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Jens Matheuszik — 17. September 2006, 22:50 Uhr

Die Wahlverlierer vom 17.09.2006


Am heutigen Sonntag, den 17.09.2006, wurde in den beiden Bundesländern Berlin und Mecklenberg-Vorpommern gewählt.

Meine persönliche Meinung dazu habe ich schon in den Beiträgen Wahlabend in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: Gute Zeiten, Schlechte Zeiten und Welche Drogen nimmt Friedbert Pflüger? formuliert.

Was ich – wie eigentlich bei allen Wahlen – absolut schlecht finde ist das Verhalten der Politiker nach der Wahl. Grundsätzlich hat ja jede Partei nach der Wahl gewonnen. Und dem ist einfach nicht so! Klar, es kommt immer auf den Einzelfall an – manchmal kann ich schon verstehen, daß sich ein Politiker nachher doch zum Gewinner der Wahl erklärt, aber diesmal gibt es gleich mehrere Fälle, wo ich einfach mal ein schlichtes „Wir haben verloren!“ erwartet hätte. Kein Wunder, daß sich die Bevölkerung darüber aufregt und die Politikverdrossenheit steigt:

Wahlverlierer von Berlin
Friedbert Pflüger
In Berlin erklärt der abgebildete CDU-Spitzenkandidat Friedbert Pflüger, daß die CDU wieder da sei in Berlin. Das jemand, der mal für den Regierenden Bürgermeister (a.D.) Richard von Weizsäcker in Berlin gearbeitet hat, so etwas sagt, ist wirklich merkwürdig. Daher habe ich ja scherzhaft schon gefragt, welche Drogen Friedbert Pflüger nimmt.
Die CDU hat unter seiner Führung das kolossal schlechte Ergebnis von 2001 noch unterboten. Damals hatte Frank Steffel von der CDU für die Christdemokraten einen der größten Abstürze in der Geschichte erlebt. Jetzt mit Friedbert Pflüger hat die CDU zum zweiten Mal hintereinander das schlechteste Ergebnis aller Zeiten erzielt. Er selber hat sein eigenes Direktmandat nicht erhalten (ich weiß leider nicht, ob er jetzt überhaupt ins Abgeordnetenhaus einziehen kann).
Dennoch habe ich von Friedbert Pflüger keine Aussage wie „Wir haben die Wahlen verloren!“ gehört. Die Linkspartei bzw. PDS hingegen, die gerade auch im östlichen Teil von Berlin deutlich Stimmen verloren hat, hat dazu dann doch ein paar klare Worte für ihren Verlust gefunden.

Wahlverlierer von Mecklenburg-Vorpommern
Harald Ringstorff
Harald Ringstorff, der amtierende und abgebildete Ministerpräsident, hat mit seiner SPD es anscheinend gerade noch geschafft die größte Fraktion im Schweriner Landtag zu bekommen. Insofern ist er sicherlich ein Gewinner der Wahl und es ist davon auszugehen, daß er weiterhin der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern sein wird.
Nichtsdestotrotz hat die SPD dort über 10 % an Stimmen verloren. Von über 40 % auf knapp um die 30 %.
Klar, es gibt gute Gründe dafür, denn z.B. wurde erstmalig die Landtagswahl nicht zeitgleich mit der Bundestagswahl durchgeführt, was die Wahlbeteiligung deutlich sinken ließ. Dennoch hat die SPD, dennoch hat Harald Ringstorff verloren. Doch davon wird in den Aussagen nach der Wahl nicht gesprochen.

Allgemeine Wahlverlierer
Wenn man sich die Wahlen anschaut, dann gibt es noch übergreifend Wahlverlierer:
Die Demokratie selbst.
Immer weniger Leute gehen zur Wahl und stärken dadurch auch die extremen Ränder in den Parlamenten. Das kann aber nicht die Lösung sein. Natürlich bin ich bisher bei all meinen Wahlabgaben nie zu 100 % mit den zur Verfügung stehenden Alternativen zufrieden gewesen. Aber es gibt wohl nie eine Partei oder eine Person der man zu 100 % zustimmen kann. Wenn man jedoch nicht wählt und nachher über das Ergebnis meckert – sorry, das ist meiner Meinung nach nicht vernünftig.


2 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by jooonas @ 17. September 2006, 23:43 Uhr

    Ich versteh’s auch nciht. Wenn ein Manager bei Daimler -Chrysler sagt: „Wir sind die Besten“, obwohl sie einen dramatischen Gewinnrückgang verzeichnen und viel weniger Autos verkaufen als früher, ist der gute Mann spätestens am nächsten Tag seinen Job los.
    Die Leute warten auf realistische Einschätzungen, auch anerkennen von Niederlagen zeigt Charakter, wenn natürlich jede Partei bei jeder Wahl gewinnt und keiner verliert, warum sollte man dann noch wählen gehen?
    Und wenn ich Kurt Beck bei Sabine Chrisitansen sehe, krieg ich echt das Kot***. Das ist echt der schlechteste und populistischste Politiker den die SPD je ans Steuer gelassen hat. Falls der als Kanzlerkandidat nominiert wird, wird die SPD den negativen Stoiber-Effekt von 2002 kennenlernen.


  2. (2) Kommentar by Jens @ 17. September 2006, 23:47 Uhr

    @jooonas:
    Ich habe die Sendung nur kurz gesehen, aber das was ich gesehen habe, war eigentlich okay. Die mir unbekannte Schriftstellerin prangerte ja an, daß man doch z.B. bei der Rente einiges ändern solle, so z.B. das Renteneintrittsalter. Gerade das wird ja derzeit gemacht, da fand ich es also vernünftig, wie er reagiert hat.


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