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Jens Matheuszik — 29. August 2008, 09:23 Uhr

Marketingclub Bochum: 50hz über Blogs, Twitter und den Westen


Djure Meinen beim Marketing-Club BochumAm vergangenen Dienstag war ich bei einer Veranstaltung des Marketing-Clubs Bochum.

Dort referierte Djure Meinen von blog.50hz.de über das Web 2.0 und ich half ihm ein kleines bißchen als “Kamerakind” aus – denn um die heutigen Möglichkeiten des Internets zu demonstrieren, wurde die Veranstaltung via Mogulus live gestreamt und dabei wurden auch mehrere Kameras genutzt. Zweimal direkt vom Veranstaltungsort, der Gastronomie im Bochumer Stadtpark, und einmal von der pl0gbar Ruhr im Bochumer Bermudadreieck.

Doch zuerst gab es technische WLAN-Probleme, dann klappte doch noch der Test des einleitenden Videochats mit Carsten Köchel, Vorstandsmitglied des Marketingclubs Bochum, der sich via Skype aus Bremen zu Wort meldete. Getreu Murphys Gesetz (das alles schief geht, was schief gehen kann) klappte das natürlich nachher – vor dem Publikum – nicht so ganz wie gewünscht.

In seiner Präsentation, die man sich bei Slideshare anschauen kann erklärte er zu Beginn warum die Beschäftigung mit dem Internet so wichtig sei. So sei die Mediennutzung stark im Wandel und gerade die jüngeren Zielgruppen nutzen eher das Internet als z.B. das Fernsehen, so dass man manche Bevölkerungsgruppen eher im Netz als via TV erreichen könne.
Danach ging er dann auf verschiedene Web 2.0-Dienste ein und demonstrierte diese dann auch live (das sieht man natürlich nicht in der Präsentation).

Unterstützend stellte ich den Beitrag Djure Meinen beim Marketing-Club Bochum, nachdem Djure erklärte, dass man via flickr ganz einfach Bilder ins Netz senden könne.

Bei der Vorstellung von Mogulus hatte ich den Eindruck, dass dieses Livestreaming auf großes Interesse stieß, dennoch gab es dann eigentlich kaum Rückfragen durch die Zuhörer an die Teilnehmer der pl0gbar. Außer der Frage ob man von bloggen denn leben könne, was Lukas von Coffee & TV mehr oder weniger ernst gemeint so beantwortete, als dass er seinen kompletten Lebensunterhalt vom Bloggen bestreiten würde.

Es wunderte mich nicht, dass gerade beim Thema “Videos im Netz” (z.B. durch Ansgar Schwenken, Vorstandsmitglied des VfL Bochums) auch die Rechtefrage aufkam, als Djure Meinen erklärte, dass man z.B. mittels qik live aus Fußballstadien ins Internet streamen könne. Neben der Frage nach den Rechten stellte sich – insbesondere nach der Vorstellung von twitter – inwiefern man (die Mitglieder des Marketingclubs) denn von diesen ganzen Diensten profitieren könnte.
Zurecht wurde festgestellt, dass twitter an und für sich nichts anderes ist als eine Art “Flurfunk”, aber dass dieser Flurfunk auch nützlich für eine Marke sein kann, wurde dann u.a. an den Beispielen von twitter.com/DerWesten und WELT Kompakt erklärt, deren Kommunikationsbereitschaft grundsätzlich positiv aufgefasst wird.

Faszinierend fand ich übrigens zwei Dinge:
Erstens dass es dort Leute gab die von YouTube noch nicht wirklich etwas gehört hatten und zweitens als auf die Frage nach Blogs, die die Zuschauer kannten nicht nur das Fontblog genannt wurde, sondern auch das Pottblog.

Zum Abschluß gab Djure Meinen noch ein paar gute Tipps wie man sich dem Web 2.0 annähern kann – und soweit ich informiert bin, gibt es auch die ersten Leute die sich bei Web 2.0-Diensten angemeldet haben.

Im Rahmen der abschließenden Fragestunde wurde Djure Meinen dann gefragt, was er denn von DerWesten, dem Internet-Portal der WAZ-Mediengruppe, halten würde, nachdem er schon einige der Web 2.0-Elemente des Westens im Rahmen des Vortrages angesprochen hatte. Nachdem er grundsätzlich DerWesten und die Idee die dahinter steckt (eine starke Marke für das Internet) lobte und z.B. erklärte, dass er die Idee des Geotaggings grundsätzlich gut findet (nur nicht die Umsetzung) und früher ein Fan davon war, dass man alle Artikel auch kommentieren kann, wurde er jedoch auch gefragt ob er denn auch Kritik am Westen hätte und sollte diese dann auch auflisten.

Djure nannte vor allem vier Punkte, die zum Teil ineinander greifen:

  • Technik/Design
    Abgesehen davon dass er das Design langweilig findet, sei leider auch die Technik bei weitem nicht ausgereift. Technische Macken die es seit dem Start des Westens gibt, fehlende Browserkompatibilitäten usw. wären technisch gesehen ein Armutszeugnis für die WAZ-Mediengruppe.
  • SPIEGEL Online-Klon
    Auch wenn es anfangs immer wieder hieß, dass DerWesten kein SPON-Klon sein soll, versucht DerWesten anscheinend genau das – in dem er irgendwelche dpa-Meldungen als Hauptnachrichten bringt und dann auch mal diverse Nachrichten aus den USA als Hauptthemen bringt.
  • Fehlende Lokal- bzw. Regionalkompetenz (Ruhrgebiet/NRW)
    Einhergehend mit dem Versuch SPON zu kopieren zeigt sich, dass die ungeheure Lokal- und Regionalkompetenz der WAZ-Mediengruppe kaum genutzt wird. Nichtsdestotrotz spielt hier DerWesten leider nicht erfolgreich die regionale/lokale Karte, die er spielen könnte, wenn er es denn wollte.
  • Mangelhafte Einbindung der Lokalredaktionen
    Hier kritisierte er, dass die Lokalkompetenz vor Ort nicht wirklich in das Internet-Angebot einfließt. Wobei er dieses Problem weniger beim Westen selbst sah als dass es ein “systemimmanentes” Problem der WAZ-Mediengruppe an sich sei, da es hier wohl eingefahrene Strukturen gibt, die man nicht so einfach ändern könne.

Dem kann ich persönlich eigentlich nichts hinzufügen, denn zum Teil habe ich über die geschilderten Punkte auch schon selber gebloggt. Sei es nun das Verschlafen von wichtigen lokalen Themen (so ein Bürgerentscheid findet ja auch urplötzlich statt) oder aber die verbesserungsfähige Internet-Arbeit der Lokalredaktionen.

Zur geschilderten USA-Lastigkeit (sind ja auch irgendwie im Westen…) passt es natürlich gerade (zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen), dass jetzt DerWesten gleich mit mehreren NRW-Themen aufmacht.

Nach dem Vortrag und der Fragerunde machte ich mich dann auch schnell wieder auf den Weg um noch nachträglich zur pl0gbar zu fahren. Dort stellte ich dann übrigens fest, dass auch Gäste des Vortrages anwesend waren. Insofern scheint das Thema die Leute doch zu interessieren – was natürlich sich auch durch diverse neue twitter-Accounts zeigt. :)


6 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by 50hz @ 29. August 2008, 09:50 Uhr

    Trotz aller Kritik müssen wir übrigens neidlos anerkennen, das derWesten offenbar erfolgreich ist. Das bekannt vorsichtige – und damit oft eher unprofessionell wirkende – Wirtschaften der WAZ-Mediengruppe ernährt über Jahrzehnte Heerscharen von Journalisten und die Eigentümer sowieso. Vielleicht geht Zeitung machen einfach nur so. Zumindest an der Ruhr.


  2. (2) Kommentar by Yitu (Gerd) @ 29. August 2008, 14:17 Uhr

    ich stimme in der Kritik zu. Leider war das schon “lange” Abzusehen… Ich hoffe einfach das das neue WAZ-Portal mit der zentralen Marke ein Erfolg wird. Mehr als in meinem Blog Artikel erwähnen und verlinken verbleibt da nicht ;)


  3. (3) Kommentar by Greta Wislow @ 30. August 2008, 03:41 Uhr

    Die Technischen Probleme waren wahrscheinlich zu erwarten. Die Technik funktioniert fast immer nicht perfekt oder nicht so wie es erwartet wird.


  4. (4) Kommentar by Jens @ 31. August 2008, 16:47 Uhr

    @50hz (1):
    Dass die WAZ-Mediengruppe eher vorsichtig agiert ist ja nicht schlimm. Aber die von Dir selbst erwähnten Punkte haben nicht unbedingt etwas mit “vorsichtig agieren” zu tun. Jedenfalls würde sich eine Lokalredaktion kein Zacken aus der Krone brechen, wenn man dort etwas mehr das eigene Internet-Angebot mit Qualität beliefert.

    @Yitu (2):
    Ich hoffe das ja auch, da ich die Idee gut und grundsätzlich das ganze Projekt nicht schlecht finde. Nur gibt es einige Mängel die Djure Meinen beim Marketing-Club angesprochen hat, die ich zum Teil auch so sehe. Dass das Design langweilig ist – okay, das ist für mich geschenkt, das halte ich jetzt nicht für so wichtig. Die anderen genannten Punkte aber schon.

    @Greta (3):
    Meinst Du jetzt die technischen Probleme vom Westen oder beim Vortrag?


  5. (5) Kommentar by 50hz @ 31. August 2008, 17:37 Uhr

    Aaah. Ich hätte noch erwähnen sollen, dass ich das Projekt für massiv unterfinanziert halte. Mit ausreichenden Mitteln ließen sich technische Probleme schneller beheben und störrische Lokalredaktionen besser coachen.
    Da der Westen aber offenbar trotz allem seine Leser findet, sind am Ende nur wir Medienhungrige unglücklich. Für die Macher aus Essen stimmt die Rechnung.


  6. (6) Pingback by 50hz - Werkstatt für Netzkommunikation » Blogarchiv » DerWesten: Kein Kaffee und nur saure Milch @ 22. Oktober 2008, 14:52 Uhr

    [...] der unterirdischen Leistungen im Lokalen und der Vernachlässigung des Regionalen jedoch – etwa hier -, findet in schöner Regelmäßigkeit neue [...]


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