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J. Matheuszik — 16. Mai 2005, 23:30 Uhr

Parteien im Kino


Landtagswahlen 2005 Nordrhein-WestfalenDa ist man ganz harmlos im Kino, will einen schönen Kinofilm sehen – und was hat der liebe Gott noch vor jedem Kinogenuss gesetzt?
Ja woll, die berüchtigte Kinowerbung (so man nicht gerade in einem werbefreien Kino ist).

Neben der betont trashigen Lokalwerbung (manchmal hat man den Eindruck, dass die von den Konkurrenzunternehmen beauftragt wurde) ist in der Wahlkampf-Zeit natürlich auch die Politik dabei und belästigt uns audiovisuell.

Für Pottblog analysiere ich gerne mal die Wahlwerbespots:

FDP
Ein unfreundlicher Mann und eine unfreundliche Frau (die jedoch nicht sehr weiblich aussieht) thronen hinter einem Schreibtisch und drangsalieren einen armen Bürger:
Dieser will doch nur ein Restaurant eröffnen, was ihm abgelehnt wird.
Dann nur noch einen Imbiß – ebenfalls abgelehnt, und als er schlußendlich um eine Arbeitsstelle bittet wird dies auch ebenso abgelehnt.

Quintessenz: In NRW ist alles viel zu bürokratisch, mit der FDP wird alles besser.

Bewertung: Die Idee mag ja im Grunde nicht schlecht sein, aber welcher potentielle Restaurant-Gründer geht zum Arbeitsamt zwecks Beantragung der notwendigen Genehmigungen? Außerdem war der Ton der Werbung viel zu laut, das ging auf die Ohren..

CDU
Ein schwarzes Bild – mehr nicht. Das ist der erste Eindruck des Spots. Dann hört man, wie jemand versucht einen Wagen zu starten, was jedoch leider nicht klappt, da der Wagen nicht anspringt. Dann die belehrende Stimme, dass man es nach 39 Jahren doch mal mit was Neuem ausprobieren soll – und am 22. Mai 2005 die CDU mit Jürgen Rüttgers wählen sollte.

Bewertung: Da scheint jemand alle Oldtimer-Fans vergrätzen zu wollen, denn nicht immer ist alles Alte wirklich schlecht.
Und man kann über Steinbrück sicherlich sagen was man will – aber 39 Jahre regiert der noch nicht (sind es – wenn überhaupt – schon drei Jahre?). Da hätte es dann besser gepasst, wenn in der Werbung nur von der CDU die Rede gewesen wäre.
Netter Nebeneffekt: Man hätte die Erwähnung des Spitzenkandidaten vermieden.

Grüne
Nachdem wir erst von der FDP und dann von der CDU berieselt worden sind, fragten wir uns schon, wann denn die Werbung von den anderen Parteien kommt. Lustig war es dann, als der grüne Spot begann:
Denn im Gegensatz zu den beiden anderen Parteien haben die Grünen einen professionellen Trailer gemacht, den ich am Anfang sogar für Werbung für einen echten Film hielt:
Über einer malerischen Szenerie zogen sich dunkle Wolken zusammen und mit bedrohlicher Stimme wurde von den schwarzen Schatten berichtet, die sich des Landes bemächtigen wollen.
Dann werden die Gefahren für Leib und Leben (und Land) aufgezeigt – und durch Angela Merkel, Jürgen Rüttgers und Guido Westerwelle anschaulich illustriert.

Bewertung: Toll gemacht! Man hat wirklich den Eindruck den Trailer zu einem Schocker wie Scream oder The Village zu sehen – und stellt dann fest, dass es doch „nur“ Wahlwerbung ist. Wobei diese Werbung natürlich stark davon profitiert, dass vorher die handwerklich eher ungeschickte Werbung von FDP und CDU lief.

Und wenigstens die Grünen haben ihren Spot verlinkt. Zwar nicht direkt auf der grünen Seite, sondern unter http://www.erste-wahl.de/?spot – aber immerhin!
Vielen Dank an Jens von politikinside.blogg.de für diesen Hinweis!

SPD
Da gibt es nix, deswegen auch keinen Link…


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