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J. Matheuszik — 5. November 2004, 00:07 Uhr

Bush = Schröder?!


Die Frage was die US-Wahlen mit Deutschland im Allgemeinen und dem Bundeskanzler Gerhard Schröder im Besonderen zu tun haben – die beantwortete heute die Zeitung mit den vier großen Buchstaben.
Doch auch abseits dieser Schlagzeile lohnt es sich dieses Thema anzusprechen.

Bush = Schröder?!
Beginnen wir aber mal bei der Schlagzeile, wonach Bush mit der selben Methode gewonnen haben soll wie Schröder.
Lassen wir mal ungeachtet, dass die Hamburger Zeitung damit indirekt Schröder diffamieren könnte (Schröder hat 2002 keinen Krieg gegenüber dem Irak angefangen, Schröder hat nicht die Bürgerrechte so mit den Füßen getreten, Schröder hat nicht die Welt gegen sich und seine Politik aufgebracht (na, die Zeitung die so heißt vielleicht schon!), Schröder hat aus einem Staatsüberschuß kein Riesendefizit geschaffen (denn wir hatten vorher keinen Überschuß!) usw.usf.) – aber zurück zum Thema:
Angeblich soll Bush gewonnen haben, da er ähnlich wie Schröder Themen besetzt und aktuelle Chancen ergriffen habe, z.B. bei den Hurrikan-Stürmen in Florida, wo er sofort beherzt eingriff, während Kerry erst einige Tage später das ganze wohl realisierte.
Hier muß man der Springerpresse attestieren, dass der Vergleich gar nicht so sehr hinkt, wie man meinen mag, denn in Stoibers Aktenkladden kam tagelang die Oderflut auch nicht vor, während Schröder schon grimmig blickend im grünen Parka durch die verbreiterten Furten der Oder marschierte.
Doch welcher Kerry-Fan würde akzeptieren, dass sein Idol wie weiland Bayerns Ministerpräsident agierte?

Bedeutung der Wahl für Deutschland
Die politischen Auguren versuchen natürlich jetzt schon herauszufinden, welche Konsequenzen die Wahl für Deutschland hat. Da gibt es mehrere Dinge:

  • Deutschland hat es leichter sein „NEIN!“ zum Irak-Krieg aufrecht zu erhalten. Bush kennt die Position Deutschlands und wird wohl kaum mehr fordern. Kerry hingegen hatte immer auf die Unterstützung der Europäer gesetzt – sprich: Truppen. Dank Bush müssen Y-Tours jetzt also keine Pauschalreise gen Bagdad ins Programm aufnehmen.
  • Einige Kräfte in Deutschland haben es schwieriger. Abgesehen davon, daß ich derzeit eh nicht mit irgendwem aus der CDU tauschen wollen würde – jetzt ist es noch ärger, gerade im Hinblick auf die Wahlen 2006. Wer erinnert sich noch daran, wie ehrerbietend sowohl Koch als auch Merkel in die USA gereist sind und die Bush-Administration hofierten, während die Bundesregierung an ihrem strikten „NEIN!“ festhielt? Man braucht keine großen demoskopischen Kenntnisse um zu wissen, dass gerade die Ablehnung der US-Außenpolitik (oder sollte man schon von Kriegspolitik reden?) der SPD geholfen hat, während CDU/CSU schon ihre Probleme damit hatten, ihre transatlantische Verbundenheit in Einklang mit der Mehrheit von ca. 80-90 % der Deutschen zu bringen.
  • Die „Axis of Evil“ besteht ja aus drei Ländern: Irak, Iran und Nord-Korea. Nummer 1 ist erledigt (kriegstechnisch; der Frieden ist dort noch lange nicht gewonnen!), da fehlen also noch Nummer 2 und 3. Da keine Wiederwahl mehr ansteht und die aktuelle Bush-Administration das Wahlergebnis als Bestätigung ihrer unilateralen Politik ansehen wird, ist es sehr gut möglich, dass demnächst die USA weiter machen. Fraglich wie das dann Merkel, Koch und Co. versuchen den Deutschen zu verkaufen.

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