Am vergangenen Donnerstag fand in Düsseldorf das vom Handelsblatt veranstaltete DeutschlandDinner statt. Die Veranstaltung fand unter dem Motto Wohin steuert NRW? statt und als Gast war die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft geladen.
Mitten im Wahlkampf ist das natürlich ein interessanter Termin für die SPD-Spitzenkandidatin, da man beim Handelsblatt und seinen ca. 450 Gästen wahrscheinlich eher nicht das klassische SPD-Klientel erwarten kann. Insofern könnte man hier eher punkten als bei denen, die wahrscheinlich sowieso der SPD nahestehen… Alle Gäste konnten Fragen stellen, die auf Karten eingereicht werden konnten. Richtig analog – so via Twitter und Twitterwall wäre schon besser gewesen.
Doch interessanterweise war das zwar kein Heimspiel für Hannelore Kraft aber sicherlich schon ein Auswärtssieg. Was jetzt nicht nur daran lag, dass der Gegner gar nicht auf dem Platz war und man gar nicht weiß, auf welchem Platz er überhaupt spielen will. Faszinierend war an der Veranstaltung vor allem, dass Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart zwar kritische Fragen stellte, aber dahingehend fast schon zum Stichwortgeber wurde:
Hannelore Kraft als Schuldenkönigin von NRW? Das müsse man alles relativ sehen, denn natürlich kann man die Gesamtschulden von NRW nicht mit denen vom Saarland vergleichen. Bei der Pro-Kopf-Verschuldung sähe das ganz anders aus.
Vorbeugende Politik bringt nur Schulden? Nein, das ganze wäre effizienter und würde viele Folgekosten sparen.
Warum sollte die Wirtschaft die SPD wählen? Weil die SPD einen guten Plan hat und sich auch um den Mittelstand kümmert.
Tempolimit auf den Autobahnen in NRW? Im Ruhrgebiet ist man schon fast froh, wenn man mal Tempo 80 fahren kann.
Ihr Koalitionspartner die Grünen – die wollen ja fast schon ein Tempolimit von 30 km/h! Vor Kitas ist auch das noch zu schnell…
Doch nicht nur, dass Steingart der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin die Gelegenheit bot die zentralen Linien ihrer Politik vorzustellen – er äußerte sich auch zu ihrem Herausforderer. Als er eine bestimmte Karte hatte, reichte er diese an Hannelore Kraft mit den Worten weiter, dass diese für ihn bestimmt sei und daher Frau Kraft sie vorlesen müsse. Die Frage lautete, warum denn nicht der CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen eingeladen sei.
Hier fuhr Steingart dann aus und erklärte, dass man ihn ja gerne hätte einladen wollen, aber das wäre schwierig, man wüsste ja auch gar nicht, wohin man die Einladung schicken sollte, da er ja selber nicht wüsste, wo er denn so hingehört.
Aus diesen und den weiteren Sätzen Steingarts konnte man meiner Meinung nach schon ein wenig entnehmen, dass er einerseits wohl nicht viel von Röttgen hält und anderererseits auch nicht an eine politische Zukunft von ihm in Düsseldorf glaubt.
A propos politische Zukunft: Diesmal (also im Vergleich zum TV-Auftritt bei Markus Lanz) parierte Hannelore Kraft die Frage nach ihrer Rolle in einer möglichen SPD-Opposition sehr gut und erklärte, dass sie gerne Oppositionsführerin werden würde, falls die SPD die Wahl verliert und man sie auf dieser Stelle sehen möchte. Aber sie würde davon ausgehen, dass sie die Wahl gewinnt und somit das nicht zum tragen käme.
Ich bin übrigens gespannt wann und in welcher Form das Handelsblatt die weiteren Fragen (und die Antworten!) der Gäste an Hannelore Kraft zur Verfügung stellt. Dies versprach Gabor Steingart den Gästen und ich kenne mindestens drei Leute deren Fragen nicht vor Ort direkt auf der Bühne beantwortet wurden…
Beiträge bei Twitter & Co. zum DeutschlandDinner des Handelsblatts
Nachfolgend eine Auflistung der diversen Beiträge bei Twitter, Flickr usw. zum DeutschlandDinner:
[...] Handelsblatt-Leser fragen, Hannelore Kraft antwortet (Handelsblatt) – Beim DeutschlandDinner des Handelsblatts mit Hannelore Kraft blieben noch ein paar Fragen unbeantwortet – die Antworten wurden jetzt [...]
[...] Handelsblatt-Leser fragen, Hannelore Kraft antwortet (Handelsblatt) – Beim DeutschlandDinner des Handelsblatts mit Hannelore Kraft blieben noch ein paar Fragen unbeantwortet – die Antworten wurden jetzt [...]