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Jens Matheuszik — 23. Juli 2006, 15:51 Uhr

Lyssa, WAZ, WestEins, Merkel & Blogs: Viel Lärm um nichts


Eigentlich sollte dieser Beitrag schon vor einigen Tagen veröffentlicht werden – aber aus Zeitgründen kam ich leider nicht dazu. Besser spät als nie – daher jetzt:

Das was in den letzten Tagen und Wochen in einzelnen Blogs rund um Katharina Borchert aka Lyssa von Lyssa’s Lounge abgeht finde ich … merkwürdig. Seltsam wäre vielleicht auch richtig, denn ganz nachzuvollziehen ist das nicht. Man hat fast den Eindruck, daß des Kardinal Joseph Ratzingers ehemalige Wirkungsstätte (die Kongregation für die Glaubenslehre – die Nachfolgerin der gefürchteten Inquisition) sich inzwischen auch im Internet betätigt…

Eigentlich hatte ich vor bzgl. der WAZ/WestEins-Geschichte eine Art „Blog- & Presseschau“ zu machen, aber die ist aus Zeitgründen erstmal vertagt. Diesen Artikel gibt es jetzt, da ich mich in den letzten Tagen habe ich mich mehr und mehr über manche Vorwürfe gewundert und manchmal sogar ein kleines bißchen aufgeregt habe.

Schön wenigstens, daß manch beleidigender Unterton und manches negative, angreifende Attribut inzwischen in der Diskussion nicht mehr genutzt wird, sondern Argumente in die Diskussion gekommen sind. Zwar teile ich die nicht (immer), aber besser so als wenn man sein Gegenüber nur noch mit Worten abwertet.

Jetzt aber zum eigentlichen „Inhalt“:

Katharina Borchert aka Lyssa und die WAZ (WestEins, WAZ Live oder wie auch immer)
Natürlich freue ich mich generell wenn jemand den ich indirekt (also bisher nur aus dem Internet) kenne und schätze irgendwo einen guten Posten bekommt: So ist es ja bei Katharina Borchert (aka Lyssa), die Chefredakteurin des neuen Internet-Projektes der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) wird. Das macht die Befürworter dieser Aktionen aber nicht gleich zu „Jubelpersern“, die gleich alles andere im weiten Umfeld über den grünen Klee loben.

Denn ich persönlich bedaure die Schließung mehrerer Lokalredaktionen durch die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) sehr, da ich sie für falsch halte.

Die Berufung von Lyssa zur neuen Chefin von WestEins und dann auch zur stellvertretenden Chefredakteurin der WAZ an sich sehe ich jedoch nicht unbedingt im selben Kontext, denn wie (leider fast nur) die taz in einigen Artikeln wie z.B. diesem berichtete, scheint es da vielmehr um eine Absprache von verschiedenen im Ruhrgebiet tätigen Verlagen zu sein (siehe auch diesen Bericht hier im Pottblog).

Daß jedoch teilweise da ein Zusammenhang gesehen wird, der meiner Meinung nach jedoch nicht direkt gegeben ist, kann ich verstehen. Das Verständnis hört jedoch dann auf, wenn es dann weiter zu wildesten Spekulationen kommt.

Lyssa und das vermeintliche Vitamin B-orchert
Wenn z.B. hier in den Kommentaren vermutet wird, daß Katharina Borchert die Stelle bei der WAZ nur über persönliche, politische Beziehungen bekommen hat, dann sollte da etwas mehr Fleisch am Knochen sein als nur, daß ihr Vater Jochen Borchert unter Helmut Kohl Landwirtschaftsminister war und dessen Anwalt Holthoff-Pförtner beim WAZ-Konzern die Interessen einer der beiden Eignerfamilien (der Familie Funke) vertritt. Ich denke Lyssas Erfahrungen im Internet, ihre Erfahrungen als Print-Autorin und auch als Chefredakteurin der Internet-Zeitschrift „das internet programm“ werden da viel eher eine Rolle gespielt haben. Denn wir leben nicht mehr im vergangenen Jahrhundert, wo man nur aufgrund des richtigen Namens oder Parteibuches eine besondere Rolle erhält.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß Lyssa auf dem Ticket „Tochter des ex-Ministers“ (und jetzigen MdBs – lustigerweise des Wahlkreises, in dem die WAZ die sieben Redaktionen schließen wird) zur WAZ gekommen ist.
Hätte Lyssa über diese Art von Vitamin B Karriere machen wollen, hätte sie mal lieber in Bochum Wattenscheid und Umgebung bleiben und nicht nach Hamburg gehen – gerade in Hamburg haben nämlich CDU-Politiker und deren Beziehungen eigentlich (momentan sieht es da ja etwas anders aus) in den vergangenen Jahrzehnten nicht viel zu melden gehabt.

Abgesehen davon – Lyssa wurde eben nicht von der CDU-nahen Eignerseite mit dem Sprecher Holthoff-Pförtner einge- und beim strategischen WAZ-Dialog vorgestellt, sondern von Bodo Hombach, der ja u.a. 1998 dabei erfolgreich war Lyssas Vater den Arbeitsplatz (als Landwirtschaftsminister) zu nehmen, denn er hatte aktiv den Wahlkampf von Gerhard Schröder unterstützt und wurde auch vom späteren Bundeskanzler in sein Kabinett als Kanzleramtsminister berufen.

Streit im Hause WAZ
Als nächstes wird dann ein möglicher Streit innerhalb der der WAZ herumgetratscht. Der hätte sich alleine dadurch gezeigt, daß die Information über Lyssas Berufung vorab in der Welt am Sonntag verbreitet wurde (siehe auch diesen Artikel dazu). Nun ja, Geheimnisse bleiben eigentlich nur dann sicher Geheimnisse, wenn man niemanden davon erzählt. Insofern kann bei einem solchen Projekt es schon fast als Wunder gelten, daß erst so spät vorab darüber berichtet wurde. Aber ob da wirklich irgendwelche WAZ-Grabenkämpfe hinterstecken kann ich nicht beurteilen – kann mir jedoch kaum vorstellen, daß dann der WR-Chefredakteuer Klaus Schrotthofer die WamS-Meldung mit einem O-Ton veredeln würde.

Chefredakteurin qua Geburt?
Ist das Thema gegessen kommt dann die gleichzeitige Berufung Lyssas zur stellvertretenden Chefredakteurin der WAZ aufs Tableau der Gerüchte und Spekulationen. Erst einmal wird ihr hier die Kompetenz für abgestritten, nach dem Motto „Ja, sie hatte schon mal was geschrieben, aber war sie schon mal führend irgendwo tätig“. Das erinnert mich ein wenig an Henne und Ei – denn irgendwo müssen ja Chefredakteure mal herkommen, die werden ja nicht so geboren. Abgesehen davon, daß sie beim o.g. Internet-Magazin schon Chefredakteurin war.
Außerdem denke ich mal, daß Lyssa nicht alleine auf der Kommandobrücke von WestEins stehen wird. Ich vermute, daß da irgendein stellvertretender Chefredakteur als geschäftsführend tätig ist oder aber der Herausgeber bei bestimmten Dingen auch mitsprechen wird. Es glaubt ja wohl auch niemand, daß Franz Beckenbauer als alleiniger Chef des WM-OKs die Angelegenheiten rund um die Fußball-WM 2006 hier in Deutschland geregelt hat. Der hatte seine Vizepräsidenten dabei, von denen einer (Wolfgang Niersbach) nicht umsonst das Attribut „geschäftsführend“ trug.

Der Eintrag im Impressum – oder Kreml-Astrologie in Essen
Nachdem ihr dann die Kompetenz abgestritten wurde, wird dann die berühmt-berüchtigte Kreml-Astrologie herangezogen:
Damals, als sich der Westen und der Osten unversöhnlich und eine Hand am „Roten Knopf“ gegenüberstanden wußte man kaum über die internen Geschehnisse in der Sowjetunion Bescheid. Da man natürlich nach Informationen gierte mußten die politischen Deuter aus so Tatsachen wie „Politiker X ist in der Prawda mehrfach positiv erwähnt worden“ oder aber „Y ist bei der Beerdigung des verstorbenen Generalsekretärs ganz vorne zu sehen“ ihre Schlüsse ziehen.
Zwar gibt es bei der WAZ in Essen keinen Kreml – aber zumindestens etwas Rot als Farbe der WAZ gibt es noch (es gab ja einen Design-Relaunch) und so wird dann spekuliert, warum pünktlich zur WAZ-Veröffentlichung des neuen Online-Projektes Katharina Borchert schon als stellvertretende WAZ-Chefredakteurin im Impressum steht und einen Tag später schon wieder dort verschwunden ist.
Natürlich kann das mit Differenzen im Hause WAZ zu tun haben – vielleicht aber auch eher damit, daß Katharina Borchert erst am 01.08.2006 bei der WAZ anfängt und es irgendwie komisch wäre, wenn man sie dann schon vorher ins Impressum packt.

Ich vermute einfach mal, daß irgendein für den Druck Verantwortlicher sich den WAZ-Artikel über Lyssa durchgelesen hat, festgestellt hat, daß da Katharina Borchert als neue stellvertretende Chefredakteurin genannt wurde und – sapperlot! – im Impressum gar nicht drinsteht. Schnell ‚reinpacken, bevor der Chef diesen (vermeintlichen) Fehler sieht.
Erst einen Tag später stellt sich dann heraus, daß das ganze ja erst ab dem 01.08.2006 gilt – und insofern noch gar nicht ins Impressum sollte und daher wieder entfernt wird.

Die Variante halte ich jedenfalls für deutlich realistischer als die Verschwörungstheorie wo irgendwelche Paten aus ihren Villen in Bredeney oder Margarethenhöhe die Anordnung kam, diesen Vermerk unbedingt zu löschen.

Eine interessante Diskussion zum Thema Impressum kann man übrigens (u.a. vom Kommentator ruhrporter) in dem Beitrag Bodo Bodo im Blog Tom’s Diner lesen.
Ob es wirklich eine – wie hier beschrieben – Hausmitteilung Bodo Hombachs an die Mitarbeiter gibt – kann ich nicht beurteilen, auf jeden Fall hat meine diesbezügliche (Minimal-)Recherche als Ergebnis nur ein „kenne ich nicht“ ergeben.

Selbstzensur des Blogs vor Jobantritt bei der WAZ
Als nächstes werden dann der schon länger (das weiß ich aus Mails von ihr, die weit vor irgendwelchen strategischen WAZ-Diskussionsrunden geschrieben wurden) Umzug ihres Blogs Lyssa’s Lounge und die damit verbundenen technischen Probleme (die sich noch immer in Sachen wie

„Odd number of elements in hash assignment at lib/MT/App/Comments.pm line 68.
Use of uninitialized value in list assignment at lib/MT/App/Comments.pm line 68.“

manifestieren) in Zusammenhang mit einer „Selbstzensur“ für die WAZ-Eigner erwähnt. Nach dem Motto: „Lyssa hat alle ihre alten Blogeinträge gelöscht, damit da ja nix mehr peinliches zu ihr drin steht“. Ah ja… Lyssa fragt sich am Ende dieses Beitrages zwar selbst, ob die neue Aufgabe irgendwelche Konsequenzen für ihr Blog hat, aber gelöscht wurde da meines Wissens (ich lese da erst seit einigen Monaten regelmäßig mit) bisher nichts. Jedenfalls kann man weiterhin von Holzpenissen der verehrten Frau Mutter, PussyProsaPreisen und Zuhälternachbarn usw. lesen – also nix von „vorauseilender“ Zensur.

Lyssa besucht Angela Merkel im Kanzleramt
Über den bei xolo.tv veröffentlichten Videocast mit Lyssa zu Besuch bei Angela Merkel im Kanzleramt wurde schon an einigen Stellen was geschrieben. Die einen finden es gut, die anderen nicht. Schön bringt es Robert Basic hier wie folgt auf den Punkt:

„Irgendwie scheint es Differenzen bei der Wahrnehmung zu geben: Den bloggenden Journalisten ist es zu wenig journalistisch, den Spontanen ist es nicht spontan genug, Lyssa soll das Mikro schlecht gehalten haben, Lyssa soll gestanden und Angie gesessen haben, Lyssa soll dies gemacht, Lyssa soll das gemacht haben, Angie übernimmt die Weltherrschaft, weil sie jetzt so bloggisch erscheint, der Beraterstab hat alles geplant, Angie hat eigentlich keine Lust auf Videoblogs, macht es aber trotzdem, Angie will nicht das, Angie will nicht jenes. Seltsam, dass mir das viel zu viel Herumgeschwurbel um ein Video ist.“

Man kann ja von dem Video halten was man will – ich persönlich finde es z.B. ganz nett und unterhaltsam. Besser als der offizielle Merkel-Videopodcast ist das ganze auf jeden Fall… und auch für den Steuerzahler günstiger. ;)
Ich bin daber auch nicht mit falschen Voraussetzungen ran gegangen, denn ich habe keine Reinkarnation von Frank Plasberg (Hart aber fair) oder gar Friedrich Küppersbusch (ZAK) erwartet (die wohl einzigen Journalisten hierzulande, die dem Phänomen der „Christianseninierung“ bei der Gesprächsführung nicht zum Opfer gefallen sind).

Doch kann man etwas für eine journalistische Fehlleistung halten, was an sich gar nichts mit klassischem Journalismus zu tun hat?
Hierzu erklärte Lyssa in ihrem Blog ausdrücklich, daß diese Merkel-Aktion nichts mit der WAZ und irgendwelchen journalistischen Ansprüchen zu tun hatte.

Spontan, spontaner, am vorbereitetsten?
Egal, denn auch hier gibt es mal wieder Verschwörungstheorien, die von dieser Frage ablenken – und zwar ganz spontan:
Da wird im Video erwähnt, daß das Gespräch mit Merkel in dieser Form spontan ist. Gut. Nur zu gut für Verschwörungstheoretiker wenn in einem anderen Blog erwähnt wird, wie Lyssa sich auf das Interview vorbereitet hat. Das wäre dann ja nicht mehr spontan, sondern ein böser Betrug und überhaupt!

Wenn man jedoch sich das ganze bei Lyssa selbst durchliest, bekommt die ganze Sache eine Erklärung. Eine gute sogar:

Natürlich war ursprünglich nicht die Rede von einem spontanen Interview. Nebst einem Hintergrundgespräch rund um Blogs, Podcasts und Videocasts sollte es ein Interview geben. Ruhig auch mit harten Fragen. Wobei die Frage ist, inwiefern man einer Frau, die relativ nichtssagend und mit ihren Positionen lavierend sowohl Parteivorsitzende als auch Bundeskanzlerin geworden ist, überhaupt harte Fragen stellen kann. Da fällt mir immer der an die Wand zu nagelnde Pudding ein… (und auch wenn ich Pudding mag – das sollte kein Lob gegenüber Angela Merkel sein)

Dieses Interview wollte Merkel jedoch nach den anstrengenden Terminen rund um die Gesundheitsreform nicht. Verständlich – bei dem was dabei herausgekommen ist, wäre ich auch erst einmal frustriert. Stattdessen wurde das eigentliche Interview vertagt und ein lockeres Gespräch gemacht – und eben dies war (wie von Lyssa und Gabe (xolo.tv) beschrieben) spontan.

„Kann ja gar nicht so sein!“
Beiläufig wird immer wieder dann erwähnt, daß ein solches Gespräch gar nicht spontan ablaufen kann. Das wäre alles abgesprochen und haarklein geplant, anders geht es ja gar nicht.
Aha. Wer legt fest, daß es nicht anders geht? Steht das im großen „Videoblog-Buch für Kanzlerinnen, Teil 1: Planung eines Video-Blogs en detail, inkl. Fragestellungen, Einbindung von Gadgets wie einem Globus etc.pp.“?

Ich weiß natürlich, daß gerade die Personen aus der Entourage eines Spitzenpolitikers gerne die Kontrolle über jegliche Äußerungen hätten. Auch ich habe mich schon mit Referenten, Pressesprechern u.ä. Personen „herumgeschlagen“, die bei Diskussionsrunden mit Spitzenpolitikern vorab die einzelnen Fragen wissen wollten. Ich hab dann immer gesagt, daß ich gerne vorab verrate, daß ich z.B. nach einer Vorstellung des jeweiligen Gastes frage – mehr aber auch nicht. Meine Erfahrungen zeigen, daß gerade die politische Kaste im Internet-Bereich noch für „Experimente“ wie z.B. wirklich freie Interviews, Gesprächsrunden und Chats offen ist. Teilweise sind die sogar froh, daß da – ganz im Gegenteil zur Presse, wo Interviews gegengelesen und oft deutlich abgeändert werden – nicht hinterher alle interessanten Sachen als „nicht zitierfähig“ bezeichnet und daher gestrichen werden.
Insofern halte ich es für sehr wahrscheinlich, daß das Gespräch in dieser Form wirklich spontan war. Seien wir mal ehrlich: Wenn man das ganze vorbereitet hätte, dann hätte man eine etwas schlauere Antwort von Merkel in Sachen iPod („sowohl die Bildqualität als auch die Tonqualität sind sensationell“) erwarten können, oder?

Das dieses Video dennoch seinen Wert hat erkennt man z.B. an dem Punkt, daß Angela Merkel da offen und ehrlich Kritik an ihrem eigenen Video-Podcast äußert. Wann kann sich jemand zuletzt an öffentliche Selbstkritik in der hohen Politik erinnern? Spontan fällt mir da jetzt gar nichts ein, insofern ist es schon mal ein Pluspunkt, wenn die Kanzlerin in Teilen ihre eigenen Video-Podcasts kritisiert.

… Merkel wird menschlicher!
Womit wir dann gleich beim nächsten Punkt in der Diskussion wären:
Ja, auch für mich wirkt Angela Merkel einen kleinen Tacken „menschlicher“ durch dieses Video. Ja, und? Es ändert nichts daran, was ich politisch von Angela Merkel halte. Da kann sie noch so oft in irgendwelchen Videoblogs auftauchen, noch so oft mit ihren Fehlern selbstkritisch kokettieren – das ist für mich kein Maßstab um Angela Merkel politisch zu beurteilen.
Denn auch das wurde vorgeworfen – Lyssa würde schließlich mit diesem Video eine sympathische Merkel zeigen und das wäre böse… da fragt man sich ja fast wo man ist. ;)

Kleiner Nachtrag: Teilweise wird ja bemängelt (sicherlich nicht ganz abwegig), daß Merkel „zu gut“ ‚rüber kommt. Also mir persönlich ist es ja sowas von egal, ob Merkel dort sympathisch erscheint oder nicht – aber ich finde Don Dahlmann bringt es in diesem Beitrag nett auf den Punkt:

„[…] Ich meine die Sache mit dem Globus: wie groß wäre das Gelächter gewesen, wenn man Bush im Oval Office neben einem Globus gefilmt hätte, und dieser hätte zu dem gesagt: „Da schau ich schon mal drauf, wenn ich nicht weiß, wie groß ein Land ist, Kongo zum Beispiel.“

Klassischer Journalismus vs. Blogs
Oftmals wird ja von klassischen Journalisten bemängelt, daß Blogs der Sache nicht richtig auf den Grund gehen würden, keine vernünftige Recherche betreiben und vor allem auch die Gegenseite nicht anhören. Da bekanntlich jede Geschichte mindestens zwei Seiten hat, habe ich Lyssa gefragt, ob das Angie-Interview – wie behauptet – nicht spontan gewesen wäre. Ihre Antwort:

„Bla. Was für ein Scheiß. Das ist das albernste, was ich bislang zu dem Thema gehört habe. Und es waren schon einige alberne Verschwörungstheorien zu dem Thema im Umlauf.“

Ich denke das ist mehr als deutlich.

So… jetzt bin ich langsam auch fertig mit diesem langen Artikel, es würde mich eh wundern wenn noch jemand bis hierhin gelesen hat. Falls ja: Danke für die Aufmerksamkeit. Man kann natürlich einige der Dinge anders sehen als ich – man muß jedoch meiner Meinung nach nicht immer nur das negative vermuten. Wer mehr Insiderwissen hat, wird sicherlich auch mehr dazu sagen können – insofern schon interessant, was ruhrporter in einigen Diskussionen (s.o.) bei Tom’s Diner geschrieben hat.

PS: Ich habe leider nicht viel verlinkt – alldiweil ich leider einige meiner Bookmarks dazu kürzlich bei einem Absturz verloren habe. Insofern weiß ich halt leider nicht mehr genau, in welchem Blog bzw. in welchem Kommentar die eine oder andere Verschwörungstheorie gepostet wurde.

PPS: Vielleicht sollte ich mal zur Sicherheit einen Disclaimer anfügen, nicht daß man mir hier unterstellt gewisse Interesen heimlich zu vertreten:

ad 1) Ich habe mit Lyssa eigentlich kaum was zu tun. Ich „kenne“ sie bisher eigentlich nur aus dem Internet, nachdem eine irgendwann im letzten Jahr geplante Bloggerlesung „auffem Hoff“ dann doch nicht stattgefunden hat. Eventuell Sehr wahrscheinlich werde ich sie jedoch demnächst bei einem Blogger-Treffen nach dem Motto „Willkommen zurück im Pott!“ treffen. Insofern denke ich, bin ich relativ unbefangen in dieser Angelegenheit. Und nein, in der Cola-WG war ich auch nicht und habe mich auch nicht erfolglos dort angemeldet.

ad 2) Wenn wir gerade bei der Familie sind: Mit Jochen Borchert habe ich nichts zu tun, ich habe nur im vergangenen Jahr das eine oder andere Plakat von ihm gesehen, da ich quasi täglich durch seinen Wahlkreis fuhr.
Die Verbindung Jochen Borchert < -> Katharina Borchert habe ich jedoch nie gezogen, obwohl es eigentlich auf der Hand lag, da mir vom Ex-Minister bekannt war, daß er was mit Landwirtschaft zu tun hat (ist ja nicht sooo häufig im Ruhrgebiet) und – eben wie Katharina – aus Wattenscheid stammt.

ad 3) Mit der WAZ habe ich nur als Leser und dem gelegentlichen Mailen von Pressemitteilungen und (sehr selten!) Leserbriefen etwas zu tun – und nicht einmal bezahlen tue ich für die WAZ. Jedenfalls solange mein Umzug noch nicht abgeschlossen ist. Ansonsten bin ich weder verwandt noch verschwägert mit irgendjemanden aus der WAZ (meines Wissens jedenfalls).

ad 4) Mit Angela Merkel verbindet mich auch nicht wirklich etwas. Höchstens indirekt die ersten beiden Silben ihres Titels, aber ansonsten nichts, niente, nada. Ich habe sie weder direkt (da nicht aus Meck-Pomm stammend) noch indirekt über ihre Partei gewählt. Ich habe auch keine Gehirnwäsche erlitten nachdem ich den Videobeitrag bei xolo.tv gesehen habe – denn auch wenn mir Merkel vielleicht sympathischer ist als vorher – wählen würde ich sie wohl dennoch nicht. Ich denke da bin ich relativ unverdächtig.
Ach ja: Ich mag Obst eigentlich lieber, wobei ich manche Gemüsearten auch sehr sehr gerne esse. Aber Obst ist doch irgendwie fruchtiger und erfrischender.

ad 5) Gibt’s noch irgendetwas von dem ich mich distanzieren sollte?

Coca-Cola ggf.?
Falls ja: Ich trinke zwar relativ häufig Coca-Cola light, aber ich mag Pepsi Max doch deutlich lieber. Gibt leider kaum Läden, wo man die kaufen kann. Wenn man mir eine neue Sorte umsonst zum testen anbietet würde ich aber nicht nein sagen.

Knallgrau evtl.?
Falls ja: Mag die nicht, bin also unverdächtig. Warum ich die nicht mag? Ganz einfach:
Ich finde es schofelig von denen, daß die mich erst um die Veröffentlichungsrechte eines flickr-Bildes von mir gefragt hatten und dann nach Genehmigung das doch nicht verwendet haben. Oder ernsthafter: Meine Trackbacks kommen anscheinend bei twoday.net-Blogs kaum an.

Sonst noch jemand oder etwas, von dem ich mich distanzieren soll?

Nachtrag: Ralf von Tom’s Diner sieht das ganze bei sich im Blog (und hier in den Kommentaren) etwas anders.


31 Kommentare »

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