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J. Matheuszik — 20. November 2004, 21:46 Uhr

Der Manchurian Kandidat – erschreckende Einsichten… oder?


Der Manchurian Kandidat„Der Manchurian Kandidat“ – so heißt der neueste Film mit Denzel Washington, der im Moment in den Kinos läuft.

Doch das Adjektiv neu ist nicht ganz korrekt – denn schließlich handelt es sich hierbei um eine Neufassung eines alten Klassikers, der in Deutschland als Botschafter der Angst bekannt ist – und jetzt in der Neufassung auch die direkte Übersetzung des englischen Titels erhält (wobei der Titel zumindestens für deutsche Ohren selten dämlich klingt und in diesem Fall auch nicht so wirklich passt: Im Original geschah ein bedeutender Teil der Handlung in der Mandschurei, hier muss jetzt ein Fonds diesen Namen tragen, damit es einigermaßen passt).


Worum geht es?
Kurz vor dem eigentlichen Irak-Krieg (dem vorherigen, wo es um die Befreiung Kuwaits ging) gerät die Einheit von Major Bennett Marco (Denzel Washington) bei einer Aufklärungsmission in einen feindlichen Hinterhalt. Doch dank Sergeant Shaws (Liev Schreiber) Heldenmut wird fast die gesamte Einheit gerettet, Shaws erhält daraufhin die höchste militärische Auszeichnung der USA und beginnt eine große Karriere in der Politik. Nun stehen in den USA die Präsidentschaftswahlen an und der aussichtsreiche Bewerber der Opposition sucht noch einen Vizepräsidenten. Der altgediente Senator Jordan (Jon Voight) scheint der Favorit zu sein, doch Shaws Mutter, die Senatorin Eleanor Prentiss Shaw (Meryl Streep) schafft es ihren eigenen Sohn als Kandidaten durchzudrücken.

Währenddessen wird Bennett Marco mit den immer wiederkehrenden Alpträumen aus dem Irak-Krieg konfrontiert und versucht hier die Wahrheit zu ergründen – und alles läuft darauf hinaus, dass Shaw eine entscheidende Rolle bei der Wahrheitsfindung spielt.

Mehr will ich den Leuten hier nicht von der Story verraten – ein wenig Spannung muß ja noch erhalten bleiben!

Bewertung und Gedanken dazu
Der Film ist gut – sicherlich keine cineastische Meisterleistung, aber dennoch eine gute Unterhaltung. Interessant (neben dem Faktum, dass auch der Schweizer Bruno Ganz eine kleine, aber entscheidende Rolle spielt) sind vielmehr die politischen Aspekte des Films:

Nicht nur, dass man durchaus viele Parallelen zur aktuellen Politik entdecken kann – interessant sind die subtilen Bewertungen die dieser Film vornimmt:
So werden eine interventionistische Politik der USA (Stichwort: Weltpolizei) und die damit verbundenen Verluste an Truppen kritisch betrachtet, so wird gerade die Wahl mit elektronischen Wahlgeräten als negativ aufgrund der Manipulationsvorwürfe betrachtet (siehe auch die aktuelle Studie der Berkeley Universität, die nachgewiesen hat, dass vor allem in den Gebieten mit elektronischen Wahlmaschinen signifikant Bush mehr Stimmen erzielt hat – ungeachtet aller anderen Faktoren; hierzu schreibt auch der Spiegel Online einen Artikel), sondern auch die Tatsache, dass der Regisseur bzw. der Drehbuchautor anscheinend ein Demokraten-Fan ist.

Denn auch wenn es nie explizit erwähnt wird – die Demokraten scheinen die oppositionelle Partei im Film zu sein und die „good guy“-Rolle in der Politik zu spielen. Auch Clinton selbst kommt im Film an einer markanten Stelle gut weg – jedoch ist damit Bill Clinton und nicht seine Frau die amtierende Senatorin Hillary Clinton gemeint, denn die Parallelen zwischen Senatorin Eleanor Prentiss Shaw und Hillary Clinton sind offensichtlich…


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