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Jens Matheuszik — 15. April 2006, 10:00 Uhr

Judas 2.0 – wie es heute wäre


In Lyssas Lounge findet man den Beitrag Judas revisited, in dem die Geschichte des Verrats des Judas an Jesus in die heutige Zeit übertragen wird:

„Heutzutage würde Judas auf den Kuß verzichten und statt dessen den Hohenpriestern eine Mail mit Link auf seinen flickr-Account unter dem Namen „JudasIsc.“ schicken. Die Bilder von Jesus und den anderen Aposteln hätte er natürlich mit Tags versehen, damit sie nicht den Falschen erwischen.
[…]

Jetzt – quasi pünktlich zu Ostern – gab es jedoch etwas Aufruhr durch die angebliche Entdeckung des sogenannten Judas-Evangeliums. Berichte dazu gibt es z.B. in der Netzeitung, der NZZ oder bei n-tv.

Kurzfassung: Judas hat Jesus zwar verraten, aber er war dadurch einer seiner treuesten Jünger, da er Gottes Willen entsprach. Durch seinen „Verrat“ und die daraus resultierende Kreuzigung hätte er die göttliche Mission erfüllt, durch die dann das Christentum erst hätte gegründet werden können.

Natürlich ist das ganze umstritten – und schon melden sich Bischöfe, die das für abwegig halten. Aber nehmen wir mal an, das wäre wirklich so gewesen, dann könnte man Lyssas Text Judas revisited wie folgt als Judas 2.0 fortführen:

„Anhand der flickr-Bilder konnten die Hohepriester Jesus erkennen. Unglücklicherweise hatte dieser bei einem dieser Bilder den Kommentar „Das bin ja ich“ geschrieben und ihnen damit auch seinen eigenen flickr-Account gezeigt, bei dem auch Luftbilder von Google Maps („Hier wohne ich!“) waren, mit denen sie ihn finden konnten.
Ein kurzer Abgleich mit Technorati und der Blogroll von Judas‘ Blog „Fisherman’s friend“ sorgte dafür, dass sie schnell das bisher kaum bekannte und bei Blogscout unter ferner liefen gelistete private Weblog von Jesus fanden.

Das war eine Freude für die Hohepriester! Verstöße gegen die Impressumspflicht! Verstöße gegen das Marken- und gegen das Urheberrecht! Aussagen die ihnen nicht gefielen rundeten das ganze ab. Obwohl kein Impressum vorhanden war, konnten Sie dank der gespeicherten IP-Adressens chnell seine richtige Adresse herausfinden und ihm eine Abmahnung zukommen lassen.
Leider hatte Jesus in seiner Blogroll keinen Link zum lawblog und er kannte auch sonst keinen Anwalt, so daß er – nachdem er sich weigerte die Unterlassungserklärung zu unterschreiben – vor Gericht gestellt wurde.

Das Urteil und die daraus resultierende Strafe des Gerichts sind bekannt, doch dank vieler Trackbacks, Pingbacks verbreitete sich die Geschichte danach ganz schnell in Klein-Bloggersdorf und nachdem die A-List Blogger Johannes, Lukas, Markus und Matthäus das ganze weiter verbreiteten entwickelte sich daraus langfristig das Christentum.“


4 Kommentare »

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