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Jens Matheuszik — 10. Juni 2005, 02:09 Uhr

Was sind eigentlich zwei Werktage?


Die Frage was ein Werktag ist beschäftigt ja öfters die Gerichte – vor allem in Bezug auf Samstage.
Interessanter wird es was denn so zwei Werktage sind…

Am Anfang war das Feuer
Da bestellt man am Sonntag in einem sogenannten Partner-Shop eines im Internet bekannten Anbieters für rund 200,- Euro einige Artikel, die man unbedingt am nächsten Freitag benötigt.
Als Lieferzeit werden 1-2 Werktage genannt. So pi mal Daumen und dreimal über den Kopf geschlagen sieht das ja sehr nach einer Lieferung am Dienstag aus. Wenn man die teurere Expressversand-Methode nutzt, zahlt man rund 25,- Euro mehr und bekommt als Liefertermin den Vormittag oder Nachmittag des Dienstags zugesichert.
Nun ja, was soll man schon am Dienstag da mit, man braucht es am Freitag, die Lieferzeit beträgt 1-2 Werktage, bis zum Freitag sind es vom Bestelldatum her noch 5 Werktage… also wird die normale Versandoption bestellt.

Warten auf das Glück
Nun passiert folgendes…

Erstmal nichts.
Dann wiederum nichts.

Auf der Informationsseite, auf der man sich über den Stand der Bestellung informieren kann, findet sich neben dem als NEW bezeichneten Status der Hinweis, dass man für die bekannten 25,- Euro den Expressversand buchen kann. Ein ebenfalls vorhandener Hinweis auf die Stornierungsmöglichkeit beruhigt nur auf den ersten Blick: Mag ja kundenfreundlich sein, heißt aber doch im Endeffekt nur, dass die – individuell angefertigten – Artikel noch nicht fertig oder nicht mal angefangen worden sind. Denn dann würde das berühmt-berüchtigte Widerrufsrecht bei Internet-Bestellungen nicht greifen und eine Stornierung wohl kaum möglich sein.

Stirb langsam
Dann irgendwann – am Mittwoch um genau zu sein – tut sich was: Die vermeintlich kundenfreundlichen Stornierungsmöglichkeiten fallen plötzlich weg, ebenso wie der Expressversand. „Hey, die Sachen sind schon abgeschickt!“ dachte der Naivling (der hier gerade schreibt…)

Zur Sicherheit wurde eine eMail geschrieben mit der Bitte den nun veränderten Stand der Infoseite zu erklären. In der Antwort hieß es dann, dass die gewünschten Artikel derzeit in der Produktion seien und in Kürze (ggf. schon am Donnerstag) der Post übergeben werde – und da läge es in der Hand der Post. Eine Express-Lieferung jetzt noch wäre nicht mehr möglich, da der Produktionsprozess schon angefangen hätte…

Besser geht’s nicht?
Irgendwie scheint dieser Versand das ganze sub-optimal zu behandeln. Ich verstehe jetzt nicht, warum man – wenn die Ware im Produktionsprozess ist – nicht noch ggf. die teure Express-Variante dazu buchen kann, aber darum geht es mir jetzt nicht, eher darum, dass das bisherige Procedere eine klassische „loose-loose“-Situation ist:

Aus der Sicht des Kunden:
Der Kunde könnte sich jetzt ein wenig veräppelt vorkommen. Er liest was von 1-2 Werktagen, verlässt sich darauf und muss dann lernen, dass das anscheinend nicht stimmt – und anscheinend selbst mehr als fünf Tage dauert.

Aus der Sicht des Anbieters:
Ein unzufriedener Kunde mehr! Sicherlich nicht sehr sinnvoll.

Dabei könnte man das doch ohne Probleme in eine „win-win“-Situation umwandeln:

Man gibt auf der entsprechenden Bestell-Seite ehrliche Lieferzeiten an. Der Kunde kann sich darauf einstellen und wenn er es innerhalb weniger Tage benötigt, wird er den Express-Versand nehmen. Dann bekommt er die Ware rechtzeitig und ist zufrieden. Der Anbieter hat keinen unzufriedenen Kunden und vor allem verdient er ja sicherlich auch ein wenig an den höheren Expressgebühren.


1 Kommentar »

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  1. (1) Pingback by Pottblog » Blog Archiv » Es geht auch mit nur einem Werktag… @ 25. Juli 2005, 21:39 Uhr

    […] Es gibt neues von meiner Bestellungs-Odyssee, die dann doch glatt vom 5. bis zum 15. Juni 2005 in einer Art temporalen Anomalie nur zwei Werktage benötigte… […]


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