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Jens Matheuszik — 17. Juni 2014, 15:36 Uhr

Wie hätte die TV-Berichterstattung des #WDR zur #Stichwahl bei den Kommunalwahlen am Sonntag besser ablaufen können? #kw14nrw


Westdeutscher Rundfunk Köln (WDR), Logo 2014Zum wiederholten Male fand gestern in Nordrhein-Westfalen etwas statt, was in der medialen Berichterstattung des Westdeutschen Rundfunks Köln (so die offizielle Bezeichnung des als WDR bekannten Senders) anscheinend nur unter “ferner liefen” einsortiert war.

Es ging natürlich nicht um das Pfingst-Unwetter und den Fluch der Routine bezüglich eines mehr oder wenig zufällig auftretenden Ereignisses – sondern um die gestrige 2. Runde der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen. Bei den Stichwahlen ging es in mehreren dutzend Städten, Gemeinden und Landkreisen darum, die Person des Oberbürgermeisters, Bürgermeisters oder Landrates endgültig zu wählen – wenn in der ersten Runde (am 25. Mai 2014) keine absolute Mehrheit1 erzielt wurde.

Insofern ein grundsätzlich sehr berechenbares Ereignis: Es ist schon seit langer Zeit bekannt, dass nach dem 25. Mai 2014 der drei Wochen2 später liegende 15. Juni 2014 als Stichwahltermin auserkoren wurde. Wo konkret Stichwahlen stattfinden, war natürlich noch nicht klar, dass das aber in mehreren großen Städten des Landes der Fall sein dürfte, konnte man schon ahnen.

Das Programm des WDR Fernsehens für die Stichwahl:

TV Movie_WDR_Fernsehen_Programm_Details_15.06.2014Dennoch plante das WDR-Fernsehen ursprünglich für den 15. Juni 2014 keine gesonderte Berichterstattung. Dies zeigt sich gut am nebenstehenden Bild (siehe auch diesen Bericht), denn da sieht man das, was der WDR ursprünglich bei Redaktionsschluss der entsprechenden Fernsehzeitung für den 15. Juni 2014 geplant hatte.

Pünktlich zum Schluss der Wahllokale um 18:00 Uhr war der Film Die Frau am Strand angesetzt – und da NRW keine Küstenlinie hat, war es wohl keine Dokumentation über eine OB-Kandidatin von der Küste oder so3. Um 18:15 Uhr sollte (und fand) dann die Sendung Tiere suchen ein Zuhause statt. Das übliche Sonntagsprogramm bestand dann weiterhin aus der Aktuellen Stunde um 19:10 Uhr und dem Politmagazin Westpol um 19:30 Uhr. Nach der Tagesschau4 sollte eigentlich um 20:15 Uhr das Reise-Magazin Wunderschön! Stockholm und die Schären stattfinden…

Doch noch eine Sondersendung…

So war der ursprüngliche Plan bei Redaktionsschluss der Fernsehzeitung, jedoch muss ich dem WDR zugestehen, dass das entsprechende Bild etwas irreführend ist, denn um 20:15 Uhr gab es dann doch noch eine Sondersendung zur Wahl.

Kommunalwahl_2014_Stichwahl_in_NRW_WDR_Titel

Bis dahin erfuhr man nur in quasi homöopathischen Dosen von der Wahl. Zwar brachten sowohl die Aktuelle Stunde als auch das Politmagazin(!) Westpol etwas zur Wahl, aber recht wenig – und meiner Meinung nach zu spät.

Während die Tiersendung lief (so etwas läuft ja bekanntlich immer gut!) hätte man sich natürlich fragen können, ob Politisch Interessierte NRW-Bürger suchen einen TV-Sender mit Stichwahl-Infos nicht vielleicht das bessere Programm gewesen wäre.
Auch in der kurzen Pause zwischen dem Film und der Tiersendung gab es meines Wissens keinen Hinweis auf die Wahlen.

“Mein” Programm zu den Stichwahlen in NRW oder aber: Ich spiele mal Programmdirektor…

Meckern ist natürlich einfach – ä konstruktive Kritik äußern hoffentlich sinnvoller: Daher will ich jetzt mal auflisten, wie man meiner Meinung nach die Wahlberichterstattung im WDR-Fernsehen besser machen könnte. Ich habe natürlich keine Ahnung von Programmplanung, den Zwängen eines laufenden Sendebetriebs usw. – aber vielleicht ist die fehlende Nähe zum WDR von Vorteil (betriebsblind dürfte ich beispielsweise nicht sein).

Punkt 18:00 Uhr gäbe es eine kurze Sondersendung, die auf die Kommunalwahlen hinweist und dass es im weiteren laufenden Programm dann Details gibt. Zwar hat man bei den Kommunalwahlen keine Prognose oder gar Hochrechnung wie bei den anderen (überörtlichen) Wahlen, die man veröffentlichen kann, aber erste Informationen wie z.B. zur Entwicklung der Wahlbeteiligung sind schon bekannt.
Auch könnte man dann noch auf einige der potentiell interessantesten Stichwahlen eingehen und die Situation des ersten Wahlgangs schildern.

Alternativ könnte man auch – falls die Programmplanung es nicht anders zulässt – die vorherige Sendung bis zum geplanten Ende weiterlaufen lassen, ab 18:00 Uhr über ein Laufband auf die Kommunalwahlen (und die folgende Berichterstattung!) hinweisen und dann danach mit der ersten Sondersendung starten.

Zwar wird man um 18:15 Uhr noch keine endgültigen Zahlen haben, aber der Wahlabend am Sonntag zeigte, dass man da schon erste Auszählungsergebnisse hat: Im Kreis Recklinghausen waren schon 10 % der Stimmbezirke ausgezählt, im Kreis Wesel waren es zu dem Zeitpunkt schon über ein Drittel. Wenige Minuten später hätte man zu den D-Städten (Datteln, Dortmund und Düsseldorf) schon Ergebnisse gehabt, die natürlich nicht wirklich repräsentativ waren – aber auch schon auf das richtige Endergebnis hinwiesen (Ausnahme war Hagen um 18:11 Uhr, wobei sich da der Trend zum unabhängigen OB bereits um 18:20 Uhr zeigte).

Die Tiersendung hätte ich komplett gestrichen und dann bis 19:10 Uhr (wenn die Aktuelle Stunde startet) immer wieder die einzelnen Zwischenstände gebracht. Das beispielsweise in Düsseldorf der Wechsel von Dirk Elbers (CDU) zu Thomas Geisel (SPD) stattfinden wird, war schon um 18:22 Uhr gut erkennbar – da war mehr als die Hälfte ausgezählt und der SPD-Kandidat führte deutlich. Das vorläufige Endergebnis lag übrigens gegen 19:00 Uhr vor – und wurde in der Wahlsendung gegen 20:17 Uhr quasi als “die Neuigkeit” präsentiert…

Gerade der spannende Wahlkrimi in Mönchengladbach, wo am Ende wenige hundert Stimmen zwischen dem CDU-Herausforderer (der letztlich siegte) und dem SPD-Amtsinhaber entschieden, wäre meiner Meinung nach für eine Berichterstattung spannend gewesen.

Zwischen den Zahlen hätte man auch immer wieder mal Live-Schalten in die einzelnen Rathäuser bringen können oder aber vorgefertigtes Material, beispielsweise die Stichwahlkandidaten X und Y im Last Minute-Wahlkampf.

Dahingehend fand ich bei der realen Berichterstattung vom letzten Sonntag um 20:15 Uhr die Berichte von den Stichwahlen – beispielsweise in Moers und Waltrop – gut. Tatsächlich waren diese Elemente mit die besseren der Sondersendung; schade aber, dass hier nicht durch Live-Schalten zu den vorher vorgestellten und dem Zuschauer jetzt bekannten Personen noch die Verbindung zur Stichwahl gezogen wurde.

Während der gesamten Sendezeit sollte man – sobald es endgültige Ergebnisse gibt – diese auch sofort präsentieren, sprich: über ein Laufband mitten ins Programm hinein. Denn selbst wenn dann gerade die Aktuelle Stunde oder aber Westpol über was anderes berichten (falls man diese Sendungen an einem solchen Tag dennoch senden würde), würde man im WDR dann dennoch stets aktuell informiert.

Und wo wir gerade in der Kategorie Wünsch Dir was sind: Was spräche eigentlich dagegen, auch schon tagsüber während des Wahlsonntags immer wieder mal Informationen über das Laufband einzublenden? So Hinweise wie +++ Stichwahlen heute in 41 Städten, Gemeinden und Kreisen noch bis 18 Uhr +++ um 12 Uhr nur xx,xx % Wahlbeteiligung in Musterstadt +++ wären doch toll, oder?
Noch toller wäre es, wenn das WDR-Fernsehen seine vielen Kanäle nutzen würde. Denn bekanntlich hat das WDR-Fernsehen für jedes Regionalstudio einen eigenen Sender. Grundsätzlich läuft da das gleiche, nur in der Sendung Lokalzeit gibt es Unterschiede. Würde es sich hier nicht unter Umständen5 lohnen, verschiedene Inhalte zu zeigen? Ganz nach dem Motto: Was interessieren den TV-Zuschauer in Dortmund die Stichwahlen in Aachen?

Ergebnistafeln (im WDR Fernsehen):

Kommunalwahl_2014_Stichwahl_in_NRW_WDR_Düsseldorf_Thomas_Geisel

Sehr merkwürdig fand ich übrigens die Ergebnistafeln (nennt man das so?) im WDR Fernsehen. Oben ist beispielhaft die von Düsseldorf abgebildet. Dort sind nur die nötigsten Kerninhalte (Stadt, Gewinnername mit Foto und Parteiangabe sowie das Ergebnis des Gewinners) zu sehen – da hätte man doch viel mehr machen können:

Beispielsweise wäre es vielleicht nett (gerade in Mönchengladbach) zu sehen, wieviel der unterlegene Kandidat bekommen hat. Klar, man muss einfach nur 100 abzüglich der angezeigten Zahl abziehen, dennoch kann man das schöner darstellen. Dann bräuchte man auch keinen “weißen Fleck” wo im obigen Beispiel SPD drin steht, sondern hätte farbige Balken entsprechend der Stimmanteile nutzen können.

Eventuell wäre ja sogar eine Gewinn-/Verlust-Anzeige im Vergleich zur ersten Runde machbar. Da hätte man beispielsweise in Düsseldorf gut sehen können, dass Dirk Elbers (CDU) zwar im ersten Wahlgang führte, dann aber im zweiten Wahlgang von Thomas Geisel (SPD) quasi deklassiert wurde.

Gerade letzteres vermisste ich in der WDR-Sondersendung um 20:15 Uhr – da wurde von der Moderatorin von einer knappen Entscheidung in einer Stadt berichtet – warum sie knapp war kann man aber kaum wissen, wenn man nicht gerade die Ergebnisse der ersten Runde genau kennt.

A propos: Ich hatte übrigens den Eindruck, dass viele Entscheidungen für die Moderatorin “knapp” waren (oder gar “super knapp”)…

Ergebnistafel (bei WDR.de):

Kommunalwahl_2014_Stichwahl_in_NRW_WDR.de_Düsseldorf_Thomas_GeiselWie man es in Sachen Ergebnistafeln besser macht, kann das WDR-Fernsehen unter Umständen aber ja von anderen Medien lernen – z.B. vom WDR im Internet…

Denn so wie der WDR (siehe hier auch wieder das Düsseldorf-Beispiel) im Internet das Stichwahlergebnis präsentiert hat, ist das doch gleich informativer. Eventuell ist das ein Tacken zuviel an Infos für den TV-Schirm, aber selbst das könnte man gut lösen. Mir würde es persönlich beispielsweise reichen, wenn neben den beiden erstplatzierten Kandidaten Dirk Elbers und Thomas Geisel nur noch “Sonstige” addiert auftauchen. Für drei Balken sollte ja genug Platz sein. ;)

Vielleicht bessert sich das ganze ja…

… denn schon nächstes Jahr finden in vielen Gebieten von Nordrhein-Westfalen erneut Kommunalwahlen statt. Denn dann werden die Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte gewählt, deren Amtszeit noch bis 2015 andauert. Spötter behaupten jetzt schon, dass der WDR dann besser berichten wird als von den aktuellen Stichwahlen, da dann ja auch in Köln gewählt wird… ;)

  1. 50 % + x der abgegebenen gültigen Stimmen []
  2. normalerweise zwei Wochen – das wäre aber in den Schulferien gewesen []
  3. das hätte natürlich auch Fragen nach der Neutralität des WDR aufgeworfen… []
  4. die standardmäßig vom ersten Programm der ARD übernommen wird []
  5. zugegeben: eher bei landesweiten Wahlen… []

1 Kommentar »

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  1. (1) Kommentar by Stefan Laurin @ 18. Juni 2014, 06:12 Uhr

    Das ist doch alles ganz einfach zu erklären: Es gab in Köln keine Stichwahl. Und wenn es in Köln keine Stichwahl gibt, gibt es für den WDR keinen Grund für eine aktuelle Berichterstattung.


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