Norbert Robers (WAZ) über Indiskretionen und Maulkorberlässe
Beim Journalistentag in der Bochumer Jahrhunderthalle gab es auch ein Forum zum Thema “Politik”.
Moderiert wurde das Forum durch Michael Konken, den Bundesvorsitzenden des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) und als Gäste waren Norbert Robers (Ressortleiter Innenpolitik, WAZ), Prof. Dr. Wichard Woyke (von der Uni Münster) sowie Winfried Nachtwei (Bündnis ’90 / Die Grünen) auf dem Podium.
Norbert Robers ist der WAZ-Redakteur bzw. -Ressortleiter, dessen Namen im WAZ-Protestblog eine Stellungnahme der WAZ-Redaktion zum Umgang miteinander ziert.
Nachdem die WAZ-Sparpläne auch Thema in dieser Runde wurden, entschloss ich mich auch eine Frage zu stellen. Konkreter wurde dies dann, nachdem Prof. Dr. Wichard Woyke sich darüber wunderte, dass die Politik, insbesondere die 39 Jahre in Nordrhein-Westfalen regierende SPD, sich anscheinend nicht zum Thema Einsparplänen bei der WAZ-Mediengruppe äußern würde.
Daraufhin fragte bzw. sagte ich (sinngemäß), dass natürlich auch die Politik auf das Thema eingeht – und erwähnte dabei z.B. das Protestschreiben des SPD-Bundesvorsitzenden Franz Müntefering an die WAZ-Gruppengeschäftsführer Bodo Hombach und Christian Nienhaus (siehe auch die Rubrik Solidarische Grüße im WAZ-Protestblog). Ich sagte dazu, dass die Umstrukturierungspläne bei der WAZ kaum Thema in der WAZ sein, da die WAZ sich hier ein wenig als “Gatekeeper” aufführt. Auch die Solidaritätsbotschaften von diversen Personen und Organisationen wurden in den Medien außerhalb des WAZ-Protestblogs anscheinend gar nicht erwähnt.
Dahingehend fragte ich dann Herrn Norbert Robers persönlich, wie er eigentlich dazu gekommen wäre, die oben verlinkte Stellungnahme der WAZ-Redaktion zu lancieren, die nach den Kommentaren dort nicht im Namen der WAZ-Redaktion erfolgt sei.
Daraufhin antwortete Norbert Robers wie folgt (wobei direkt vor der Antwort Michael Konken noch fragte, ob es einen “Maulkorberlass” für die WAZ-Mediengruppe geben würde):
Antwort von Norbert Robers (WAZ-Ressortleiter Innenpolitik) auf eine Frage beim Journalistentag von Jens Matheuszik bei Vimeo.
Was man von dieser Antwort zu halten hat, kann man sich selber überlegen. Genau wie von den weiteren Beiträgen in Bezug auf die Krise der WAZ-Mediengruppe, denn Robers erklärte fast immer wieder, dass z.B. im Bereich der Lokalredaktionen noch keinerlei Pläne entschieden worden sein. Wahrscheinlich war der ZEIT-Beitrag “Eins in die Presse” (siehe hier) noch nicht bekannt…
Episoden der Beitragsserie 13 Monate DerWesten / Die WAZ-Krise
- 13 Monate DerWesten / Die WAZ-Krise
- Interview mit Stefan Laurin und Djure Meinen (13 Monate DerWesten)
- Interview mit einer Lokalredakteurin der WAZ-Mediengruppe (zur WAZ-Krise)
- WAZ-Krise: Wohl keine Bedenken des Kartellamtes gegenüber dem WAZ-Newsdesk-Modell?
- Zeitplan zur WAZ-Krise
- WDR berichtet über Kündigungen bei WAZ-Tochter MSG
- ZEIT-Artikel zur Medienkrise: “Eins in die Presse”
- WAZ Bochum macht auf Online: 10 Monate später ist es deutlich besser (aktualisiert)
- WAZ-Krise Thema auf dem Journalistentag – u.a. Interview mit Helmut Dahlmann (DJV NRW)
- Norbert Robers (WAZ) über Indiskretionen und Maulkorberlässe
- Interview mit Don Alphonso über 13 Monate DerWesten
- Beim WAZ-Geschäftsführungsblog tut sich was! (leider…)
- WAZ-Wirtschaftsforum: Über die eigene Krise wird geschwiegen
- WR-Chefredakteurin Kathrin Lenzer kündigt in der WAZ-Krise, 260 Stellen sollen abgebaut, Lokalredaktionen geschlossen werden
- WAZ-Notausgabe am Samstag
- Zahlen zur geplanten WAZ-Axt (Stellenabbau WAZ-Mediengruppe)
- WAZ-Betriebsversammlung: Was für eine Scheiße!


[...] sprach mit don alphonso über die qualität des webauftritts derwesten und schrieb immer wieder über die aktuellen entwicklungen in der waz-krise. weiterhin wichtig zur information: das [...]