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Jens Matheuszik — 17. September 2006, 18:38 Uhr

Wahlabend in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: Gute Zeiten, Schlechte Zeiten


Es wurde am heutigen Sonntag gewählt – sowohl im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern als auch im Stadtstaat und der Bundeshauptstadt Berlin.

Schaut man sich die ersten Hochrechnungen an, dann sind die Ergebnisse für mich einerseits positiv zu bewerten, andererseits aber auch negativ:

Berlin
(ARD-Hochrechnung durch infratest/dimap von 18:17 Uhr)
1. Hochrechnung Berlin
Die Hauptstadt-SPD hat es mit ihrem charismatischen Spitzenkandidaten geschafft – nicht nur, daß die SPD die stärkste Fraktion im Abgeordnetenhaus stellt, sie hat scheinbar auch noch zusätzliche Stimmen dazugewonnen.
Das wundert mich aber nun gar nicht – erstens ist Klaus Wowereit einer der beliebtesten Politiker in der Hauptstadt und zweitens hat gerade der von ihm geführte Senat es erstmals geschafft den enormen Schuldenstand der Hauptstadt bzw. dessen Anstieg zu begrenzen, denn unter Finanzsenator Thilo Sarrazin wurden erstmals nach Jahrzehnten substantielle Einsparungen vorgenommen.

Kommen wir zur CDU:
Hätte jemand bei der letzten Wahl gesagt, daß die CDU ihr damals katastrophales Ergebnis unter dem damaligen „Spitzen“kandidaten Frank Steffel noch weiter verschlechtern könne, dann hätte man diese Person wohl ausgelacht. Doch Friedbert Pflüger, der aus Hannover stammende Kandidat („Meine Heimat ist Hannover – das halte ich hoch und heilig.“) hat es geschafft, das Steffel-Ergebnis noch mal zu unterbieten. Wer hier von „Wahlkampf auf gleicher Augenhöhe“ und „die CDU ist wieder da“ spricht, scheint andere Zahlen zu kennen.

Ach ja – das schlechtere Abschneiden der PDS bzw. Die Linke oder wie die Partei jetzt auch immer gerade mal heißen mag freut mich auch ein wenig, da ich nicht gerade ein Fan von solchen Bündnissen bin.

Daher mal mein Appell an die Berliner SPD, die Berliner Grünen und die Berliner FDP: Wie wäre es denn mit einer Ampel?

Ansonsten mißfällt mir hier die anscheinend wieder gesunkene Wahlbeteiligung.

Mecklenburg-Vorpommern
(ARD-Hochrechnung durch infratest/dimap von 18:11 Uhr)
1. Hochrechnung Mecklenburg-Vorpommern
Es freut mich zwar, daß die SPD in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin anscheinend die stärkste Fraktion stellt, die Verluste wundern mich jedoch nicht wirklich.
Bisher wählten die Leute in „MeckPomm“ immer gleichzeitig mit der Bundestagswahl und dadurch konnte die SPD bei der Wahl 2002 deutlich mehr die Leute motivieren zur Wahl zu gehen.
Diesmal fehlte der „Wählermagnet“ gleichzeitige Bundestagswahl mit Richtungsentscheidung (Schröder gegen Stoiber), stattdessen regiert derzeit in Berlin eine große Koalition aus CDU und SPD.

Es wundert mich jedoch dennoch sehr, daß die dortige CDU knapp hinter den Sozialdemokraten liegt. Den Namen von derem Spitzenkandidaten (Jürgen Seidel) habe ich bis dato nie bewußt vernommen, ganz im Gegensatz zum amtierenden SPD-Ministerpräsidenten Harald Ringstorff. Vielleicht ist das ja der Merkel-Bonus, schließlich kommt Angela Merkel zwar an und für sich aus der Uckermark Brandenburg, ging jedoch – nachdem sie im dortigen Landesverband keine Chancen hatte – nach Mecklenburg-Vorpommern, wo sie ihren Bundestags-Wahlkreis hat.

Sehr betrüblich ist jedoch meiner Meinung nach a) auch hier die deutlich gesunkene Wahlbeteiligung, von der bisher alle Demoskopen sprachen und b) dem Einzug der NPD in den Schweriner Landtag. Letztere haben sicherlich auch von der geringeren Wahlbeteiligung profitiert.


12 Kommentare »

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