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Jens Matheuszik — 10. Dezember 2006, 15:02 Uhr

Auf dem Weihnachtsmarkt in Dortmund


Mit diesem Beitrag suchte ich nach guten Restaurants in Dortmund, die ich dann – teilweise etwas peinlich – anrief um ein vernünftiges Restaurant für unser traditionelles Weihnachtsessen zu finden.

Schon recht schnell war klar, daß das Restaurant Holzknecht die erste Wahl sein würde.

Am vergangenen Donnerstag war es dann soweit:

Geplant war es, daß wir ab ca. 17.00 auf den Weg von Bochum nach Dortmund machen wollten um dann über den dortigen Weihnachtsmarkt zu ziehen, um danach dann um 20.00 Uhr das Restaurant aufzusuchen. Dieser Planung machte jedoch das Wetter einen deutlichen Strich durch die Rechnung.
Da es den ganzen Tag über regnete und wir keine Lust hatten zu sehr den Weihnachtsmarkt im Regen zu genießen, beschlossen wir uns ca. eine Stunde später auf den Weg gen Dortmund zu machen. Hektische Telefoniererei mit den Kollegen, die heute nicht im Büro waren, aber zeitlich den alten Plan noch kannten, war die Folge.

Der Fahrkartenautomat und ich…
Ich fahre normalerweise nicht mit Bus und Bahn. Ausnahmen wie beim Studium in Berlin bestätigen die Regel. Aber grundsätzlich fahre ich nicht mit Bus und Bahn und kenne mich daher auch nicht wirklich mit Fahrkartenautomaten aus. Groß war das Gelächter meiner Kollegen, als ich in der U-Bahn-Station Schauspielhaus mir ein Kurzticket holen wollte, um damit zum Hauptbahnhof zu fahren. Ich dachte ja, wir würden dann alle vom HBF Bochum aus ein gemeinsames Ticket zum HBF Dortmund nehmen…
Nun ja, nachdem man mich „aufklären mußte“, daß ich auch hier schon ein Ticket nach Dortmund nehmen konnte, machte ich das dann auch und ließ den leichten Spott meiner VRR-erfahrenen Kollegen über mich ergehen…
Schon auf dem Weg zum HBF BO haben wir eine Kollegin unterwegs „aufgeschnappt“, mit der wir uns eigentlich erst später treffen wollten.
Am HBF BO warteten wir dann auf den NRW-Express, der uns nach DO bringen sollte und eine Person (die sich angeblich besser mit dem ÖPNV auskennt als ich) meinte nur „So ein großer Zug!“ – selbst ich, der so gut wie nie Bahn fährt, weiß, daß der NRW-Express so „groß“ ist (halt ’nen doppelstöckiger Regionalexpress).

Dortmund, Innenstadt
Das Wetter hatte sich inzwischen einigermaßen beruhigt. Vom vorherigen Regen gab es noch ein paar Pfützen und die orkanartigen Winde waren auch erst 24 Stunden später angesagt. Als wir in DO ankamen haben wir uns natürlich erstmal die Rückfahrzeiten angeschaut, wobei ich die Aussage „Dann nehmen wir um 22.35 Uhr den Zug zurück!“ gleich als Wunschgedanken ins Reich der Fabeln verwies. Ich sollte recht behalten.

Für Gelächter sorgte der in der Halle des Hauptbahnhofes aufgestellte Weihnachtsbaum der Deutschen Bahn, den ich mit „Hier sehen wir jetzt den weltgrößten Weihnachtsbaum, für den Dortmund so berühmt ist“ vorstellte.

Auf für mich unverständliche Weise reagierten die Kollegen eher uninteressiert auf den Hinweis, daß zur Fußball-WM 2006 direkt gegenüber vom Hauptbahnhof die Schwarz-Gelbe Wand installiert war. Stattdessen standen jetzt auf dem Scheitel der großen Freitreppe ein Riesen-Weihnachtsmann und ein Weihnachts-Rhinozeros.

Die Innenstadt von Dortmund war gar nicht so voll, wie ich es für einen Donnerstag befürchtet hatte – der mehrere Stunden andauernde Regen am Nachmittag hatte wohl erfolgreich andere Besucher abgehalten. Uns nicht, wir hatten ja für abends einen Tisch im Restaurant Holzknecht reserviert.

Alter Markt und freundliche BVB-Fans
Als wir dann am Alten Markt ankamen, wo ich den Leuten gar nicht wirklich den Bläserbrunnen zeigen konnte (siehe hier – Bild von der Fußball-WM 2006), da überall schon Weihnachtsmarkt-Stände waren. Da die Kollegen schon etwas durstig waren und ich noch schnell was kaufen wollte, ließ ich sie an einem Stand stehen, wo „Brinkhoffs Nr. 1“ dran stand – denn einige der Kollegen hatten keine Lust auf Glühwein und wollten lieber ein kühles Pils trinken.
Ich machte mich dann schnell auf dem Weg zum BVB-Fanshop, denn ich wollte mir schon länger einen neuen Borussia Dortmund-Schal holen. Jedoch einen „relativ“ neutralen, d.h. eigentlich sollte der nur rein schwarz und gelb sein. Im BVB-Shop fand ich auch schnell die Ecke mit den Schals, wo mich sofort eine freundliche Verkäuferin fragte, was ich haben möchte. Ich wies auf den einzigen Schal hin, der meinem Wunsch entsprach, worauf sie dann meinte, daß es den nur im Set mit einer gleichfarbigen Ringelmütze geben würde. Die wollte ich jetzt nicht unbedingt, was ich dann auch sagte, doch leider bestätigte mir die Verkäuferin, daß es das ganze nur im Set geben würde.
Aber direkt neben mir stand eine Kundin, die eben nur diese Mütze haben wollte und nicht den Schal. Glücklicher Zufall – denn so kauften wir beides zusammen, ich ging dann mit dem Schal von dannen, während die Dortmunderin die präferierte Wollmütze hatte.
Am (vermeintlichen) Brinkhoffs-Stand angekommen, hörte ich schon ein gewisses „Aufstöhnen“ meiner blau-weißen Kollegen, denen ich dann den weiteren Weg zeigte. Natürlich noch am BVB-Shop vorbei („Hier, da gibt es was schönes zu sehen!“), bevor wir dann durch das Karstadt Sporthaus uns auf dem Weg zum eigentlichen Weihnachtsmarkt machten. Erst wollte ich die Kollegen zur Glaspassage zwischen den beiden Karstadt-Häusern führen, von wo man eine gute Aussicht genießt (siehe hier), aber die Mehrheit wollte dann doch sofort den Weihnachtsmarkt besuchen und nicht nur von oben aus anschauen.

Also schnell durch Karstadt, Kommentare von einer Kollegin ignoriert („Gib’s zu, Du willst hier noch was kaufen und Punkte sammeln!“) und auf zum Weihnachtsmarkt mit dem größten Weihnachtsbaum der Welt (lt. Eigenwerbung).

A propos größter Weihnachtsbaum: Der dazugehörige Wikipedia-Eintrag ist ganz interessant. Ich hätte z.B. nicht gedacht, daß es Koniferen gibt, die über 60 Meter groß werden…

Es gibt kein Bier auf Hawaii dem Dortmunder Weihnachtsmarkt
Die Kollegen, die a) keinen Glühwein mögen und b) stattdessen ein Pils trinken wollten, hatten leider immer noch kein Glück. Auf dem gesamten Dortmunder Weihnachtsmarkt haben wir keinen Stand mit Bierausschank gesehen, was einen der Blau-Weißen zur hämischen Frage verleitete, warum denn Dortmund überhaupt als Bierstadt bezeichnet wird. Gute Frage – mir eh egal, ich wollte ja kein Bier und verwies dann auf das Restaurant, wo es ggf. auch für Blau-Weiße ein Pils geben könnte – natürlich aber nicht von dieser Sch***-Plörre aus dem Sauerland.
Die restlichen Kollegen konnten sich jedoch stattdessen am Glühweinstand verköstigen – gibt ja nicht nur Glühwein dort, wobei man sagen muß, daß ich es merkwürdig finde, wenn man Alkohol durch einen Strohhalm trinkt (Lumumba). Das kenne ich sonst nur klischeehaft von Mallorca…

Der Weihnachtsmarkt selbst hier war recht schön anzusehen, wobei man die Stände rund um den Weihnachtsbaum recht schnell abklappern konnte. Wären wir jedoch – wie ursprünglich geplant – eher da gewesen, hätte man ja auch noch rund um die Reinoldikirche sich umschauen können.

Lustig war hier noch die Lasershow an der Wand des Karstadt-Hauses – damit die Laserstrahlen richtig zur Geltung kommen konnten, mußte noch Kunstnebel verteilt werden – schlauerweise stand ein Kollege mit seinen drei Reibeplätzchen genau dort, wo der Kunstnebel sich verbreitete. Aber er ging im Nebel nicht verloren…

Restaurant Holzknecht
Auf dem Weg zum Restaurant (u.a. am für einige von uns recht bekannten Stadthaus und dem Theater vorbei) fing es auch ganz leicht wieder an zu regnen, so daß es recht gut war, daß wir uns auf den Weg gemacht hatten. Nachdem gefühlte 40 Gäste gerade das Restaurant verlassen hatten und die Bedienungen dort alles abgeräumt und wiederhergerichtet hatten, konnten wir auch unseren Tisch in Empfang nehmen. Durch kurzfristige Abmeldungen bei uns gab es dann nicht mehr den schönen langen Tisch am Kopfende des Saales, sondern einen etwas kleineren, was jedoch kein Problem darstellte.

Bei der Getränkebestellung sollte dann die AGF (Anti-Glühwein-Fraktion) auch auf ihre Kosten kommen, auch wenn mir persönlich die Getränkeauswahl der Karte nicht sooo sehr zusagte. Aber okay, mir war von der Beschreibung des Holzknechts her klar, daß man hier wohl kein Miller, Desperados o.ä. bekommen würde – und auch Caipis hatte ich hier nicht vermutet.

Doch wo die Getränkeauswahl meiner Meinung nach nicht ganz ausreichend war, war die Speisekarte doch deutlich besser. Wenn man in ein Restaurant geht und beim besten Willen sich nicht zwischen mehreren Sachen entscheiden kann, finde ich das gut, denn bei so etwas habe ich gerne die Qual der Wahl. Nachdem wir dann alle bestellt hatten kam das Essen recht flott – angesichts der vielen Gäste, denn neben uns war alleine in diesem seitlichen Saal noch eine deutlich größere Gesellschaft versammelt, bei denen es übrigens ein Weihnachtswichteln gab – und fast jeder bekam irgendein Kleidungsstück überreicht. Ob das das Weihnachtsessen von Adler, C & A oder Karstadt-Modeabteilung war, konnte ich jedoch nicht herausfinden… 😉

Das Essen selbst, was – wie schon beschrieben – relativ schnell kam, war nicht nur schön auf den großen Tellern arrangiert, sondern auch a) von der Menge her sehr ausreichend und b) schmeckte sehr gut. Insofern also wirklich ein gutes Restaurant. Das einzige was etwas vom Nachteil war, daß es relativ voll im Holzknecht war, so daß die weiteren Getränkebestellungen sich manchmal etwas hinzogen. Was jedoch für manche Kollegen, die so gewisse fußballerische Highlights an einem „anderen Ort“ erlebten, nicht so schlimm war… 😉

Nach rund drei Stunden machten wir uns dann auf den Weg nach Hause bzw. erst einmal zum Hauptbahnhof. Die Innenstadt war schon wieder richtig leer, die Geschäfte waren alle geschlossen (also nix mit „Ladenöffnungsgesetz“ hier – wobei die Läden meines Wissens am Freitag länger aufhaben) – und dennoch verpassten wir auch den zweiten geplanten Zug.

Komplizierter ÖPNV – aber nicht für mich!
Am Bahnhof angekommen (zwischendurch mußte ich einem durch-und-durch-Blau-Weißen erstmal quasi den Mund verbieten – solche Sprüche tätigt man nicht – vor allem nicht in dieser Lautstärke – in Dortmund…) schauten wir uns dann erstmal an, wie wir denn jetzt wieder nach Hause kommen könnten. Drei Richtungen hatten wir – Bochum, Herne und Kamen. Der Zug nach Herne fuhr schon wenige Minuten später, so daß sich die betreffende Person von uns verabschiedete, der Zug nach Kamen sollte noch ungefähr 20 Minuten dauern, während die zahlenmäßig größte Fraktion, die Bochumer, noch ungefähr 35 Minuten warten mußten.
Bochum und Kamen überlegten sich dann noch entweder den stets geöffneten McDonald’s am Dortmunder Hauptbahnhof oder aber eine Bahnhofskneipe aufzusuchen. Irgendwie entschied sich dann die Mehrheit für die Bahnhofskneipe, wo wir dann darauf warteten, daß endlich unser Zug kommen würde. Ungefähr 10 Minuten vorher fiel uns dann jedoch auf, daß wir jetzt ein Ticket zu wenig hätten, denn die für die Rückfahrt ticketlosen Personen (u.a. ich) wollten dann mit den Ticket 2000-Besitzern mitfahren, was wohl ab 19.00 Uhr ohne Probleme geht. Dummerweise war jedoch inzwischen ein Ticket 2000 zu wenig da, da es schon geraume Zeit auf dem Weg gen Herne war… also beschloss eine Kollegin schnell noch ein Ticket zu lösen und kam und kam nicht wieder.
Da wir uns schon langsam Sorgen machten, machte ich mich auf dem Weg um sie zu suchen und fand sie vor einem Ticket-Automat stehen. Ich hätte dran denken müssen, daß ein moderner Ticket-Automat so etwas wie ein Computer ist und – nun, wie drücke ich es aus: Manche Personen stehen ja mit dem Computer auf dem Kriegsfuß. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, stand sie die ganze Zeit an irgendwelchen Automaten der Deutschen Bahn, mit denen man Fernreisen buchen konnte. Wir wollten aber nicht nach München, sondern nach Bochum und so mußte ich, der noch wenige Stunden zuvor hämische Kommentare beim Fahrkartenautomat erntete, das korrekte Ticket buchen.
Dann mußten wir uns auch schon beeilen, weil dann unser Zug schon kurz darauf wegfahren sollte – im Zug gab es dann eine Überraschung für uns: Der Kollege aus Herne saß auch dort drin! Eigentlich sollte er ja schon rund eine halbe Stunde vorher gefahren seien, doch wie er uns erklärte, fuhr der von ihm gesuchte Zug nur am Samstag und Sonntag. Aber mir sagen, ich kenne mich mit ÖPNV, Fahrkarten usw. nicht aus… 😉

Fazit
… ungefähr um 1.30 Uhr nachts sollte dann das ganze geendet haben, jedenfalls ist das die Uhrzeit, die ich zuletzt auf meinem Wecker sah. Irgendwie wundert es mich daher nicht, daß am nächsten Morgen ein Großteil der Kollegen nicht schon um 6.00 Uhr da war, sondern erst deutlich nach 8.00 Uhr.

Insgesamt gesehen ein gelungener Abend – und in Zukunft werde ich dann mal versuchen mit Petrus zu reden, damit wir auch vorher schon ein gutes Wetter haben, denn insgesamt gesehen war die Zeit auf dem Weihnachtsmarkt doch etwas zu kurz.


2 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Muschelschubserin @ 11. Dezember 2006, 18:48 Uhr

    Freut mich sehr, dass es euch geschmeckt und auch ansonsten ganz gut gefallen hat! :) Ich hatte schon Angst, dass ausgerechnet an dem Tag irgendwas schief läuft in Sachen Essen, aber jetzt bin ich beruhigt.


  2. (2) Kommentar by Jens @ 11. Dezember 2006, 20:53 Uhr

    Das Essen dort wurde auch jetzt noch – Tage später – gelobt.


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