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Jens Matheuszik — 1. Mai 2006, 21:09 Uhr

„Männer wie wir“ – ältere Filmbesprechung und mit dem Alphabet hadernde Spieler von Borussia Dortmund


Männer wie wirDieser Beitrag ist an und für sich etwas alt und handelt vom Film Männer wie wir. Aus aktuellem cineastischen Anlass blogge ich da jetzt dann halt ca. 1,5 Jahre später drüber… damals gab es ja auch dieses Blog noch nicht und ich bin mir sicher – alleine wegen der besonderen Begleitumstände, auf die ich nachher eingehe, hätte ich garantiert darüber gebloggt!

Bei dem Film Männer wie wir, den es inzwischen auch schon einige Zeit als DVD gibt handelt es sich um die Geschichte von Ecki Brückner:

Kurzfassung der Geschichte:
Bäckersohn Ecki stammt aus einem kleinen Nest im Münsterland, spielt für sein Leben gern Fußball und ist Torhüter beim SC Boldrup. Dummerweise hat er den Aufstieg seines Clubs vermasselt und nachdem er bzw. vielmehr seine Mitspieler feststellen, daß er schwul ist wird er auch noch aus dem Club geschmissen. Familie und Dorf sind natürlich entsetzt. Doch er hat seinen ehemaligen Mitspielern eine Revanche versprochen – mit einem Team nur aus schwulen Fußballern. Die hat er nicht, die muß er noch suchen – im nahegelegenen Dortmund. Und dort versucht er dann ein Team aufzubauen, mit dem er seine frühere Mannschaft schlagen kann. Natürlich ist das ganze nicht so einfach, natürlich findet er doch auch einen Freund und natürlich kann man sich das Ende schon jetzt ausmalen.

Bewertung des Filmes:
Wenn man mich fragen würde welches Filmgenre typisch deutsch ist, dann würde ich „Komödie“ antworten. Insofern ist es fast nicht verwunderlich, daß auch dieser Film eine Komödie ist. Spätestens seit dem bewegten Mann hat man ja keine Probleme mit gleichgeschlechtlichen Filmen (wobei mir auffällt, daß das im Mainstream-Bereich primär dann schwul ist anstatt lesbisch – wobei es da demnächst mit Eine Hochzeit zu dritt auch was gibt).

Die Story ist zum größten Teil vorhersehbar – das macht jedoch eigentlich nichts aus, man wird trotzdem die ganze Zeit unterhalten und an der einen oder anderen Stelle verläuft die Story dann sogar doch anders als man sich das denkt.
Komödien leben vor allem von ihren Klischees – und bei einer Komödie über Schwule ist das natürlich nicht anders. So müssen die Lederkluftschwulen, die tuntigen Wattebäuschchenwerfer usw.usf. natürlich auch drin vorkommen und der grantelnde Opa (nicht im Sinne von Großvater) in Eckis Dorf bringt ja auch jeden schlechten Schwulen-Witz über seine Lippen – bis er von Eckis Vater dafür endlich aus der Bäckerei hinausgeworfen wird.

Die Charaktere sind glaubhaft und werden von den gut ausgewählten Darstellern gut präsentiert. Wunderbar ist z.B. Dietmar Bär als Eckis Vater, der sich ganz erschüttert über das Schwulsein seines Sohnes zeigt und in einem Anfall von Wahnsinn alles mögliche dafür verantwortlich machen will und – da er von dem Outing überrascht wurde – nach Anzeichen für die Neigung seines Sohnes sucht. Am besten finde ich dazu die Szene wo er ein etwas gewagteres Hemd aus dem Kleiderschrank seines Sohnes zieht und das quasi als Beweisstück in die Luft hält, bis Eckis Mutter (Saskia Vetter) ihrem erklärt, daß er früher – als ihm es noch paßte – genau dieses Hemd trug.
Auch die weiteren Charaktere wissen zu gefallen so z.B. David Rott als Zivi Sven in den sich Ecki (Maximilian Brückner) verguckt oder aber die Nebendarsteller wie Mariele Millowitsch oder vor allem Rolf Zacher als verbitterter und desillusionierter Fußballer, der plötzlich zum Trainer von Eckis Mannschaft wird.

Der Dreh des Filmes wurde von Borussia Dortmund unterstützt – was man ihm natürlich auch anmerkt, da die schwarz-gelbe Fußballoptik dominiert. Klar, er spielt ja auch in Dortmund. Insofern bietet der Film natürlich auch Wiedererkennungswert. Als jemand der im Münsterland aufgewachsen ist, muß ich jedoch eindeutig feststellen, daß zwar ein Name wie SC Boldrup schon nach Münsterland klingt, aber dann hätte man den Film nicht im rheinischen Braunkohlerevier drehen sollen. Jedenfalls habe ich im Münsterland noch keinen für die Braunkohle stilistischen Schaufelradbagger gesehen, den man jedenfalls auf der Fahrt Eckis vom Münsterland nach Dortmund sieht. Und diese Strecke kenne ich.

Das ist jedoch nur ein Detailfehler am Rande, der meine Bewertung nicht ändert. Insgesamt finde ich den Film recht unterhaltsam, angesichts der vielen Klischees die manchmal arg überstrapaziert wirken dann aber zu betont klischeehaft. Ob das jetzt unbedingt der Stoff für die große Kinoleinwand war weiß ich nicht – zumindestens der Co-Sponsor RTL zeigt ja schon mal, wie man an einige der Schauspieler herangekommen ist und wo man den Film demnächst sehen wird. Insgesamt gesehen jedoch bekommt er von mir eine solide 3.

Mein Filmerlebnis im CineStar Dortmund:
Gesehen habe ich den Film im größten Kino Dortmunds, dem CineStar.

Seitens des BVBs gab es auf deren Homepage, wo der Film beschrieben und angekündigt wurde, ein Gewinnspiel und konnte daher für eine Vorab-Premiere (nicht die eigentliche – die fand (RTL geschuldet?) in Köln statt) drei Tage vor dem offiziellen Kinostart Karten gewinnen.
Auch ich habe da gewonnen und ich gehörte sogar zu denen die ihre Einladung dazu im Spamfilter gefunden haben. Denn aus irgendeinem Grund wurde die dazugehörige Mail von web.de in den Spamfilter einsortiert und hätte ich da nicht ‚reingeguckt, hätte ich das ganze wohl gar nicht mitbekommen. Ich war übrigens nicht der einzige dem das passierte und deswegen gab es dann – trotz genügend Gewinnspiel-Teilnehmer – noch einige freie Plätze, die seitens des Kinos spontan besetzt wurden. So wurden z.B. direkt vor meiner Begleiterin und mir ein Pärchen an der Kasse, die eigentlich einen ganz anderen Film sehen wollten gefragt, ob sie nicht einen Film über Fußballer, genauer gesagt über schwule Fußballer sehen wollten. Das Mädchen war damit einverstanden, er selber zeigte sich eher nicht so begeistert. Als der Typ von der Kasse noch schnell den Zusatz „für umsonst“ einwarf, gab es schon zwei weitere Zuschauer für diesen Film.

Da der BVB den Film unterstützt hatte (wohl nicht wirklich finanziell…) waren auch einige Spieler von Borussia Dortmund da, die sich den Film im Publikum anschauten und vorher und hinterher für Autogramme zur Verfügung standen. Neben den professionellen Fußballern waren natürlich auch einige der Schauspieler da und auch die Regisseurin Sherry Hormann die nachher Rede und Antwort standen.

Das schwierige Alphabet…
Eine Begebenheit um diese Filmvorführung war sehr amüsant… dazu muß man sich jetzt im CineStar ein wenig auskennen. Für die, die sich dort nicht auskennen informiere ich nachfolgend entsprechend:
In dem Saal wo wir den Film sahen (müßte glaube ich Kino 8 gewesen sein) sind – wie im ganzen CineStar üblich – die einzelnen Reihen mit Buchstaben gekennzeichnet. Man kommt ungefähr (wirklich nur Pi mal Daumen – ich war schon über ein Jahr nicht mehr dort) auf Höhe der Reihe M ins Kino ‚rein. Bis nach oben „verjüngt“ sich das Alphabet bis zum A und weiter runter geht es halt von N an weiter.
Wir sitzen ganz gemütlich in Reihe D oder E also recht weit oben und dann kommen plötzlich mehrere Profifußballer des BVBs rein und schauen auf ihre Karten, schauen auf die leuchtenden Buchstaben an den Sitzreihen und gehen nach oben in unsere Richtung.
Plötzlich bleiben sie quasi direkt vor meiner Reihe (also D oder E) stehen, und einer – den ich hier namentlich nicht nennen werde – schaut sich nochmal seine Karte und die Karte der anderen an und dann die Leuchtbuchstaben. Er schaut noch einmal auf die Leuchtbuchstaben auf die Karten und dann noch direkt nach oben und fragt dann die Leute in der ersten Reihe (logischerweise Buchstabe A):

(sinngemäß) „Kommt dort noch die Reihe P?“

Ah ja… das Alphabet ist ja auch schwierig… einige dort oben lachen ein wenig und entgegnen, daß nach Reihe E noch Reihe D, dann die Reihe C, dann die Reihe B und schlußendlich nur noch Reihe A kommt. Mehr nicht, worauf besagter Fußballer mit einem Schulterzucken, einem „Ach so!“ und der Aussage, daß man ihm gesagt hätte, die Reihe P wäre oben reagierte – und dann doch noch weiter nach mit den anderen nach oben ging – denn da waren ja noch – den Spamfiltern dieser Republik sei Dank – noch genügend Platz.


6 Kommentare »

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