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Jens Matheuszik — 1. August 2011, 17:41 Uhr

Joerg-Olaf Schaefers ist tot


Als ich bei netzpolitik.org nur die Überschrift Wir trauern um Joerg-Olaf Schaefers las, fiel mir spontan ein deutlicher Kraftausdruck ein. Denn es ist einfach scheiße, dass @joschaefers (via Twitter hatte ich am meisten mit ihm zu tun) verstorben ist.

Ich kannte ihn nicht wirklich gut – erstmalig getroffen habe ich ihn vor einigen Wochen beim JMStVCamp in Essen, aber virtuell war das anders. Schon seit Jahren las ich seine Beiträge immer wieder und spätestens durch die Diskussion um den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) und insbesondere der politische Aspekt dazu in Nordrhein-Westfalen verstärkte sich der Kontakt. Ich habe ihn in dabei als streitbaren Kämpfer für das Netz erlebt, der für eine vernünftige Netzpolitik und einen vernünftigen Jugendschutz eintrat, der fundiert und pointiert für die ihn wichtigen Dinge sich einsetzte und dabei immer auch wieder gegen Türen anrannte. Hatte er aber ein solches Ziel, liess er sich kaum davon abhalten, das habe ich auch das eine oder andere Mal erleben können.

Sein Tod ist ein großer Verlust für die Netzpolitik in diesem Land, denn ich habe selten andere Leute erlebt, die sich so kompetent in Themen einarbeiten konnten wie er. Wenn einer deutlich und leicht verständlich erklären konnte, warum die Gesetzesinitiative XY zwar toll klingt, aber in Wirklichkeit gefährlich ist, dann war er das. Wenn einer die Fußhaken und Ösen irgendwo im Kleingedruckten eines Sitzungsprotokolls eines Unterausschusses gefunden hat, dann war er das.

Doch nicht nur netzpolitisch war er eine außerordentliche Koryphäe – sehr gerne und mit Vergnügen habe ich beispielsweise seine Kolumen am Sonntag in der FAS gelesen. Noch gestern gab es da im Notizblog etwas zum Thema Kinobewertungen im Internet. Da lernte ich zwar in diesem konkreten Fall nichts neues, entdeckte aber eine anverwandte Haltung zu diesem Thema.

In seinen Kolumnen brachte er das Internet und seine vielfältigen Möglichkeiten den “Offlinern” nahe, die dadurch wertvolle Tipps und Anregungen erhielten. Die natürlich auch für “Onlinern” sehr wertvoll waren, denn auch als jemand, der schon seit Jahren im Internet sich bewegt, waren dort immer überraschende Dinge zu finden. Seine Kolumne dort war übrigens für mich immer ein Punkt, der die FAS (neben vielen anderen) positiv von anderen Sonntagszeitungen trennte.

Ich glaube ich habe inzwischen genug geschrieben – und das wo ich noch nicht einmal die Zeit hatte, wirklich über diese schreckliche Nachricht zu reflektieren. Aber @joschaefers wird das verstehen, da bin ich mir sicher, so kannte ich ihn.

Möge er in Frieden ruhen und mein Beileid gilt den Angehörigen, Freunden und allen anderen, die dadurch einen großen Verlust erlitten haben!


2 Kommentare

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  1. (1) Trackback by Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) @ 1. August 2011, 20:17 Uhr

    Nachruf: Jörg-Olaf Schäfers, Du wirst uns fehlen!…

    Heute erreichte uns eine sehr traurige und bestürzende Nachricht: Jörg-Olaf Schäfers ist sehr plötzlich und viel zu früh verstorben. Olaf war ein Freund und einer der engagiertesten Mitstreiter für ein freies und offenes Internet. Er setzte sich innerh…


  2. (2) Pingback by Der Ruhrpilot | Ruhrbarone @ 2. August 2011, 07:00 Uhr

    [...] Trauer II: Joerg-Olaf Schaefers ist tot…Pottblog  [...]


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