Der Name ist übrigens immer noch der gleiche. Aber das mit dem www in der URL … das hatte ich vorher auch schon gestrichen. 😉


  3. (3) Kommentar by Jens @ 23. Januar 2007, 07:15 Uhr

    @Don:
    Ich kann auch nicht wirklich feststellen, daß meine Besucherzahlen durch irgendwelche Erwähnungen angestiegen sind oder nicht. Ist halt auch ein Problem von fehlenden Referrern von Off- zu Online-Medien. Bei Links im Internet-Angebot wäre das ja eher messbar.

    Aber es ist ja nicht nur etwas gutes für die Blogger wenn sie erwähnt werden, sondern auch für die Leser. Ich habe mich mehr als einmal geärgert, daß in irgendwelchen Artikeln in diversen Zeitungen und Magazinen auf „die Blogger“, „die Blogszene“ und „die Blogosphäre“ sich in konkreten Sachverhalten bezogen wurde, aber eben nicht die Namen der Blogs oder gar die Adressen dabei standen. Das hätte mich als Leser (und Käufer!) aber schon interessiert, um ggf. mehr zu erfahren.

    Schaut man sich z.B. die StudiVZ-Sachen an – aus dem taz-Artikel kann man nicht so viel entnehmen, da wäre dann ein Link zur Blogbar o.a. Seiten recht hilfreich. Ich denke z.B., daß das „Ehssan in der U-Bahn“-Video sehr aufschlußreich ist – aber die „sterbenden Medien“ (wie Du es nennst) bringen da keinen Verweis. Und das finde ich schl…

    @Ralf:
    Ich erwarte das nicht unbedingt als Blogger, ich erwarte auch als Leser, daß mich meine Zeitung korrekt und kompetent informiert und mir ggf. weitergehende Quellen nennt.
    Als ein Beispiel fällt mir z.B. gerade die einige Jahre zurückliegende Diskussion um Bushs Militärdienst ein. Der war ja irgendwo in Texas stationiert und hatte einen recht … unspektakulären Dienst, ganz im Gegenteil zu vielen seiner Landsleute. Da gab es ja in den Blogs einiges, was – wenn ich mich recht entsinne – auch zu einigem Stühlerücken bei den etablierten Medien führte.
    Damals las man jedoch immer nur „in amerikanischen Blogs“, „politische Blogs aus den USA“ usw. – aber nie die Namen bzw. URLs. Das hätte mich damals schon interessiert.

    Die Zeitung muß ja nicht alle möglichen Links abdrucken – bei StudiVZ wäre es z.B. etwas viel gewesen, aber ein Verweis auf die Blogbar und auf die StudiVZ-Artikelsammlung wäre schön gewesen.

    Das www im Blog streiche ich.


  4. (4) Kommentar by Ralf @ 23. Januar 2007, 11:05 Uhr

    Ich lese ja regelmäßig mindestens ein PC-Magazin. Und da freue ich mich immer im Kreis wenn z.B. auf ein Patch von Microsoft hingewiesen wird. Der Link zum Patch erstreckt sich manchmal über 3 oder 4 Zeilen. Da frage ich mich einfach nur: Wer ist bitte schön so blöd un tippt das ab? Bzw. wer macht sich die Mühe?
    Klar ist es einfach eine URL wie pottblog.de, neun12.de, blogbar.de oder lyssas-lo… launsch? lonsch? lunsch? lohntsch? Also dem Zeitungsleser einen Hinweis auf Lüssa-Launtsch.net zu geben. Nur hat er die URL schon vergessen bevor der PC hoch gefahren ist. Falls er sie denn richtig abtippt. Und da geht es schon los. Schau mal nach oben in die Adresszeile. Würdest du _die_ URL abtippen nur um mal zu schauen wie der Artikel im Original aussieht?
    Na gut, pottblog.de reicht ja schon. Aber wie sieht es in 1-2 Monaten aus? Da tippt jemand „pottblog“ in die Adresszeile und landet mit etwas Glück hier. Und dann? Suchen? Fragen? Dumm aus der Wäsche gucken?
    Es ist schon ein technisches Problem URLs vom Netz in die Zeitung und von da wieder ins Netz zu bekommen. Also Links in der Zeitung abdrucken macht irgendwie nicht wirklich viel sinn.

    [Übrigens waren diese Monster-URLs ein Grund warum ich meine Permalinkstruktur geändert habe]

    Mit den Begriffen „Tom’s Diner“ AND „Ralf Albert“ gibt es bei Google zwei Ergebnisse. Lässt man das Hochkomma weg, sogar nur eins. Mein Blog. Ohne Anführungszeichen und AND-Operator, also nur die 4 Wörter, lande ich ebenfalls bei Google ganz, ganz weit vorne (1. Platz Jucheee).
    Interessiert sich ein Zeitungsleser tatsächlich für weitergehende Informationen, sollte er auch genug Medienkompetenz besitzen und aus einem Text 3-4 passende Stichwörter raus zu suchen, diese dann in eine gängige Suchmaschinen einzugeben und dann aus den Ergebnissen das oder die passenden auszuwählen.
    Ich denke das ist ein Punkt an dem es in Deutschland noch gravierend hapert. Diese fehlenden Kompetenzen sind die fehlende Brücke zwischen Print und Net. Es nützt nichts Links abzudrucken wenn der Leser damit nichts anzufangen weiß.

    Und in dem von dir beschriebene Fall mit G.W. Bush, würde ich mal sagen, dass der Journalist versagt hat. Ein guter Artikel hinterlässt beim Leser nicht das Gefühl das ihm Informationen fehlen.
    Hat der Journalist jedoch so gut geschrieben das der Leser noch mehr wissen will, sollte der Leser ausreichend Kompetenzen haben sich die weiteren Informationen zu besorgen (s.o.). Dir ist es ja auch gelungen, trotz fehlender Links. Oder nicht?

    Bevor man über die Verknüpfung von Print und Internet philosophiert, sollte man sich erstmal Gedanken darüber machen wie man das Internet einfacher machen kann.
    Lange URLs die sich niemand merken kann sind schon mal ein Hindernis. Aber auch Blogs die mit Slang und Fachsprache vollgestopft sind, sind für einen Einsteiger keine leichte Kost.
    Ebenso darf man nicht vergessen das nicht jeder bereit ist seinen Browser ständig aufzurüsten nur um auch noch das letzte Ajax-Gimmick anzuschauen.

    Print und Internet können sich ergänzen, dass mag wohl stimmen. Aber nicht indem jeder auf den anderen verweist. Ich muss für beide Medien eine gewisse Kompetenz entwickeln. So wie ich mir die Zeitungen auswähle die ich lesen möchte, muss ich Informationen im Internet finden können. Dieses „Du musst mal da gucken, da ist’s interessant“ entmündigt den Nutzer. Das ist wie ein Kind das man ständig an der Hand führt. Das lernt auch nie selbstständig laufen.


  5. (5) Kommentar by Jens @ 25. Januar 2007, 07:39 Uhr

    @Ralf:
    Nur kurz – bin eigentlich schon etwas überfällig auf dem Weg zur Arbeit:
    Lange URLs kann man ja verhindern, mittels Tiny-URLs, mittels Webcodes usw. Man muß z.B. bei diesem Beitrag nicht eine megalange URL eingeben, der Link auf https://www.pottblog.de/?p=1577 würde auch ausreichen.


Schreib einen Kommentar

Line and paragraph breaks automatic, e-mail address never displayed, HTML allowed: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Mit dem Absenden eines Kommentars wird akzeptiert, dass der angegebene Name, die eMail-Adresse und die derzeit aktuelle IP-Adresse Ihres Internetanschlusses zusammen mit dem Kommentar gespeichert wird. Weiteres hierzu in den entsprechenden Datenschutzhinweisen.