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Jens Matheuszik — 26. Januar 2006, 21:17 Uhr

Hat Jean-Remy von Matt mit den Klowänden des Internets doch recht? (Nachtrag)


Diese These wirft jedenfalls blog age auf.

Erst einmal den Hintergrund zu den „Klowänden“ im Internet:
Vor kurzem bezeichnete der bekannte Werber Jean-Remy von Matt die Blogs als „Klowände des Internets“. Warum? Weil in den Blogs oftmals die von ihm mitkonzipierte Kampagne Du bist Deutschland kritisch gesehen wurde.
Ich habe das zum Anlass genommen die einzig wahre Klowand endlich mal zu offenbahren… 😉

Nachdem dann Herr von Matt die Resonanz auf seine Äußerungen erhielt, konnte er sich doch noch zu einer Art Entschuldigung durchringen – diese findet man z.B. hier.

Jetzt fragt sich in dem Beitrag Focus-Skandal, eine Ergänzung (von blog age) Peter Schink

„… langsam, ob die Klowand-These von Herrn von Matt nicht doch einen wahren Kern hat.“

Warum er sich das fragt?
Ganz einfach: Ausgehend von diesem Beitrag wurde bekannt, dass der Focus anscheinend nicht immer Fakten, Fakten, Fakten sondern manchmal auch Fakes, Fakes, Fakes präsentiert. Dieser Bericht wurde von zahlreichen Blogs mit vielen Lesern zitiert – mit einer gewissen Häme.

Jedoch hat der Focus angeblich das ganze in einer späteren Ausgabe korrigiert und daher

„… entsetzt [es ihn], […] dass in der Blogosphäre kein Schwein auf die Idee kommt, mal beim Focus eine Stellungnahme einzuholen.“

Deswegen auch seine Frage, ob Jean-Remy von Matt nicht doch recht hatte. Und ganz ehrlich: Warum sollte deswegen Jean-Remy von Matt doch recht haben??? Schreibt von Matt doch in der oben verlinkten Entschuldigung (die teilweise auch per eMail an einige Blogger ging):

„Die Klowand-Debatte erinnert mich übrigens an Münteferings Heuschrecken-Debatte: In beiden Fällen gab es Kritik, dass ein Sachverhalt mit einem plakativen Bild unzulässig verallgemeinert wurde.

Die Heuschrecken waren ein Symbol für das Abgrasen und Weiterziehen. Die Klowände sind ein Symbol für das Anpinkeln und Verpissen – für Meinungsäußerung im Schutz der Anonymität.“

Abgesehen davon, dass meiner Meinung nach nicht alles was hinkt ein Vergleich ist (denn der Heuschrecken-Vergleich zieht nicht) – welcher Blogautor und gerade welcher deutschsprachige Blogautor postet denn im Schutz der Anonymität? Es gibt ja sowas wie eine Impressumspflicht – oder nicht?

Insofern verstehe ich nicht ganz, warum Jean-Remy von Matt doch recht haben sollte, wenn seine Grundthese eh schon falsch ist.

Nachtrag:
Es ist wohl nicht ganz klar, ob es eine Impressumspflicht gibt. So kann man es jedenfalls im lawblog nachlesen. Dort wird (in den Kommentaren) auch der überaus vernünftige und gut argumentierte Vorschlag einer Kennzeichenpflicht vorgestellt.


5 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Web-Junkies @ 26. Januar 2006, 21:42 Uhr

    Netter Artikel. Gut geschrieben. Recht hast Du!


  2. (2) Kommentar by RixR @ 26. Januar 2006, 23:34 Uhr

    Ich finde dem guten Remmy wird entschieden zu viel der Ehre angetan, wenn man sich mit seinen Ergüssen ernsthaft auseinandersetzt.
    Wie kann man jemanden ernst nehmen, der verantwortlich ist für diese neoliberale, menschenverachtende DbD-Kampagne und anschließend dreist und verlogen genug ist zu behaupten er sei noch immer ergriffen wenn er sich diese Spots ansieht?
    Die einzige Ebene auf der man sich mit ihm meiner Meinung nach auseinandersetzen könnte ist seine eigene, eben diese:
    Jean Remy von Matt (Remy-Demy vom Mattsch inne Birne) Brief an die Mutter, bei Interesse nachzulesen auf http://Fettisch.de


  3. (3) Kommentar by Thorsten - blog.nrwspd.de @ 27. Januar 2006, 09:51 Uhr

    99% agree.
    Eine Impressumspflicht oder so ähnlich ist doch überhaupt nicht durchsetzbar. Eine der stärken des Internets beruht doch auf einem großen Grad an Anonymität. Wenn man zu einer Sache jedoch persönlich stehen will, kann man das auch machen. Wie genau soll man den Internetnutzer zwingen, ihre Daten wahrheitsgerecht anzugeben?


  4. (4) Trackback by orasi.de | journal @ 27. Januar 2006, 13:37 Uhr

    Wo liegt der Hund begraben?

    Das Thema wird ja immer heisser. Die Diskussion hat sich inzwischen recht weit durch die deutsche Blogosphere geschoben. Liegt wohl auch daran, daß der Udo ein vielgelesener ist. Aber inzwischen gibt es dazu eben auch ein paar interessante Meinungen …


  5. (5) Kommentar by Sven @ 27. Januar 2006, 14:14 Uhr

    Die Forderung nach der Einhaltung „journalistischer Standards“ ist so alt wie das 99% Schrott-Zitat des SpOn-Blumencron und war damals schon völliger Unfug.

    Bloß weil der Herr mit irnzwem beim Focus telefoniert hat heißt das nicht, dass das jeder Blogger zu machen habe und jedem, der einen Bock schießt, hinterhertelefoniert um zufragen, ob der irgendwo vielleicht schonmal was zu diesem Bock gesagt habe. Nö, Bock gefunden, Bock aufgestellt, fertig. Wenn jemand was dazu zu sagen hat, dann gibts Kommentare oder Mail, aber das ist keine Hol-Schuld des Bloggers, das darf dann der, der den Bock geschossen hat, wenn er möchte, schön selbst vorbeibringen.

    Wie heißt es so schön? „Wäre Bloggen Journalismus würde Bloggen Journalismus heißen? oder so ähnlich.


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