Search:

Werbung:

Google+:

Archiv:


Jens Matheuszik — 18. März 2006, 10:00 Uhr

Wie plusminus und tz einen Skandal fabrizieren…


… der anscheinend keiner ist. Jedenfalls nach derzeitiger Quellenlage kein Fußballskandal, sondern vielmehr ein Medienskandal.

Da berichtet plusminus von Verdächtigungen (siehe Video) , wonach auch ein Fußball-Nationalspieler in einen Wettskandal verwickelt sei.
Das öffentlich-rechtliche Magazin beruft sich jedoch anscheinend nur auf einen Informanten, hält keine Rücksprache mit Verantwortlichen bzw. vermeintlich Beschuldigten und heizt damit das Verdächtigungsklima an. Durch die Medien der Republik rauscht die Beschuldigung, dass auch ein Nationalspieler Dreck am Stecken habe. Dank öffentlich-rechtlicher Reputation wird diese Nachricht überall verbreitet.

Der Bericht sorgt für ein Klima des Mißtrauens und das angesichts einer dürftigen Quellenlage – nicht nur ich denke, dass öffentlich-rechtlicher Journalismus anders aussehen sollte (siehe diesen Beitrag bei Indiskretion Ehrensache).

Danach kommt es dann Knall auf Fall – die Münchener Boulevardzeitung tz will es wohl als erste berichten und bringt Namen ins Spiel. Spieler die angeblich auch schon von Polizei und Staatsanwaltschaft befragt worden sind und im Zentrum der Ermittlungen stehen. Nur dumm, dass niemand von der Polizei bzw. Staatsanwaltschaft das bestätigen kann. Doch die Sau ist im Dorf, also wird sie herumgetrieben, alle möglichen Medien (bis auf einige löbliche Ausnahmen wie z.B. die FAZ) berichten sofort darüber und sorgen damit für eine weitere Verbreitung des Schweinejournalismus (wie es treffend dogfood nennt).

Gerade bei solch schwierigen Themen, wo ein falsch lancierter Artikel einen Menschen „zerstören“ kann, sollte man als Journalist aufpassen.

Ausnahmsweise verstehe ich mal die Wut eines Uli Hoeneß, das ist wirklich Pfui Teufel – und das ich dem rechtgeben muß, das ärgert mich… danke plusminus, danke tz! ;)


2 Kommentare »

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI.

    Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website.

    Erfahre mehr über die Fehlerbehebung in WordPress.