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Jens Matheuszik — 2. Oktober 2006, 21:47 Uhr

IKEA: „Wenn weg, dann weg“ – noch vor der Öffnung…


Bisher hatte ich von IKEA ja eigentlich nur einen guten Eindruck. Doch seit heute nicht mehr wirklich, wobei das ganze eine unglückliche Verkettung mehrerer Dinge ist.

Ich war heute früh bei IKEA in Dortmund, denn von meiner Tour des meubles wußte ich, daß IKEA in Dortmund am heutigen 2. Oktober 2006 schon um 8.30 Uhr aufmacht und u.a. den Schaukelstuhl Ensta für 19,- statt für 49,- Euro anbietet.

Diesen Schaukelstuhl fand jemand (nicht ich…) vor kurzem ganz gut, und da diese Person demnächst Geburtstag hat, dachte ich mir, das man das nutzen könnte. Dann kam noch eine Kollegin, die, als ich davon erzählte, den Stuhl auch ganz toll fand, worauf ich ihr anbot, ihr auch einen mitzubringen. Zusätzlich kam dann noch eine kleinere Wunschliste mit weiteren Sachen von weiteren Personen wie z.B. zwei Tullsta-Sessel, einen abzugebenden IKEA Family-Antrag (war für die Person sowieso geplant und es gab bei den heutigen Anmeldungen laut Werbung ein tragbares Radio als Geschenk) usw. – ja, ich habe auch für mich was gekauft. :)

So machte ich mich – nachdem ich schon ca. anderthalb Stunden gearbeitet hatte – auf dem Weg von Bochum nach Dortmund. Dort war ich deutlich vor 8.30 Uhr, sah am Eingang schon den Schaukelstuhl, leider jedoch ohne genaue Angaben, wo man ihn findet. Man solle doch jemanden vom Personal befragen. Natürlich war keines da. Der Family-Stand war leider auch unbesetzt, so daß ich weder dort fragen noch die Anmeldung dort abgeben konnte. Der Weg in die Ausstellungshalle war leider noch abgesperrt, vor mir warteten noch zwei Kunden darauf, daß sich IKEA an das eigene Versprechen („Wir öffnen um 8.30 Uhr“) erinnert.

Dann endlich, deutlich nach 8.30 Uhr, wurde der Weg in die Ausstellungshalle freigegeben. Die beiden die mit mir dort warteten schauten sich die Couchtische an, während ich die freundliche Verkäuferin fragte, wo es denn den Ensta-Schaukelstuhl geben würde. Dort erklärte sie mir, daß die auf der Sonderfläche kurz vor den Kassen liegen würden. Außerdem bat ich sie mir kurz zwei Sachen aus dem Lager zu bestellen, die ich auf der Einkaufsliste hatte. Das ganze ging sehr schnell, zwischenzeitlich war kein weiterer Kunde an mir vorbeigehuscht, wobei die beiden von vorher sich inzwischen den Sofas näherten.

Nachdem ich meinen Zettel nebst Wartenummer (435) erhalten hatte, machte ich mich auf den Weg Richtung Markthalle. Kurz davor ist bekanntlich der IKEA Family-Stand, wo ich ja noch einen Antrag abzugeben hatte. Das machte ich dann auch, doch irgendwie machte der Mitarbeiter keine Anstalten mir das versprochene Radio zu überreichen. Nicht, daß ich bzw. die angemeldete Person das jetzt unbedingt haben wollte – aber es wurde nun mal so beworben. Wovon der Mitarbeiter am Family-Stand jedoch nichts wußte. Naja, vielleicht sollte IKEA nicht nur die Schilder vor dem Laden mit der Werbeaktion beschriften, sondern vielleicht auch irgendwelche Rundmails an die Mitarbeiter verschicken…

Direkt nach dem ich den Radio-Wunsch äußerte, kam jedoch eine kleine Überraschung auf: Die Verkäuferin, die mir vorher sagte, wo es die Schaukelstühle gibt, kam zu ihrem Kollegen und zeigte auf die Stelle, wo die beiden Ensta-Schaukelstühle standen. Jetzt jedoch nur noch einer: der weiße. Der in Naturholz war nicht mehr da, und sie erklärte, sie hätte eine Kundin gesehen, die diesen Stuhl in der Hand hatte. Angeblich hätte ein Kollege aus der Markthalle das gestattet, da ja keine weiteren Exemplare mehr da wären.
Daraufhin schaute der Kollege vom Family-Stand in den PC, stellte fest, daß es doch noch die überragende Anzahl von sechs(!) Ensta-Stühlen in Holzfarbe geben sollte und rief den Kollegen in der Markthalle an, der erklärte, daß es kein einziges Exemplar mehr gibt. Na super! Genau so einen wollte ich doch als Geschenk holen…

Nachdem somit die Farbwahl (nach langem Hin und Her hatte ich mir überlegt, daß die Holzvariante für die zu beschenkende Person besser wäre) zwangsweise geklärt war, kümmerte sich dieser Kollege um das Radio. Er ging kurz weg und während er weg war, sah ich faszinierenderweise, wie eine Kundin sich der Ausstellungsfläche näherte, wo nur noch der weiße Schaukelstuhl stand. Sie nahm ihn mit und ging Richtung Markthalle. In diesem Moment dachte ich mir jetzt „Bist Du jetzt wirklich hier um einen weißen und einen holzfarbenen Schaukelstuhl zu holen und bekommst keinen einzigen?“…

Eine Minute später kam jedoch der IKEA-Mitarbeiter wieder zurück zum Family-Stand – mitsamt dem gerade entführten Schaukelstuhl („Den hat auch eine Kundin mitgenommen! Davon haben wir aber noch ganz viele!“) und dem Werbegeschenk-Radio.

Unten in der Markthalle mußte ich dann unglücklicherweise feststellen, daß es wirklich nur noch den weißen Schaukelstuhl gab – neben mir wunderten sich auch noch andere Kunden darüber. Es war schließlich gerade erst ca. 8.40 Uhr.

An der Kasse zahlte ich dann den ganzen Kram – und ehrlich wie ich bin informierte ich die Kassiererin, daß sie etwas falsch abgerechnet hatte. Aus irgendwelchen Gründen hatte sie bei einem der Lagerartikel was falsches berechnet, so daß ich nur ca. 40,- Euro statt 200,- Euro hätte zahlen müssen. Als ehrlicher Kunde sagte ich ihr das jedoch, so daß sie das ganze stornierte und dann korrekt berechnete.

An der Kasse sah ich dann auch plötzlich neben mir das holzfarbene Exemplar des Schaukelstuhles, was – inzwischen – rund drei bis vier neidische Augenpaare auf sich zog.

Nachdem ich dann richtig gezahlt hatte, sah ich an der Warenabholung dann das Malheur:
Ein typischer IKEA-Großeinkaufswagen, der wirklich voll gepackt war. So voll, daß mir fast schon klar war, daß das nicht in den Kombi passte, mit dem ich da war. Was mich insofern wunderte, als daß ich genau von diesen Tullsta-Sessel schon ohne Probleme zwei Stück (und weiteren Kram) mit genau diesem Wagen transportiert hatte. Ich beschloß also erstmal die beiden jetzt weißen Schaukelstühle zu verstauen um dann den vollgepackten Großeinkaufswagen zu holen, um mein Glück zu versuchen.

Es stellte sich leider schnell heraus, daß – selbst ohne die beiden Schaukelstühle, deren Verpackungen sperriger als gedacht waren – maximal ein Sessel in den Wagen passt. Wobei ich mich dunkel dran erinnerte, daß ich damals die beiden Sessel ohne Verpackung transportiert hatte. Da ich aber damals den Wagen mit Decken ausgelegt hatte, war das nicht schlimm. Diesmal wäre es jedoch für die hellen, naturfarbenen Sessel nicht gut gewesen, direkten Kontakt mit dem Kofferraum aufzunehmen. 😉

Also entschloss ich mich den einen Sessel wieder zurückzugeben… beim Umtausch-Service erklärte ich mein Malheur, worauf die Angestellte meinte, daß man ggf. für mich den Sessel auch aufbewahren könne, wenn ich heute den noch wieder abholen würde. Ich fand die Idee gut, fragte nach, ob IKEA auch heute normal bis 20.00 Uhr auf hätte, was sie mir bestätigte. Ich erklärte dann, daß ich das gerne machen würde, worauf sie mich dann fragte, wann ungefähr ich den Sessel abholen würde. Nach einigem Nachdenken antwortete ich dann, daß ich so ab 16.00 Uhr wieder da wäre, worauf sie fast schon entsetzt reagierte, denn „so lange können wir den Sessel wirklich nicht aufbewahren“. Es war gerade ca. 9.00 Uhr – und da ich ja an und für sich nur „kurz“ die Arbeit unterbrochen hatte, ging es früher auf keinen Fall für mich.

Also mußte der zweite Sessel umgetauscht werden, was neumodisch mit Geldkarten geschieht. Man bekommt den Wert des umzutauschenden Artikels auf einer Art Geldkarte gutgeschrieben und kann mit dieser Karte an eine Art Geldautomat gehen und bekommt die Summe ausgezahlt.

Als – s.o. – ehrlicher Kunde informierte ich die Angestellte jedoch, daß ich nur einen Sessel umgetauscht habe und nicht beide. Sie korrigierte ihren Fehler schnell, ich bekam nur die einfache Summe ausgezahlt und fuhr dann endlich wieder zurück nach Bochum, mit dem Wissen, daß ich

  1. nicht den richtigen Schaukelstuhl bekommen habe, obwohl ich definitiv einer der ersten Kunden dort war
  2. insgesamt beim Einkauf eine deutlich dreistellige Summe hätte sparen können, wenn ich nicht so ehrlich gewesen wäre

Tja… vielleicht hätte ich mir einfach auch den braunen Schaukelstuhl direkt mitnehmen sollen und vielleicht hätte ich die beiden Angestellten nicht auf ihre Fehler hinweisen sollen. Aber irgendwie hätte ich dann glaube ich ein schlechtes Gewissen.
Was mich viel mehr stört ist jedoch die Tatsache, daß es angeblich dem PC nach noch sechs Schaukelstühle in Holzfarbe gab, aber keine davon zu finden waren. Ob hier etwa eine Art „Mitarbeiter-Kontingent“ vorlag, was nur noch nicht ausgebucht wurde?


2 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Ingo @ 8. Dezember 2008, 22:07 Uhr

    Wenn ich auch die Ärger- und Lässlichkeiten nicht kleinreden kann, kann ich wenigstens das Geheimnis der Wartenummer lüften: Es handelt sich schlicht um die drei letzten Ziffern der Auftragsnummer.
    Außerdem wage ich es zu behaupten (dies nur aus meiner Erfahrung aus meinem Ausbildungsbetrieb, (noch) nicht bei Ikea), dass es sich bei sechs nicht auffindbaren Schaukelstühlen durchaus um einen Inventurfehler (Entnahme für die Ausstellung nicht gebucht, an der Kasse versehentlich nicht gescannt, auf irgendeine Weise gestohlen, …) oder falsch in irgendwelche Regale zurückgelegte Exemplare handeln könnte.

    Grüßle
    Ingo


  2. (2) Kommentar by Jens @ 11. Dezember 2008, 06:48 Uhr

    @Ingo (1):
    Und wieder was gelernt, danke!


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