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Jens Matheuszik — 27. September 2009, 23:38 Uhr

Bundestagswahl 2009: Das Ruhrgebiet bleibt (blass-)rot


Man muss nicht drumherum reden, die SPD hat auch in Nordrhein-Westfalen die Bundestagswahl 2009 verloren:
Die CDU in Nordrhein-Westfalen ist stärkste Kraft, noch vor der SPD. Laut dem WDR hat die CDU im bevölkerungsreichsten Bundesland 33,1 % (2005: 34,4 %) erzielt, während die SPD nur noch 28,5 % (2005: 40 %) erringen konnte. Das erklärt zu einem großen Teil auch das schlechte Ergebnis der SPD bei den Bundestagswahlen 2009, denn eine ihrer Hochburgen hatte die Sozialdemokratie immer in Nordrhein-Westfalen.

Das Ergebnis im Ruhrgebiet ist nicht wirklich viel besser, aber wenn man sich die Direktmandate (die über die Erststimme erzielt wurden) anschaut, dann ist da noch ein gewisser SPD-Vorsprung dabei, so dass man schon sagen kann, dass das Ruhrgebiet (blass-)rot bleibt:

Bundestagswahl 2009 im Ruhrgebiet

Quelle: Wahlergebnisse.NRW.de

Wobei man da natürlich berücksichtigen muss, dass sicherlich auch der eine oder andere Sympathisant von Bündnis 90/Die Grünen ggf. eine Erststimme für die jeweilige SPD-Kandidatur abgegeben hat.

Nachfolgend eine Auflistung der jeweils siegreichen Direktkandidaturen und zum Teil gibt es auch Erwähnungen der jeweiligen Verlierer (wenn es von gewisser Bedeutung ist). Beim Klick auf den jeweiligen Wahlkreisnamen gibt es einen Direktlink zu den amtlichen Seiten der Landeswahlleiterin.

113 Kleve

Gewinner: Ronald Pofalla (CDU), der Generalsekretär der (Bundes-)CDU, erzielte 48,9 % der Stimmen.
Verliererin: Barbara Hendricks (SPD), parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium und SPD-Schatzmeisterin, mit 29,6 % der Stimmen. Barbarad Hendricks wird jedoch wohl über die Landesliste der SPD erneut in den Bundestag einziehen.

Wahlkreis 114 Wesel I

Gewinnerin: Sabine Katharina Weiss (CDU) mit 38,5 % der Stimmen (und anscheinend ohne eigene Homepage – daher nur der Wikipedia-Link).

115 Krefeld II – Wesel II

Gewinner: Siegmund Ehrmann (SPD) mit 39,6 % der Stimmen.

116 Duisburg I

Gewinnerin: Bärbel Bas (SPD) mit 42,2 % der Stimmen.

117 Duisburg II

Gewinner: Johannes Andreas Pflug (SPD) mit 47,6 % der Stimmen.

Randbemerkung zu Duisburg: Laut DerWesten soll Duisburgs Kämmerer Peter Langner (SPD) gesagt haben, dass er keinen schwulen Außenminister haben möchte. Ein solch diffamierende Aussage ist eines Sozialdemokraten unwürdig. Peinlich! Ich hoffe da werden die richtigen Konsequenzen gezogen.

118 Oberhausen – Wesel III

Gewinner: Michael Groschek (SPD), der Generalsekretär der nordrhein-westfälischen SPD, mit 44,6 % der Stimmen (gegenüber .

119 Mülheim – Essen I

Gewinner: Anton Schaaf (SPD) mit 41,4 % der Stimmen.

120 Essen II

Gewinner: Rolf Hempelmann (SPD) mit 46,1 % der Stimmen.

121 Essen III

Gewinnerin: Petra Hinz (SPD) mit 38,6 % der Stimmen.

122 Recklinghausen I

Gewinner: Frank Schwabe (SPD) mit 42,1 % der Stimmen.
Verlierer: Philipp Mißfelder (CDU), der Bundesvorsitzende der Jungen Union (lesenswerter Artikel über Philipp Mißfelder bei SPIEGEL Online), mit 30,1 % der Stimmen. Eventuell schafft er es jedoch ganz knapp über die Reserveliste doch noch wieder in den Bundestag.

123 Recklinghausen II

Gewinner: Michael Peter Groß (SPD) mit 42,5 % der Stimmen.

124 Gelsenkirchen

Gewinner: Joachim Poß (SPD) mit 54,3 % der Stimmen.

126 Bottrop – Recklinghausen III

Gewinner: Michael Gerdes (SPD) mit 42,8 % der Stimmen.

139 Hagen – Ennepe-Ruhr-Kreis I

Gewinner: Rene Röspel (SPD) mit 43 % der Stimmen.

140 Ennepe-Ruhr-Kreis II

Gewinnerin: Christel Humme (SPD) mit 43,9 % der Stimmen.

141 Bochum I

Gewinner: Axel Schäfer (SPD) mit 43,3 % der Stimmen.
Verlierer: Norbert Lammert (CDU) mit 31,0 % der Stimmen. Der Bundestagspräsident wird jedoch über die Reserveliste erneut in den Bundestag einziehen.

142 Herne – Bochum II

Gewinner: Gerd Bollmann (SPD) mit 51,3 % der Stimmen.

143 Dortmund I

Gewinner: Marco Bülow (SPD) mit 41,2 % der Stimmen.

144 Dortmund II

Gewinnerin: Ulla Borchardt (SPD) mit 42,4 % der Stimmen.

Randbemerkung zu Dortmund: Der Versuch der CDU in Dortmund die Haushaltsprobleme in Dortmund, die seitens der Christdemokraten als “Wahlbetrug” bezeichnet werden, für eine Abwahl der SPD-Direktkandidaten zu nutzen ist somit eindeutig nicht erfolgreich geblieben, denn trotz herber Verluste führt die SPD weiterhin.

145 Unna I

Gewinner: Oliver Kaczmarek (SPD) mit 42,6 % der Stimmen.

146 Hamm – Unna II

Gewinner: Dieter Wiefelspütz (SPD) mit 43,9 % der Stimmen.
Verlierer: Laurenz Meyer (CDU) mit 32,8 % – da er keinen guten Platz auf der Landesliste hat, verlässt der ehemalige CDU-Generalsekretär somit wohl den Bundestag.

Ohne die RuhrSPD wäre das Debakel der SPD also noch größer gewesen. Insofern kann ich es nachvollziehen, dass Frank Baranowski, als Sprecher der RuhrSPD, eine Neuaufstellung nach dem Wahldebakel fordert und sich dafür ausspricht, dass die nordrhein-westfälische SPD-Chefin Hannelore Kraft neue stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD wird.


13 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Christian S. @ 28. September 2009, 10:23 Uhr

    Warum nicht Kraft als Parteivorsitzende? Scheint mir sehr kompetent zu sein.

    Danke für die Zusammenfassung.


  2. (2) Kommentar by FS @ 28. September 2009, 10:40 Uhr

    @Christian S.

    *rofl*


  3. (3) Kommentar by Jens @ 28. September 2009, 23:26 Uhr

    @Christian S. (1):
    Erstmal wird Hannelore Kraft jetzt Ministerpräsidentin. Dann sehen wir weiter.


  4. (4) Kommentar by The Zonk @ 30. September 2009, 11:06 Uhr

    http://blog.nrwspd.de/2009/09/29/podiumsdiskussion-in-dinslaken-buergerrechte-im-internet/#comments


  5. (5) Kommentar by The Zonk @ 30. September 2009, 11:17 Uhr

    Ooops.. einmal die Enter- Taste – und schon ist es “drin”? http://blog.nrwspd.de/2009/09/29/podiumsdiskussion-in-dinslaken-buergerrechte-im-internet/#comments Anyway: die SPD- Probleme werden noch grösser. In einem Beitrag hier in diesem Blog wurde vor einigen Monaten gefragt, warum die SPD einerseits so tiefe Umfragewerte hat und woran es liegen könnte, dass die Popularität der ehemaligen Volkspartei gesunken wäre. Neben den “üblichen Verdächtigen” wie Politikverdrossenheit & co war auch der Umgang mit den eigenen Mitgliedern Anlass für Diskutanten, der SPD hier den Vorhalt zu machen, sie schrecke ihre eigenen Parteigenossen ab. Als regelmässiger Blogger auf blog.nrwspd.de kann ich nur sagen, dass hier Postings unterdrückt werden, also die Meinungen der Bloggger in hohem Masse zensiert werden. Der von mit heir aufgezeigte Link ist nur das aktuellste Beispiel einer systematischen meinungsunterdrückung durch Löschung von Postings. Ich gebe das hier in dieses Blog herein, da ich denke, dass sich jeder Blogger Gedanken machen sollte, was Meinungsfreiheit bedeutet und dass Zensur im Kleinen rasch eine Akzeptanz im Grossen bedeutet. Und damit wären wir dann irgendwann bei Schäuble, seinen Abhörwünschen, seinem Terrorwarnungs- Wahn und bei anderen demokratiefeindlichen Dingen. Zensur – hier noch einmal auf die NRW- SPD eingegangen – ist das schlechteste Mittel, um jetzt nach der Wahl die Probleme der Partei (sag´ einer nicht, ein Sturz um ca. 11 Prozentpunkte wäre kein ernsthaftes Problem) totzuschweigen, eine Erneuerung zu verhindern und das – gerne gehabte – Image der Glaubwürdigkeit restlos zu zerstören. Was, wenn dieses systematische Löchern und Unterdrücken von Meinungen der NRW- SPD Schule macht? Warum dann noch bloggen? Wozu soll man dann noch in eine rDemokratie seine Meinung äussern?


  6. (6) Kommentar by Marc @ 30. September 2009, 11:30 Uhr

    Hallo Jens,

    wie kann man Frau Kraft vorschlagen. 11% Verlust, Sie soll erst erst in NRW zeigen, das sie Wähler gewinnt.

    und der Kommentar von zonk spricht Bände. So wird das nix.

    die SPD wir zu einer 15% Partei, wie FDP, Linke, Grüne oder Piraten ;-)

    mac
    ps. so Richtig hast du die Tendenz nicht Verstanden, oder ? Dein weiter so, ah, nein, wir müssen da etwas ändern, hilft nicht weiter.


  7. (7) Kommentar by Jens @ 3. Oktober 2009, 14:21 Uhr

    @The Zonk (4, 5):
    Nein, ist es nicht. Außer Du hast den Cursorfocus gerade auf dem “Kommentar abschicken”-Feld.

    Ansonsten klappt Return ohne Probleme…

    Zu Deinem Beitrag in Sachen blog.nrwspd.de möchte ich erstmal klarstellen, dass Du wahrscheinlich kein Blogger bei blog.nrwspd.de bist und dort keine Blogbeiträge veröffentlichst, oder?
    Ich vermute eher, dass Du Kommentator dort bist und es mag sein, dass dort Kommentare von Dir dort nicht veröffentlicht werden. Das ist jedoch das gute Recht eines jeden Blogs, dass es Kommentare ablehnt – das ist eine Art “virtuelles Hausrecht” und hat beileibe nichts mit Zensur zu tun. Zensur wäre es, wenn man Dich aktiv daran hindern würde, Deine Meinung beispielsweise auf einer eigenen Seite zu veröffentlichen.
    Insofern habe bitte Verständnis dafür, dass ich bei der Verwendung des Begriffes “Zensur” allergisch reagiere.

    @Marc (6):
    Erst einmal habe ich niemanden vorgeschlagen. Zweitens habe ich nirgendwo ein “Weiter so” geschrieben.


  8. (8) Kommentar by the Zonk @ 3. Oktober 2009, 21:16 Uhr

    @ Jens
    Ich verstehe den Unterschied zwischen Blogger und kommentator nicht so ganz… also ich geb´ meinen senf zu Themen. Wie immer Du das nennst, es ist unwichtig.

    Wenn ich Zensur sage, dann meine ich das so. Was die Juristerei anbelangt, so bin ich da vom Fach. Hinter dem Zensurverhalten steckt eine ca. einjährige Geschichte, die bei Weitem nicht nur meine Postings betrifft.

    “Hausrecht” – sicher. Sollen sich die Blogbetreiber von blog.nrwspd.de doch mal an ihr Hausrecht halten, dann wäre das hier nicht notwendig


  9. (9) Kommentar by the Zonk @ 3. Oktober 2009, 21:19 Uhr

    @ Jens

    Naja, ich bring Dir nochmal was, vielleicht klärt das meine Position

    Und: Ich geb zu, meine Maus hat vielleicht gesponnen. Soviel zu Return… :-)

    Nun, ich hab die Sache mit dem NRW- SPD – Blog angestossen, also begleite ich den Prozess weiter.

    Ich will meine Partei, die SPD nicht “bashen”. Ich habe nicht das Lafontaine – syndrom, sondern finde in der Partei viele und vieles, was mich in der Partei bleiben lässt. Oft ist ein Leben demokratischer Werte oder ein Engagement von Genossinnen und Genossen jedoch nur auf kommunaler Ebene zu finden.

    Die Bundesebene zeichnet sich verantwortlich für Politik- und Parteiverdrossenheit, strategische Fehler sowie demokratiefeindliche Tendenzen.

    Zensur ist Demokratiekiller No. 1. Und ausgerechnet unsere SPD soll bei ihrer Geschichte einer Zensur Vorschub leisten? Nein.

    Nochmal: Mir geht es nicht um SPD- Bashing, denn der Kerngedanke ist gut, auch wenn manche Personen auch in Spitzenpersonen weder vermittelbar noch tragbar sind.

    Mir geht es um den politischen Diskurs:

    * wie soll sich eine Partei weiterentwickeln bzw. aus der momentanen Stimmen – krise führen, wenn man nicht offen reden kann? kritik bzw. das offene Wort zeichnte uns einst aus!
    * wie soll eine Partei glaubwürdig erscheinen, wenn schon ihre Mitglieder wegen des Aussprechens von Fakten einen Maulkorb angehängt bekommen? Glaubwürdigkeit ist die elementarste Voraussetzung, um vim Wähler ernst genommen zu werden!
    * wie soll sich die SPD verändern und lage- bzw. zeitangepasst reagieren, wenn wir mit Ewiggestrigen Spitzenfunktionären Politik für Ewiggestrige machen?

    Nachdem im Block oft genug Zensurmassnahmen erfolgten und gerade dieses demokratiefeindliche verhalten der NWRSPD- Blogbetreiber oft erfolglos gerügt wurde, habe ich mich entschlossen, dieses Verhalten der SPD – NRW, zu outen. Schliesslich müsen wir als Partei Wähler gewinnen, statt in Selbstliebe zu erstarren und in überzogenem vorauseilenden Zensurgehorsam jede kritische Diskussion im Keim ersticken – auch wenn die Meinung gerade nicht das Non- Plus- Ultra ist!

    Schäuble stellen die “Schwarzen”, den müssen wir als SPD nicht “toppen”.

    Als Partei brauchen wir Veränderungen. Aber wir brauchen sie als gewachsenen Prozess, nicht als aufoktruierte Meinungs- Übernahme. Zensur ist hier falsch!


  10. (10) Kommentar by Jens @ 3. Oktober 2009, 22:10 Uhr

    @the Zonk (4):
    Um Dich mal aufzuklären:
    Wenn man ein Blog besitzt, wo man selber (Blog-)Beiträge schreibt, dann ist man ein Blogger. Oft gibt es Leute die bezeichnen auch noch einzelne Beiträge als Blogs, aber ganz korrekt ist das nicht.

    Blogbeiträge lassen sich sehr oft kommentieren, wer das macht ist Kommentator. Aber nicht Blogger.

    Man würde ja auch nicht sagen, dass ein Leserbriefschreiber ein Zeitungsredakteur ist – auch wenn ein Leserbrief in der Zeitung abgedruckt wird.

    Und ich weiß ja nicht inwiefern Du von Fach bist, wenn Du den Unterschied zwischen “Hausrecht ausüben” und Zensur nicht kennst.


  11. (11) Kommentar by The Zonk @ 4. Oktober 2009, 02:23 Uhr

    Schiess mal weniger Nebel, geh mal mehr auf die Sache ein, Jens… oder kommt da habituell nichts?
    Die Behauptung steht im Raum, dass Kajo Wassenhövel schon vor einem Jahr die Direktive ausgegeben haben soll, dass in SPD- Blogs kritische Beiträge gelöscht werden sollen. Fakt ist, dass entsprechend dieser Direktive offenbar gehandelt wurde, anders ist die äusserst hohe Zahl der gelöschten Beträge im NRW- SPD- Blog nicht zu erklären. Jetzt die Frage: Hat Kajo diese “Stallorder” ausgegeben – ja oder nein? Was ist an der Behauptung dran, wenn die Praxis sie untermauert?


  12. (12) Kommentar by Jens @ 4. Oktober 2009, 22:56 Uhr

    @The Zonk (11):
    Was Du vielleicht noch lernen solltest – nicht themenfremd kommentieren, nachher werden dann Kommentare zens… gelöscht.

    Es geht hier in diesem Beitrag nicht um irgendwelche “Direktiven” (von deren Existenz ich nichts weiß und wo ich auch nicht glaube, dass es sie gibt), sondern um die direkt gewählten Bundestagsabgeordneten aus dem Ruhrgebiet.

    Das hier ist keine Plattform um Deine Aversionen gegen die SPD-Vertreter zu artikulieren, da kannst Du gerne ein eigenes Blog aufmachen (empfehle Dir dafür de.wordpress.com).


  13. (13) Kommentar by The Zonk @ 4. Oktober 2009, 23:18 Uhr

    Vielen Dank, Jens.
    Ich habe viel von Dir gelernt.


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