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Jens Matheuszik — 29. November 2008, 08:23 Uhr

ZEIT-Artikel zur Medienkrise: “Eins in die Presse”


(dies ist ein Beitrag aus der Beitragsserie
13 Monate DerWesten / Die WAZ-Krise)
 

DIE ZEIT berichtet aktuell in dem Artikel Eins in die Presse über die Medienkrise bei Gruner + Jahr aber auch bei der WAZ-Mediengruppe.

Noch bevor offiziell weitere Details zum Thema Lokalredaktionen bekannt sind, heißt es dort:

Die WAZ legt Lokalredaktionen im Ruhrgebiet zusammen

Dass die Lage die Verlagsmanager zum Handeln zwingt, ist unumstritten. Nur noch eine von vier Zeitungen, die die WAZ-Gruppe im Ruhrgebiet herausgibt, macht Gewinn. Es ist die größte von ihnen, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (rund 550.000 Auflage), doch auch sie verliert in beunruhigendem Tempo Leser und kann die Verluste der übrigen Zeitungen nicht mehr ausgleichen. Allein das Schwesterblatt aus Dortmund, die Westfälische Rundschau, verliert in diesem Jahr 20 Millionen Euro. [...]
Zu retten ist die Westfälische Rundschau in ihrer jetzigen Form nicht mehr, und sie wäre längst geschlossen oder ein Schatten ihrer selbst, wenn sie nicht zur WAZ-Gruppe gehörte. Nun wird sie nach innen teilaufgelöst. Künftig werden die meisten Artikel aus einer zentralen Redaktion in Essen zugeliefert, Lokalredaktionen werden zusammengelegt, Standorte geschlossen.
[...]

Während die Beschäftigten offiziell erst am 5. Dezember 2008 in der Essener Lichtburg (siehe Zeitplan) über die Situation informiert werden sollen, erfährt man schon jetzt dank der Berichterstattung in der ZEIT einiges.

Die Eigenständigkeit der Titel Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Neue Rhein Zeitung/Neue Ruhr Zeitung (NRZ) Westfälische Rundschau (WR) und Westfalenpost (WP) sei demnach Geschichte1.

Hierzu erklärt laut ZEIT der WAZ-Chefredakteur2 Ulrich Reitz:

»Mein Impuls ist: Wenn wir den Verlag schon anfassen, dann lösen wir jetzt auch alle Probleme. Damit ich den Redakteuren sagen kann: Danach wird nichts mehr kommen.«

Die ZEIT zieht aufgrund des geplanten Umbaus der WAZ-Mediengruppe folgenden Schluß:

Künftig wird die WAZ-Gruppe im Ruhrgebiet in praktisch keiner Stadt mehr zwei autonome Lokalredaktionen betreiben. Auf einer Fläche von fast 4.500 Quadratkilometern wird es, von Randgebieten abgesehen, nur noch eine einzige regionale Tageszeitung geben.

Somit dürften vor allem die Lokalredakteure in den “Doppelstandorten” (spontan fallen mir da z.B. Mülheim und Oberhausen ein) betroffen sein.

Im weiteren Verlauf des ZEIT-Artikels kommt Medienforscher Horst Röper zu Wort:

»Zu lange haben viele Verleger, auch bei der WAZ-Gruppe, Renditen von 15, 20 und 25 Prozent verlangt. Und jetzt kürzt man im Ruhrgebiet vor allem im Lokalen, obwohl es gerade der Lokalteil ist, dessentwegen die Leser die Zeitungen kaufen. Das ist kopflos.«

Ich stimme Röper da vollkommen zu – ich denke die meisten Leser von WAZ & Co. lesen ihre Tageszeitung wegen dem Lokalteil. Vielleicht sollt die WAZ-Mediengruppe erstmal Marktforschung betreiben, denn es wäre ja nicht sehr zielführend, wenn man jetzt plötzlich an einem gemeinsamen Newsdesk die größte Mantelredaktion von Regionalzeitungen schafft und im Lokalen Stellen und Lokalteile streicht, obwohl gerade das die Leser am ehesten interessiert.

Episoden der Beitragsserie 13 Monate DerWesten / Die WAZ-Krise

  1. 13 Monate DerWesten / Die WAZ-Krise
  1. wiewohl die WP als so genante “Heimatzeitung” nicht vom gemeinsamen Mantelkonzept von WAZ, NRZ und WR betroffen sein soll []
  2. und inzwischen Mitglied der Geschäftsleitung []

2 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Thomas Mrazek @ 29. November 2008, 12:41 Uhr

    Was meinst Du: Hätte jetzt vielleicht ein Projekt wie Onruhr (freilich ohne die u.a. von uns erkannten Mängel) eine Chance?


  2. (2) Kommentar by Jens @ 1. Dezember 2008, 20:37 Uhr

    @Thomas Mrazek (1):
    Interessante Frage. Wenn wirklich die Mängel, die damals aufgetaucht sind, nicht mehr vorhanden wären, dann würde es da sicherlich eine Chance geben. Aber würde dann noch was vom bisherigen Konzept übrig bleiben?


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