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Jens Matheuszik — 17. September 2005, 20:06 Uhr

64 Tage Krankenhaus



64 Tage… so lange ist ein naher Verwandter von mir im Krankenhaus gewesen.

An diesem beschissenen Tag waren wir bei einem Fußball-Spiel. Nach diesem Spiel ist er in der U-Bahn in Dortmund zusammengebrochen – ganz ohne irgendwelche Vorzeichen.
Dank der hilfsbereiten Mitfahrer gelang es uns schnell ihn nach draußen auf eine Bank zu legen und quasi wieder „fit“ zu machen (Beine hochgelegt, zwischenzeitlich via Handy einen Arzt gerufen). Nach wenigen Augenblicken war er auch schon wieder ansprechbar, sorgte sich um seine Brille, die er verloren (und die ich zu mir genommen) hatte und ärgerte sich schon wieder über das schlechte Spiel.
Geschlagene zehn Minuten später kam dann der Notarzt (hier muss ich jedoch anmerken, dass der Arzt wohl zwischendurch noch einmal via Handy vom Bahnpersonal informiert wurde, dass kein akuter Notfall mehr vorliegt), machte seine ersten Tests und nahm ihn dann mit ins nahegelegene Krankenhaus.

Kurze Zeit später konnte man ihn dann in der Notfallambulanz auch schon aufsuchen und anscheinend ging es ihm – den Umständen entsprechend – gut. Die Ambulanzärztin vertrat dann auch die Meinung, dass das Zusammenbrechen an vielen verschiedenen Faktoren lag, z.B. die hohe Temperatur in der U-Bahn, die schlechte Luft dort, die Tatsache, dass er am Tag selbst kaum etwas gegessen aber auch kaum getrunken habe – und natürlich auch das schlechte Ergebnis von Borussia Dortmund… 😉

Doch man wollte auf Nummer Sicher gehen, da beim Abhören des Herzens ein Ton „gefunden“ wurde, der da nicht hingehört. Also sollte er mal eben kurz eingewiesen werden, damit man das abcheckt.

Dieses „mal eben kurz“ dauerte insgesamt 64 Tage. Vom 16. Juli 2005 bis zum heutigen 17. September 2005. Ein bißchen lange für einen kurzen Check.

Es stellte sich schnell heraus, dass wohl doch nichts am Herzen war – dafür ging es ihm generell schlechter. Nach einer Spiegelung verlor er auch kurzfristig die Stimme bzw. wurde sehr heiser und hatte plötzlich dann anscheinend auch eine Virusinfektion. Der oberste Halbgott in weiß wußte jedoch leider nicht so recht, was genau er hatte.

Das die nicht-medizinische Behandlung dort auch nicht wirklich optimal war, kommt noch hinzu:
Wenn man einem Patienten, der nur Flüssignahrung zu sich nehmen soll (aufgrund einer im Krankenhaus aufgetauchten (dort erst erhaltenen?) Verletzung an der Zunge), zum Essen immer nur das Standardprogramm (feste Nahrung) bringt, dann ist das schon eher schlecht. Auch schlecht ist es (wenn dann endlich Flüssignahrung in Form von verschiedenen Suppen gereicht wird), keine Suppenlöffel dabei zu haben. Es löffelt sich schwer mit Messer und Gabel.

Nach ca. einem Monat wußte man endlich – oder meinte es zu wissen? – was denn der Grund für die Erkrankung wäre: Staphylokokken bzw. genauer gesagt die Unterart Staphylokokken hominis.
Diese wurden dann mit diversen Antibiotika behandelt und anscheinend so gut, dass zwischenzeitlich die CRP-Werte bzw. die Leukozyten-Anzahl heruntergegangen sind.

Zwar sind noch nicht die Ideal-Werte erreicht, nachdem die Anzahl dieser Werte (die für Entzündungen als Indikator gelten) jedoch auch nach unten geht, seitdem keine Antibiotika mehr verabreicht werden, wurde er heute – ohne ein „Auf Wiedersehen“ im Krankenhaus – nach Hause entlassen.

Wir gehen davon aus, dass auch die Abwesenheit vom Krankenhaus sich positiv auswirken kann – denn wer ist schon gerne in einem Krankenhaus…


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