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Jens Matheuszik — 30. Dezember 2007, 14:08 Uhr

Ruhrtux: Linux für das Ruhrgebiet


RuhrtuxDank Matthias’ Beitrag Freie Software bei Kommunen bin ich auf die Initiative Ruhrtux aufmerksam geworden.
Diese Inititaive setzt sich dafür ein, dass in den Kommunen des Ruhrgebietes Open Source-Software (freie Software) genutzt wird.
Vorbilder dabei sind Aktionen wie LiMux (Umstellung der IT-Strukturen in München auf Open Source-Software wie Linux, Open Office usw.) und Bundestux (Linux in den Bundestag).

Die Vorteile von Open Source-Software liegen dabei auf der Hand – einerseits muss man keine kostspieligen Lizenzen nutzen und andererseits kann man – z.B. im Rahmen von Service-Verträgen – damit den IT-Mittelstand vor Ort unterstützen. Abgesehen davon ist eine Abkehr der Software-Monokultur alleine schon aus Wettbewerbs- und Sicherheitsgründen zu begrüßen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich jedoch, dass in Städten und Gemeinden oft langfristige Rahmenverträge geschlossen werden, die teilweise über externe IT-Dienstleister realisiert werden, so dass das keine kurzfristige Aktion sein kann.

Außerdem ist sicherlich noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten – gerade natürlich auch bei den Nutzern vor Ort, die die bisherigen IT-Strukturen (oftmals Microsoft Windows in Verbindung mit Microsoft Office) an ihrem Arbeitsplatz gewohnt sind und eine Umstellung scheuen.

Nur: Mal ganz ehrlich (und da kann ich aus eigener Erfahrung auch drüber schreiben):
Wer braucht denn an seinem Arbeitsplatz die volle Leistung von z.B. Microsoft Office wirklich? Ich denke in bis zu 90 % aller Fälle dürfte auch OpenOffice.org als sehr kostengünstige Alternative ausreichen.

Insofern hoffe ich auf einen Erfolg von Ruhrtux – auch wenn das sicherlich nur mittel- bis langfristig erreicht werden kann.


9 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Matthias @ 30. Dezember 2007, 14:17 Uhr

    OpenOffice ist in vielen Fällen Microsoft-Office sogar überlegen. Ich nutze es seit Jahren sowohl unter Windows, Linux und auch unter Mac OS. Microsoft Office kommt mir nicht mehr auf meine PC’s.


  2. (2) Kommentar by Jens @ 30. Dezember 2007, 14:23 Uhr

    @Matthias:
    Ich widerspreche Dir nur ungern (geht ja nicht um Fußball… *g*), aber das Problem ist, dass für manche Verwendungszwecke MS-Office alternativlos ist. Für die Standardaufgaben reicht OpenOffice oder eine der dazugehörigen Varianten (wie hier NeoOffice) aus, aber z.B. gerade MS-Access ist für einige Aufgabenbereiche sehr wichtig und die API von MS-Word wird oft noch für andere Bereiche genutzt und da ist OpenOffice z.B. im Bereich von VBA (Visual Basic for Applications) nicht kompatibel. Wenn natürlich gerade das in einer Firma oder Verwaltung extensiv genutzt wird, dann könnte das Probleme bereiten.

    Aber das betrifft meiner Meinung nach (hatte ich ja auch geschrieben) eh nur Randbereiche. Für die meisten Sachen reicht OpenOffice absolut und ist selbst dort noch überdimensioniert.


  3. (3) Kommentar by Matthias @ 30. Dezember 2007, 14:27 Uhr

    Was Access betrifft, hast Du sicherlich Recht. Das vergesse ich immer ganz gerne. ;-)


  4. (4) Kommentar by Phil @ 30. Dezember 2007, 14:55 Uhr

    Naja, du musst halt bedenken, dass es viele branchenspezifische Programme gibt, die es entweder nur unter Windows gibt oder auf APIs von Windows, Office etc. zugreifen.
    Anderes Argument ist, dass nur sehr wenige Arbeitsplätze nur noch mit reinen Tippsenjobs ausgestattet sind, sondern das Spektrum weiter gefächert ist und Linuxprogramme diese Anforderungen nicht erfüllen können.

    Das ist das größte Problem. Im Server- und Firewallbereich ist Linux ja eh vorherrschend, im Clientbereich sind auch die Programmierer eher auf der Windows-Schiene.


  5. (5) Kommentar by Jens @ 30. Dezember 2007, 16:18 Uhr

    @Matthias:
    Das ist das Blöde – für Access gibt es imho keine gleichwertige Alternative.

    @Phil:
    Bei den meisten Sachen könnte man mit Emulationen arbeiten. Die wichtigsten Programme die z.B. bei uns genutzt werden sind eh Terminalemulationen auf dem Großrechner.
    Das Problem sind – wie schon von Dir beschrieben – Programme die auf Windows bzw. Office zurückgreifen. Das man damit aber schnell auf die sprichwörtliche Schnauze fliegen kann zeigen auch zahlreiche Beispiele in der Vergangenheit. Irgendwann hat z.B. Microsoft beschlossen die Befehlskommandos in VBA umzuändern (von deutsch auf englisch wenn ich mich nicht irre). Wenn Du dann viele Programme hattest die auf der deutschen Variante basierten hattest Du Pech und durftest erst mal alles umstellen.
    Sowas kann mit Open Source-Software auch passieren, aber einerseits kann man darauf eher reagieren und ggf. auch das ganze rückgängig machen (wenn man Ahnung von der Programmierung hat).


  6. (6) Kommentar by Andreas @ 30. Dezember 2007, 16:26 Uhr

    Ich bin gegenüber Lobbyisten (und als solche stellt sich Ruhrtux für mich dar…) immer skeptisch, egal wofür sie Lobbyarbeit machen.

    Als Steuerzahler erwarte ich von Kommunen und öffentlichen Verwaltungen nicht, dass sie ein bestimmtes Betriebssystem (egal ob MS-Windows, Mac-OS, Linux oder Solaris) einsetzen, sondern dass sie kosteneffizient arbeiten.

    Wer aber nicht fragt, welche Software für welchen Zweck geeignet und am kostengünstigsten einsetzbar ist, sondern das ganze auf “Pro oder Kontra Open-Source” hochstilisiert, wäre für mich als Berater damit schon disqualifiziert.


  7. (7) Kommentar by Thomas Koch @ 31. Dezember 2007, 08:30 Uhr

    Hallo Jens,

    danke für den Beitrag über Ruhrtux.
    @Andreas: Auch wenn ich mit Ruhrtux sozusagen Lobbyarbeit betreibe, ist es eine rein private Initiative ohne irgendein Unternehmen oder ein Verband im Rücken. Im Gegenteil: Ich bin eher enttäuscht von LOS-NRW oder Networker-NRW, von denen ich diese Initiative schon vor Jahren erwartet hätte.

    Apropos Access: Access ist doch nur ein abgespecktes Datenbankmanagementsystem und für ernsthafte Anwendungen benutzt man dann die erwachsenen Systeme wie MySQL, Postgres oder proprietäre Systeme.

    Die Integration vieler Anwendungen in MS-Access ist tatsächlich ein (lösbares) Problem und gerade ein Beispiel dafür, wie M$ durch Netzwerkeffekte die Benutzer an sich bindet und Freiheit einschränkt.

    Beste Grüße,

    Thomas Koch


  8. (8) Kommentar by Andreas @ 31. Dezember 2007, 10:10 Uhr

    @Thomas: Ich habe Dir/Euch auch keine kommerziellen Eigeninteressen unterstellt.

    Ein Microsoft-Vertriebler und ein Linux-Evangelist können beides sehr ehrenwerte Menschen sein – als Fachleute, warum “ihr” Produkt besser als das jeweils andere ist, sind beide für mich aber gleich (un-)glaubwürdig.

    Ein Betriebssystem ist nur Mittel zum Zweck (um Anwendungen nutzen zu können), daher wird es üblicherweise danach ausgewählt, welche Anwendungen für einen Zweck benötigt werden.

    SUN hat das vor langem schon erkannt (aus der weitverbreiteten Nutzung von MS-Excel folgten ja automatisch MS Betriebssysteme) und hat deswegen OpenOffice freigegeben (das übrigens auch heldenhaft auf SUN Solaris und OpenSolaris läuft), auch SUNs Java für betriebssystemunabhängige Anwendungen schlägt in die gleiche Kerbe.

    Wer aber zuerst das Betriebssystem festlegen will, ohne sich vorher über die benötigten Anwendungen im klaren zu sein, trifft keine technisch begründete Entscheidung, sondern eine politische (was IMO falsch wäre). Aber zu letzterem passt natürlich wieder prima die Lobbyarbeit.


  9. (9) Kommentar by Jens @ 10. Januar 2008, 20:05 Uhr

    @Andreas (6):
    Da stimme ich mit Dir über ein. Und ich sehe auch Verwendungszwecke, wo ggf. MS führend ist.

    @Thomas Koch (7):
    Ja, aber für viele ist Access halt komfortabler als irgendwelche mySQL-Lösungen.

    @Andreas (8):
    Klar, zuerst sollte es um die Anwendungen gehen. Und dann um die Basis dafür. Da kann dann bei Clients und Servern ruhig eine andere Basis sein. Was ja auch öfters so praktiziert wird.


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