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Jens Matheuszik — 29. Juni 2006, 22:52 Uhr

Parteiische Kommentatoren für die Fußball-Bundesliga gesucht


Ich erinnere mich noch daran als ob es gestern wäre – das entsetzte Gesicht von Carsten Wawer, als er folgendes las:

Arena will Fußball-Bundesliga im Pay-TV Frühbuchern für knapp unter zehn Euro anbieten
[…]
Auch ein eigenes Audio-Konzept ist geplant: So sollen die Fans möglicherweise zwischen einem Hauptkommentator und leidenschaftlicheren Mannschaftskommentatoren oder den reinen Stadion-O-Tönen wählen können.

Quelle: SPIEGEL Online

Diese Vorabmeldung wurde bei der offiziellen Präsentation durch Arena noch einmal gerüchteweise bestätigt.

Die Idee ist ja auch nicht schlecht (aber auch nicht neu), denn welcher Fußballfan hat sich noch nicht über den jeweiligen Kommentator geärgert? Selbst gestandene Kommentatoren wie Marcel Reif sind nicht immer so neutral wie sie sein sollten – manchmal merkt man schon, welche Mannschaft da (insgeheim) favorisiert wird.

Durch einen Bericht im BVB-Magazin „Gib mich die Kirsche“ erfährt man anscheinend mehr dazu, denn dort heißt es:

„[…]
Keiner der zahlreichen Besucher hatte den Original-Kommentar von ZDF-Reporter Béla Réthy zum WM-Spiel Argentinien-Holland vermisst: An dessen Stelle wollten sechs Nachwuchs-Moderatoren zeigen, „dass auch im Fernsehen sprachlich einwandfreie und packende Fußballkommentare möglich sind“, wie es Thorsten Gröber formulierte.
[…]
„arena“ weckt Anzeize

Gerade bei „solch langweiligen Spielen wie diesem torlosen Unentschieden zwischen Holland und Argentinien zeigt sich´s halt“, beschrieb ein Besucher die Qualität von Sportreportern. Dabei hatten alle sechs Wettbewerbsteilnehmer beste Voraussetzungen, sich sprachlich und sportlich auszuzeichnen: Fünf Studenten – Lehramt und Sport – sowie ein „Language Direktor“ einer Werbeagentur standen auf der Bühne des Fifty-Fifty. Aus Mannheim, München, Nürnberg und Töpen waren sie angereist, um diese vage Chance zu ergreifen, einer der künftigen arena-Sprecher zu werden.

Bekanntlich wollen die neuen Rechtinhaber ihren Zuschauern neben dem regulären Kommentar auch einen sog. „gefärbten“ Kommentar anbieten. Das soetwas nur ein weithin unbekannter Sprecher machen kann, hat eine Casting-Lawine in Gang gesetzt. Schließlich handele es sich bei einer solchen Form der „Parteinahme für eine Mannschaft“ um ein durch und durch „unjournalistisches“ Vorgehen. Eine Herausforderung, der sich Albrecht Schmitt-Fleckenstein gern stellen möchte, weil er von Qualität und Wissen vieler Fans in Deutschland überzeugt sei. Er wolle dieses Risiko gern eingehen, weil beispielsweise Derbys so was „zusätzlich“ gut vertragen können, hatte er unlängst dazu im Adolf Grimme Institut verlauten lassen.“
[…]

Das einzige was mich derzeit wundert – bei arena.tv findet man derzeit keinerlei Informationen dazu.


6 Kommentare »

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