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Jens Matheuszik — 20. März 2006, 22:04 Uhr

Küchenberatung: Schatten


Wie in dem Beitrag Küchenberatung: Licht und Schatten geschrieben, gab es hier in den vergangenen Tagen Licht und Schatten.

Fangen wir gleich mal mit dem Schatten an, denn meine erste Küchenberatung kann man getrost mit einem Wort beschreiben: Reinfall.

Frohen Mutes besuchte ich einen großen Küchenhändler hier im Ruhrgebiet um nach einer kleinen Küche für eine eventuell von mir zu beziehende Wohnung zu schauen. Da kann man sich ja nicht früh genug informieren und Preisangebote einholen.

Nach wenigen Augenblicken kam auch schon jemand um mich zu beraten. Es fing gleich mit der (für die Beraterin) alles entscheidenden Frage an:

Wie teuer soll die Küche denn werden?

Klar, keine unwichtige Frage. Aber muß die als erstes geklärt werden? Muß man dann auch fast schon mitleidig gucken, wenn man die nicht geringe vierstellige Summe genannt hat, die man sich ungefähr vorstellt?

Nachdem die zweiten wichtigen (nach dem Preis) Fragen (Stil und Farbe) geklärt waren ging es dann weiter. Auf meine Frage, ob man nicht den Backofen in Griffhöhe plazieren könnte, reagierte sie dann etwas unwirsch – ganz nach dem Motto „Was soll das ganze?“. Eher unfreiwillig wurde dieser Wunsch von mir dann doch in der Planung umgesetzt. Interessanterweise jedoch noch mit einer Arbeitsplatte (aus Granit) auf dem Hochbackofen. Ich glaube nicht, dass ich vor habe in ca. 2 Meter Höhe irgendwas auf einer Granitarbeitsplatte zu schnibbeln…

Die Beratung verlief eher zäh ab und ich mußte meine Wünsche immer wieder zur Sprache bringen. Eigene Vorschläge durch die Beraterin (die sich ja besser auskennt als ich) kamen leider so gut wie gar nicht, meine Vorschläge wurden stattdessen eher kritisiert, so nach dem Motto:

Hochbackofen brauchen Sie eh nicht.

Das ich jedoch selber eher weiß, was ich haben will, wurde leicht ignoriert. Wobei es ja nicht so ist, das ich mich nicht von Gegenargumenten überzeugen lasse – nur ein simples „brauchen Sie nicht“ reicht mir nicht.

Nach einer Weile war die Küchenplanung dann am Computer fertiggestellt und eine Preisaufstellung wurde ausgedruckt. Der Preis den der Computer ermittelte war zwar deutlich (im vierstelligen Bereich!) über meinem vorab genannten Limit, doch es wurden irgendwelche Rabatte, Sonderaktionen usw. abgezogen, so dass am Ende der Preis „nur“ noch 10 % über dem Limit lag.

Auf meine Frage, ob man mir die Küchenansicht mal ausdrücken könnte, sagte man mir:

Klar, wenn Sie jetzt den Vertrag unterschreiben!

Natürlich – ich schließe sofort den Vertrag ab… Stattdessen fragte ich dann, ob ich ggf. die Preisaufstellung erhalten könne, worauf die Küchenverkäuferin mir mitteilte, dass die „nur für den internen Gebrauch“ sei und sie mir die daher nicht aushändigen könne. Konkreter:

Die ist für meinen Chef, damit der sieht, was ich hier gemacht habe.

Daraufhin erwiderte ich „Und was soll ich zu Hause vorzeigen, damit die sehen, was ich hier gemacht habe?“. Freudestrahlend überreichte mir die Verkäuferin ihre Visitenkarte… na toll.

Da fiel mir dann plötzlich die Werbung dieses Küchenunternehmens ein und ich fragte nach, ob ich denn nicht auch einen Konzeptausdruck erhalten würde, damit ich das ganze vergleichen kann. Schließlich wirbt die Firma doch genau damit. Doch auch dieses (meiner Meinung nach) gute Argument überzeugte sie, statt dessen hieß es dann schlicht und einfach

Wir haben neue Computerprogramme seit drei Tagen. Da geht das nicht.

Na super. Das hätte man mir theoretisch auch eher sagen können. Aber egal.

Doch das tolle Finale sollte noch alles bisherige toppen… auf der mir gnädigerweise überreichten Visitenkarte notierte ich mir dann die wichtigsten Dinge (z.B. den Preis) und merkte dann noch leicht kritisch an, dass man sich das so kaum merken kann, so ohne den in der Werbung explizit erwähnten Konzeptplan. Mit der darauf folgenden Antwort wurde mir dann endgültig klar, warum ich insgesamt gesehen die ganze Beratung hier als Reinfall betrachtete:

Die drei Hängeschränke, können Sie sich doch auch so merken.

Ich frag mal so: Glaubt jemand, dass ich dort (bzw. bei der Verkäuferin) eine Küche kaufen werde?


6 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Daniela @ 23. März 2006, 15:24 Uhr

    Du Ärmster!
    Ich kann mir gut vorstellen, wie das gelaufen ist, bei Küchen muss man echt aufpassen.

    Wenn du Lust hast, mal selbst zu planen, solltest du dir die Küchensoftware von IKEA besorgen, die gibts bestimmt auch als download, und einfach mal gucken, was da so geht. Dann stehst du vor dem nächsten Küchenberater auch nicht als Laie.

    Und: Backöfen auf Augenhöhe sind GROSSARTIG!
    Sollte ich jemals eine große Küche planen dürfen, egal wie teuer, ist das mein erster Wunsch. Direkt gefolgt von entweder Küchentresen oder Kochwürfel in der Mitte des Raumes *träum*


  2. (2) Kommentar by Buchtrinker @ 29. März 2006, 12:00 Uhr

    LOOOOL,

    Deine Erfahrung deckt sich zu 100% mit dem was ich vor zwei Jahren bei Zurbrüggen in Unna erleben durfte.
    * Enttäuschen beim Preis nennen (schon unverschämt)
    * schlechte bis keine Beratung
    * kein Ausdruck – man könnte damit ja zum Wettbewerbb gehen – na klar was denn sonst?

    Also eine echte Lachnummer. Falls Du immer noch eine Küche suchen solltest. Auf jeden Fall Hochbackofen! und: ich habe mich bei Küchen Busch in Dortmund Wickede beraten lassen, super Beratung allerdings auch kein Billiganbieter. Der Typ hatte gute Ideen und ist gut auf uns eingegangen ( ich habe ncith dort gekauft, sondern wir sind mit Küche umgezogen und sparen jetzt eigentlich) Falls Du noch weitere Tipps magst: PM.
    Gruß aus Unna
    Buchtrinker


  3. (3) Trackback by Pottblog @ 30. März 2006, 04:08 Uhr

    Küchenberatung: Erstes Licht (aktualisiert)

    (aktualisiert am 29.03.2006 um 21.47 Uhr; siehe unten)
    Ergänzend zu den beiden Beiträgen Küchenberatung: Licht und Schatten und Küchenberatung: Schatten kommt es jetzt endlich zum ersten “Licht”-Beitrag:
    Gerade im Vergleich zu meinen…


  4. (4) Kommentar by Kichererbse @ 31. März 2006, 11:23 Uhr

    Das kenn ich zur Genüge. Was hat der „Berater“ gespottet über meine konkreten Vorstellungen, die Abwasch sei zu klein, die Arbeitsfläche zu viel, von einer Mikrowellen-Dunstabzugs-Kombi hatte er noch nie gehört (sie war zwei Nischen weiter ausgestellt!), von meinem Vorratsauszug hat er mir dringend abgeraten, der sei viel zu teuer und kein Mensch brauche sowas, und die Regale würde ich nie verwenden. Ich hab ihn quasi dazu zwingen müssen, die Küche so zu planen wie ich sie mir ausgedacht hatte. Zusätzliche gute Ideen, die er eingebracht hatte: 0. Und ebenfalls nichts zum Mitnehmen, …
    Die ALNO-Planerin hat uns da besser beraten und noch ein paar Ergänzungsvorschläge gebracht, zwei davon haben mir wirklich gut gefallen. Das Ergebnis haben wir dann auch dort gekauft – und in der Küche bin ich seit 9 Jahren sehr glücklich.
    Also: Zeit investieren, bis der richtige Berater (oder die richtige Beraterin) gefunden ist. Und viel, viel selber nachdenken …


  5. (5) Kommentar by Jens @ 2. April 2006, 19:35 Uhr

    @Daniela:
    Also die IKEA-Software fand ich nicht soo toll. Da ist die von ALNO innovativer.
    Bzgl. Hochbackofen – das wäre wohl schön, wird aber wohl aus Platz- und Geldgründen nichts. :(

    @Buchtrinker:
    Hmm… ich war inzwischen jetzt auch bei Zurbrüggen in Unna und ich fand die Beratung eigentlich ganz gut. Nur vom Preis her war es nichts. Trotz identischer Grundkonfiguration (selber Hersteller, selbes Modell, selbe Geräte) war das um einen nicht kleinen vierstelligen Betrag teurer als bei anderen Anbietern.

    @Kichererbse:
    Bisher hatte ich gottlob nur mit einer schlechten Beratung zu tun. Die anderen waren wirklich gut – und ich hab da so einiges noch dabei gelernt.


  6. (6) Kommentar by Petra @ 4. Februar 2008, 16:34 Uhr

    Küchenkauf – schrecklich!
    Kurz vor Weihnachten wurde unsere neue Küche geliefert und aufgebaut. Da gingen einige Dinge schief…
    Küche kam nicht vollständig (Schranktüren fehlten), beim Einbau wurden dann 2 Blenden beschädigt.
    Bis heute warten wir auf die Küchentüren und Schadensregulierung.
    Wird bis Ende Februar wahrscheinlich(…) passiert sein.
    Da die Sache dann schon 2 Monate andauert, haben wir eine Minderung (diesen Rechtsanspruch gibt es wohl nicht umsonst) vorgeschlagen.
    Das wurde von Zurbrüggen belächelt. Von Kundenfreundlichkeit kann da überhaupt keine Rede sein, sie lassen sich Zeit (Geld haben sie ja schon), Entgegenkommen oder Serviceorientierung scheinen wahrlich Fremdworte zu sein. Traurig.
    Sie meinten, wir sollten uns nicht so anstellen… die Küche wäre ja funktionsfähig – unsere Frage lautete dann, ob sie in einem Auto ohne Türen fahren würden, das wäre schließlich auch funktionsfähig.
    Eventuell müssen wir einen Anwalt einschalten.
    Habt Ihr Tips, was unser weiteres Vorgehen betrifft?
    Danke und Grüße


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