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Jens Matheuszik — 20. Februar 2006, 21:14 Uhr

Rückblick auf ca. drei Stunden ohne Strom


Vor ein paar Tagen herrschte hier ein plötzlicher Stromausfall (siehe diesen, diesen und auch diesen Bericht).

Inzwischen stellte sich heraus, dass es wohl vor Ort zu einer Verkettung von unglücklichen Umständen gekommen ist:
Nicht nur, dass im Umspannwerk in Waltrop der Blitz eingeschlagen hatte, so dass dort der Strom ausfiel (und auch in Datteln und Olfen) – auch in Olfen gab es Komplikationen, so dass zwar nachher der Strom in Datteln und Waltrop wieder funktionierte, aber in Teilbereichen von Olfen insgesamt rund drei Stunden nicht lief.
Gemäß Murphys Gesetz („es geht schief, was schief gehen kann“) gehörte unser Haus in den am längsten unversorgten Bereichen.

Im Nachhinein betrachtet fand ich das ganz witzig… nachfolgend eine kurze Chronologie:

16.30 Uhr: Nach ca. 10 Stunden Arbeit fuhr ich erstmal von Bochum nach Castrop-Rauxel um dort kurz einzukaufen. Jedenfalls war es kurz geplant… dauerte dann doch etwas länger. Für einen Kollegen (ohne Führerschein und dementsprechend ohne Auto) kaufte ich einen Staubsauger der gerade im Angebot war.
Nach dem Einkaufen fuhr ich über die A 42 nach Herne wo ich den Staubsauger „ablieferte“ um dann danach nach Hause zu fahren. Schon auf der A 43 fiel mir auf, wie dunkel es plötzlich geworden ist als plötzlich auch ein richtiges Unwetter mit Platzregen startete.

17.40 Uhr: Nach der Ausfahrt von der A 43 blieb es weiterhin dunkel bzw. wurde sogar dunkler und ein Platzregen setzte ein. Netterweise sah es jedoch so aus, als ob ich an dem Unwetter direkt vorbeifahren würde.

kurz vor 18.00 Uhr: Zuhause angekommen. Erstmal wurden die ganzen Einkäufe verstaut, vor allem die Sachen die in die Tiefkühlung mußten. Während die Mikrowelle das bereitgestellte „Mittag“essen aufwärmte schaute ich kurz in die Post, holte mir ein aktuelles Wohnungsangebot aus der Tasche und wollte das dann beim Essen studieren. Daraus wurde dann aber nichts…

ca. 18.00 Uhr: Plötzlich – Stromausfall. Nun ja, dank Handy(beleuchtung) und Taschenlampen kann man sich ja doch noch zurecht finden, dank der nicht ganz so weit zurückliegenden Weihnachtszeit findet man auch noch genügend Kerzen und man ist an sich nicht wirklich ganz im Dunkeln. Die Blicke über die Straße zu anderen Häusern zeigten schnell, dass es kein auf unser Haus begrenzter Stromausfall war (bzw. es nicht an einer hier rausgeflogenen Sicherung lag), sondern in der ganzen Siedlung kein Strom mehr gab.
Wenigstens war das Essen aus der Mikrowelle schon warm, so dass es dann eine Art von Candlelight-Dinner gab. Wäre der Strom einige Minuten eher ausgefallen, wäre das deutlich schlechter gewesen. Da hatte man also nochmal Glück im Unglück.
Faszinierenderweise zeigte mein Handy ein Netz an – und das obwohl die Antenne meines Netzanbieters auf dem hiesigen Rathaus steht.

ca. 18.10 Uhr: Nach dem Essen war der Strom immer noch nicht da und so langsam überlegte ich mir, was wohl die ganzen Leute im nördlichen Teil des Münsterlandes (Stichwort: Ochtrup) im vergangenen Winter bei dem Stromausfall gemacht haben. Olfen hatte ja damals das Glück, das es von dem Schneechaos nicht betroffen war, denn Olfen wird stromtechnisch über das Ruhrgebiet angebunden.
Obwohl mir ein Netz auf dem Handy angezeigt wurde ging der GPRS-Versand (für’s mobile Bloggen des Candlelight-Beitrages) nicht. Das Handy meldete nur „Netz belegt“. Wahrscheinlich telefoniert gerade der ganze Ort via Handy…

18.15 Uhr: Plötzlich fielen mir meine Einkäufe ein. Dabei war unter anderem ein Becher Häagen-Dazs, der schon nicht mehr ganz eiskalt war, als ich ihn ins Gefrierfach legte.
Daher informierte ich meine Eltern und sagte ihnen, dass es jetzt ein ungeplantes Dessert geben würde, so dass wir uns dann das Eis, was schon etwas weich war, teilten.
Nach dem Eis dachte ich mir aber, dass so langsam der Strom ruhig wieder funktionieren könnte…

18.40 Uhr: Der Strom funktionierte immer noch nicht, dafür konnte ich jetzt den Candlelight-Beitrag versenden. Normalerweise informiere ich mich gerne via Internet – das ging jetzt natürlich nicht. Also suchte ich ein Radio, welches auch mit Batterien funktioniert. Natürlich fand sich kein Radio. Mein Radio-CD-Wecker hatte zwar einen Batterieanschluß aber entweder funktioniert da nur die Weckerfunktion mittels Batterien oder aber die Batterien waren leer.

19.00 Uhr: So langsam verliere ich die Lust am „Stromausfall“ und der Desinformation und beschließe dem abzuhelfen. Ich beschloss mit dem Auto weg zu fahren und unter anderem Batterien zu kaufen. Außerdem hätte ich spätestens am nächsten Morgen sowieso tanken müssen.

19.10 Uhr: Auf dem Weg zur Tankstelle sehe ich im Nachbarort endlich wieder Licht. Als ich an der Tankstelle ankam stellte ich fest, dass man dort gerade nicht mit Karten zahlen konnte. Also mal schnell das Bargeld durchgeschaut und ein Tanklimit gesetzt. Doch noch während ich tankte wurden die Schilder entfernt. Batterien kaufte ich hier nicht, die Auswahl in dieser Tankstelle war nicht wirklich groß.

19.35 Uhr: Im Radio hörte ich (das Autoradio funktionierte ja) dann, dass der Stromausfall aufgrund eines Blitzeinschlages in einer Verteilerstation erfolgt sei. Teile von Waltrop, Datteln und Olfen wären betroffen, doch inzwischen würden Datteln und Waltrop wieder Strom haben und Olfen innerhalb der nächsten Viertelstunde.
Ich fuhr dann zu einem Kaufhaus und wollte dort dann Batterien und ggf. andere sinnvolle Dinge kaufen. Irgendwie ist es merkwürdig, wenn man Rolltreppen hochgeht, die gerade nicht funktionieren. Deren Stufen sind irgendwie höher als bei normalen Truppen.
Batterien fand ich recht schnell und wo ich schon mal da war, wollte ich mir dann auch ein portables Radio holen. Da hatte ich dann die Qual der Wahl, denn in der hochpreisigen Kategorie gab es eine sehr große Auswahl. Doch über 40,- Euro wollte ich dann doch nicht ausgeben.
Beinahe hätte ich mir ein Dusch-Radio gekauft, doch ich fand noch ein normales kleines Taschenradio für reduzierte 6,99 Euro, was mir dann doch besser gefiel.
Eigentlich wollte ich mir noch – auf Nummer Sicher gehend – eine Taschenlampe kaufen, doch leider hatten die keine mehr, wie mir ein Verkäufer auf meine Frage nach den Taschenlampen (die ich nicht fand) mitteilte:

Verkäufer: „Tut mir leid, die haben wir gerade alle aufgemacht.“

19.55 Uhr: Nach dem Kaufhaus und einem kurzen Intermezzo in einem Supermarkt fuhr ich wieder nach Hause und sah überall: Licht.

20.00 Uhr: Im Lokalradio wurde zu den 8 Uhr-Nachrichten nichts zum Stromausfall gebracht, da nur noch Radio NRW aufgeschaltet war. Schade, gerade hier hätte jetzt ein Lokalsender punkten können.

20.05 Uhr: Zuhause angekommen stellte ich fest, dass überall Licht zu sehen war – außer in „unserer“ Siedlung.

20.10 Uhr: Mit meinem neuen tragbaren Radio konnte ich wenigstens etwas Radio hören. Zwischenzeitlich setzte dann auch das Handy komplett aus, sprich: es wurde kein Netz mehr angezeigt. Eigentlich komisch, da ich ja schon wo anders überall Licht sah.

20.40 Uhr: Immer noch kein Strom, dafür sieht man immer mehr Kerzen bei den Nachbarn.

ca. 20.50 Uhr: Anscheinend verpasse ich was, denn im Radio berichtet man von spannenden, tumultartigen Szenen beim UEFA-Cup-Spiel, doch leider kann ich nichts davon sehen. Nur hören und die Kommentatoren haben auch (wie sie selber sagen) keinen Überblick über das Geschehen.

ca. 20.55 Uhr: Und mit einem Mal ward es wieder Licht.

Resümee:
Für ein paar Minuten, ruhig auch etwas länger, kann das ja ganz okay sein – aber länger kann es nervig werden. Man bedenke alleine die ganzen Tiefkühlsachen, die natürlich bei einem 3-Stunden-Ausfall nicht wirklich gravierend in Leidenschaft gezogen werden (vor allem weil es ja grundsätzlich eh noch recht kühl war), aber bei einem längeren Ausfall im Zweifelsfall entweder sofort konsumiert oder aber weggeworfen werden müssen.


2 Kommentare »

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  1. (1) Trackback by Pottblog @ 18. Januar 2007, 21:06 Uhr

    Vorsorge für Kyrill…

    Bei den Web-Junkies lese ich gerade, daß Matthias sich vernünftig auf den Sturm Kyrill vorbereitet hat:
    “Ich werde gleich ein paar Kerzen und Feuerzeuge raussuchen und alte Klamotten aus dem Schrank holen. Kerzen und Feuerzeuge für…


  2. (2) Kommentar by Ralf @ 1. Dezember 2010, 15:53 Uhr

    Wie macht man ein so präzisen Rückblick ohne Computernotizen ^^. Irgendwie hilft mir dein Bericht unseren Stromausfall mit Humor zu nehmen, bei nur 15 Minuten, aber gegenüber meinem Stromanbieter zu argumentieren hilft er mir wohl nicht 😉


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