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J. Matheuszik — 1. Juni 2005, 17:29 Uhr

Die Grünen schreiben ihr Wahlprogramm im Wiki


Grünes WikiNa da sag noch mal einer, dass die Parteien zur evtl. im September 2005 stattfindenden Bundestagswahl keine Ideen haben:

Auf dieser Website haben die Grünen ein eigenes Wiki eingesetzt, um dort mit den Besuchern der Seite das Wahlprogramm zu schreiben. Das ganze Wahlprogramm? Leider nein, nur denn auf der gemeinsam zu bearbeitenden Seite GrünesWiki:Portal ist nur der Programmteil Digitale Gesellschaft zu finden (zur Sicherheit ist das Original schreibgeschützt).

Technisch gesehen setzen die Grünen auf MediaWiki, die Software die auch u.a. für die Wikipedia genutzt wird. Und endlich wissen wir, woran uns das Standard-Wiki-Logo bei MediaWiki-Installationen erinnerte – an die Grünen.

Im Programmentwurf (hier beziehe ich mich jetzt natürlich auf das Original) findet sich auch etwas für Blogs:

Bürgermedien schützen: Keine Regulation der Blogosphäre durch das Telemediengesetz
Bürgermedien sind ein wichtiger Bestandteil einer freien und unabhängigen Rundfunklandschaft. Offene Kanäle und Freie Radios müssen auch weiterhin als so genannte „Dritte Säule“ von den Landesmedienanstalten ermöglicht und unterstützt werden. Doch viele Bürgermedien finden längst im Netz statt, in Form von Portalen, Weblogs oder Foren. Diese Medien müssen sich so frei wie möglich entfalten – sie können und sollten nicht mit herkömmlichen Medien, die einen viel größeren Verwaltungs- und Verbreitungsaufwand mit sich bringen, gleichgesetzt werden. Einer Überregulierung neuer Kommunikations- und Publikationsformen – insbesondere bei der Einführung eines Telemediengesetzes – werden wir entgegen treten!

Zum Thema Rundfunkgebühren für PCs schreiben sie:

Keine Rundfunkgebühren für Computer
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wenden sich gegen die Ausweitung der Rundfunkgebührenpflicht für Computer. Computer werden nicht in erster Linie für den Empfang von öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehprogrammen benutzt. Wenn die Rundfunkanstalten sich im Internet präsentieren wollen, können sie das tun, dürfen aber dafür keine Zwangsbeiträge erheben. Bei dieser Gelegenheit soll überprüft werden, inwieweit die Gebührenfinanzierung des ö.r. Rundfunks noch dem ursprünglichen Gedanken der Staatsferne dient. Sollte dies nicht der Fall sein, wird eine Steuerfinanzierung der ö.r. Rundfunks angestrebt. Die Steuersätze können dann wesentlich niedriger sein als die bisherigen Gebührensätze, weil das Problem der Kontrolle, der Schwarzseher und der aufwändigen Verwaltungsverfahren (GEZ) wegfällt.

Auch zu dem beliebten Thema Abmahnwelle im Internet findet sich dort einiges… klingt alles sehr schön.

Fragt man sich nur: Wer regiert eigentlich seit 1998 zusammen mit der SPD?


4 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by JC @ 1. Juni 2005, 19:35 Uhr

    Bezüglich der Rundfunkgebühren für Internetanschlüsse (das muss man sich ohnehin auf der Zunge zergehen lassen) muss man fairerweise sagen, dass die Grünen dagegen waren, während SPD, CDU/CSU und FDP hier aber den öff. rechtl. Sendeanstalten bei der Geldbeschaffung gemeinsam in vorauseilendem Gehorsam behilflich waren – da können dann auch an der Regierung beteiligte Grüne nur noch wenig ausrichten.

    Liegt das daran, dass man in diesen Anstalten verdiente Parteimitglieder zur Belohnung für treue Dienste parken kann?


  2. (2) Trackback by jung * grün * stachelig @ 4. Juni 2005, 13:06 Uhr

    Blogschau zum Wahlprogramm-Wiki

    In der Blogosphäre kommt die Idee durchweg gut an, den Vorschlag für einen Teil des Wahlprogramms offen im Wiki auszuarbeiten (siehe mein Beitrag gestern). Kritik gibt es daran, dass die Grünen ihre Forderungen innerhalb der Koalition mit der SPD ni…


  3. (3) Pingback by jung * grün * stachelig » Blogschau zum Wahlprogramm-Wiki @ 21. Juni 2005, 19:03 Uhr

    […] iki-Idee: “Das verdient: 1. Applaus, 2. Beteiligung”. Lob an der Idee auch vom Pottblog: “Na da sag noch mal einer, dass die Parteien zu […]


  4. (4) Kommentar by Al Bundy @ 13. August 2005, 14:25 Uhr

    Warum GEZ zahlen?
    Dieses Zwang muss doch ein Ende haben.
    Bin bereit dem zahlen den ich höre oder gucke.
    Datenschutz bleibt auf der Strecke und man wird gezwungen finanzieren auch das was abgelehn wird.
    Auf zum EU-Gericht!!!


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